Kampagne und Plakate vorgestellt - SPD will Wohnungsbau zur Chefinnensache machen

Franziska Giffey stellt in Berlin die neuen SPD-Wahlplakate zur Berlin-Wahl vor
Audio: Inforadio | 06.08.2021 | Tobias Schmutzler | Bild: imago-images/Photopress Müller

Die Berliner SPD hat am Donnerstag ihre Kampagne und die Wahlplakate für die Abgeordnetenhauswahl Ende September vorgestellt. Die Slogans "Herzenssache Berlin" und "Ganz sicher Berlin" sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey kündigte an, sollten die Sozialdemokraten die Wahl gewinnen, würde der Wohnungsneubau "Chefinnensache" werden. Dieses Vorhaben spiegelt sich auch auf einem der Wahlplakate wider, auf dem Giffey mit einem Bauplan und einem Helm vor einem Baukran steht. In ihrer Rede stellte sich Giffey zudem gegen die Enteignung von Wohnungsunternehmen.

U-Bahn-Ausbau, Digitalisierung, Gastro und Kultur

Auf weiteren Plakaten wirbt die SPD für den U-Bahn-Ausbau und mehr Digitalisierung in den Schulen. Giffey kündigte außerdem einen Neustart für Branchen wie die Gastronomie und die Kultur nach der Pandemie an.

"Wir haben ein Jahrzehnt der Investitionen vor uns", so Giffey. Sie wolle einen breiten Sicherheitsbegriff verfolgen, der sowohl soziale als auch innere Sicherheit umfasse. Das politische Ziel müsse Schutz vor Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und Diskriminierung sein.

"Anspruch, die Wahl zu gewinnen"

Die SPD habe den Anspruch, die Wahl zu gewinnen, sagte der SPD-Landesvorsitzende Raed Saleh. Er verwies in seiner Rede darauf, dass Giffey in Umfragen bessere persönliche Zustimmungswerte habe als ihre Konkurrentinnen und Konkurrenten im Kampf ums Rote Rathaus. Im letzten BerlinTrend von Mitte Juni lag die SPD allerdings auf Platz 3 mit 17 Prozent, die Grünen lagen mit 22 Prozent und die CDU mit 21 Prozent vorne.

Für die gesamte Kampagne mit Plakaten, Social-Media-Aktivitäten und Online-Anzeigen stünden 1,8 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Franziska Giffey. 400 Großflächen würden plakatiert, insgesamt würde es 10.000 Motive in der Stadt geben.

Sendung: Inforadio, 06.08.2021, 14:20 Uhr

20 Kommentare

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  1. 20.

    Wie schlecht muss es um die SPD stehen, wenn sie krampfhaft an dieser Personalie festhält.
    Wie abgebrüht muss man aber auch sein, krampfhaft an der Kandidatur zu klammern.

  2. 19.

    Vielleicht könnte sich Franziska Giffey einmal für die Instandhaltung der bisherigen U-Bahnhöfe einsetzen als zu fordern, dass ständig neue dazukommen. Da fällt mir nur der seit gut vier Jahren ohne Kacheln an den Wänden befindliche U-Bahnhof Grenzallee ein. Liegt in Neukölln. Da, wo sie Bezirksbürgermeisterin war.

    Wenn die gegenwärtigen schon nicht instandgehalten werden können, weil irgendwo immer eine Kachel abfällt und dann alles abgestemmt wird, weil Fahrstühle ausfallen und wochenlang Material nachbestellt werden muss, der unterirdische Bau also für Mobilitätseingeschränkte nicht erreicht werden kann: Wie soll es dann erst mit neuen U-Bahnhöfen werden?

    Wie Bauarbeiten ohne Probleme vonstatten gehen können, zeigt die Situation am Alex: Einfach mit der Tram durch die Parallelstraße fahren und dann fließt das ungehindert.

    Für sichtbare, neue Schienen im Straßenraum, so scheint es, fehlt Giffey offenbar der Mut.

  3. 18.

    Klientelpolitik zugunsten von Mieter*innen (meines Wissens ca. 85 % der Berliner*innen) ist mir persönlich lieber als solche zugunsten von Vermieter*innen, von denen der größte Teil nicht mal in Berlin wohnt.

    Welche Partei-Landesverbände haben denn in den letzten Monaten über eine Million Euro Spenden aus der Lobby eines ganz bestimmten Wirtschaftszweigs erhalten und dann Teile dieser Summe direkt in PR-Kampagnen zum Thema investiert?
    Falls Sie nicht selbst darauf kommen, suchen Sie mal online nach "Christoph Gröner Parteispende".

  4. 17.

    Ob wohl die Parolen von irgendwo her kopiert wurden?
    Darin hat ja die Spitzenkandidatin der SPD Erfahrung.
    Ansonsten ist und bleibt es wieder nur eine leere Versprechung; auch daran hat sich der Berliner Wähler gewöhnt.

  5. 16.

    Ich bin zwar kein SPD-Fan aber ohne Müller und mit Frau Giffey könnte ich sie wieder wählen. Herr Müller Ist (war) ein äußerst blasser Bürgermeister ohne Fortune.

  6. 14.

    Auch ja! Die gab's ja auch noch! ... CDU und FDP. ... War's nicht die CDU die den Mietendeckel per gerichticher Klage hat kippen lassen, damit diejenigen die haben weiter von jenen, die nicht haben Rendite machen können. Schon bemerkt, daß es immer weniger Leute gibt (die Mieter), die sich diese Stadt leisten können. ... Das sind übrigens die die nicht nur immer von Leistungsprinzip reden, sondern dieses Land am laufen halten. ... Wie etwa VerkäuferInnen, Polizisten und Rettungskräfte, Krankenhaus- und Pflegefachkräfte, Reinigungskräfte, Kraftfahrer, Friseure, KindergärtnerInnen, Fachkräfte im Handwerk ...

  7. 13.

    "Im letzten BerlinTrend von Mitte Juni lag die SPD allerdings auf Platz 3 mit 17 Prozent, die Grünen lagen mit 22 Prozent und die CDU mit 21 Prozent vorne."
    Das sieht nach der letzten Wahlumfrage vom 31.07. ganz anders aus. Danach hätte schw./rot/gelb eine Mehrheit.

  8. 12.

    Das wird aber nur was, wenn die SPD sich einen anderen Koalitionspartner suchen ausser den Grünen und Linken. Denn nur die SPD, die CDU und vielleicht noch die FDP bringt die Stadt in Schwung, Linke und Grüne Steinzeit und Klientelpolitik bringt nur Stillstand und Streitereien so wie es gerade in Berlin abläuft.

  9. 11.

    Wohnungsneubau ist genau der richtige Ansatz, während und sich andere die Situation nur schönreden wollen und "optimistische Politik" fordern.

  10. 9.

    All diese Versprechen funktionieren nur ohne Koalitionspartner. Bei über 30 Parteien zur Auswahl zweifle ich doch schon sehr an diesem "Endstand".

  11. 8.

    Wichtige inhaltliche Punkte wurden schon von Swen und Klimaliste eingebracht, daher von mir nur eine dumme Frage: Hätten die PR-Berater*innen nicht für die Fotos die Schienenreste abdecken müssen? Sind zwar nur ehemalige Gütergleise im Westhafen, aber könnten Giffey locker ein paar Stimmen kosten. Schließlich ist Autofahren ihr Wahlkampfthema Nr. 1 und die Schienen erinnern die gemeine Autofahrerin viel zu sehr an die verhassten Straßenbahnen, die doch unter die Erde gehören.

  12. 7.

    Offen für neues, also weg mit RRG. Guter Spruch wenn man denkt das man diesmal verloren hat. Ich glaube aber das die Nichtwähler dominieren werden

  13. 6.

    Wer die sPD unter Giffey wählt, der wählt die größte Schummelpackung. Das ist nicht sozial, das ist cDU/FDP der 80er. Unsozial und der parlamentarische Arm der alten Westberliner Betonmafia. Stobbe lässt grüßen.

  14. 5.

    Wohnungsbau zur Chefinnensache machen !? ... Bleibt zu hoffen, daß die Menschen verstehen was das für Sie bedeutet:

    - Nachverdichtung wo nur geht und ohne Rücksicht auf für Erholung und Stadtklima (Stichwort Klimawandel) benötigtes Grün.
    - Anpassung der Infrastruktur (Verkehr, Nahversorgung, Schulen und Kitas) irgendwann im Nachgang
    - weiter Steurmiliarden für Immobilien und Bauwirtschaft die Spekulation mit Boden nicht beenden, sondern die Mietenspirale weiter anheizen

    Für wen Frau Giffey mit Ihrer Baupolitik steht, zeigt sie nicht zuletz in Ihrer Ablehnung gegenüber dem Warnruf der Bürger dieser Stadt. Der anstehende Volksentscheid wird zeigen wie richtig sie damit liegt!

  15. 4.

    Bitte, Frau Giffey, dann aber auch Grüne + Linke aus dem Senat werfen!
    Eine Deutschland-Koalition mit CDU + FDP wäre besser als weitere 5 Jahre Rot-Rot-Grün.
    Berlin wurde runtergewirtschaftet, und dies muss dringend korrigiert werden.

  16. 3.

    ..ist der Ruf erst ruiniert lebt sich's völlig ungeniert.
    Glaube das hat Wilhelm Busch gesagt oder war es Heinz ert?

  17. 2.

    Chefsache? So wie sie als Familienministerin auch alles für die sich um ihre kümmernden Väter gemacht hat.

  18. 1.

    Zunächst muss die SPD stärkste Partei werden, danach darf sie nicht merh einem Koalitionspartner das Stasdtentwicklungsressort überlassen, der das Protestwählerpotential hoch halten will. Dann kann über die Chefinnensache geredet werden.

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