Abgeordnetenhauswahl - Spitzenkandidat Wegner: Negativer Bundestrend schadet auch Berliner CDU

Kai Wegner (CDU), Bundestagsabgeordneter, spricht beim Parteitag des Berliner CDU-Landesverbands im Estrel Hotel. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
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Audio: Inforadio | 12.22 | 04.09.2021 | Interview mit Kai Wegner | Bild: dpa/Jörg Carstensen Download (mp3, 33 MB)

Spitzenkandidat Kai Wegner hat sein Ziel noch nicht aufgegeben: Die CDU soll stärkste Kraft im Berliner Abgeordnetenhaus werden, obwohl die Partei in Umfragen an Zustimmung eingebüßt hat. Den Grund dafür sieht Wegner auf Bundesebene.

Der Spitzenkandidat der Berliner CDU, Kai Wegner, sieht die Hauptverantwortung für die schlechten Umfragewerte seiner Partei auf Bundesebene.

Die Bundes-CDU falle derzeit überall in Umfragen zurück, betonte Wegner am Samstag im Inforadio des rbb: "Das gehört ja einfach zur Wahrheit: Zurzeit bläst der Wind nicht von hinten, sondern stark ins Gesicht, wir haben zurzeit einen Bundestrend, der für die CDU nicht gut ist. Und das spüren wir auch in Berlin."

Wegner schließt nur Bündnis mit AfD aus

Dennoch halte er aber an seinem Ziel fest, bei der Abgeordnetenhaus-Wahl am 26.September stärkste Kraft zu werden: "Und das zweite Ziel ist für mich auch klar: Berlin braucht einen neuen Politikstil, einen echten Politikwechsel. Und das geht nur ohne rot-rot-grün. Deswegen wollen wir, dass rot-rot-grün keine eigene Mehrheit mehr hat."

Auf mögliche eigene Koalitionspartner wollte sich der CDU-Landeschef nicht festlegen. Ein Bündnis mit der AfD schließe er allerdings aus: "Die AfD ist mein politischer Feind. Sie will eine andere Stadt, eine andere Gesellschaft. Mit der AfD könne man die Zukunft Berlins nicht gestalten, so Wegner: "Ich will es nicht, und ich werde das auch nicht tun."

Kritik an rot-rot-grüner Mieten- und Verkehrspolitik

Scharfe Kritik übte Wegner erneut an der Mietenpolitik des rot-rot-grünen Senats. Es gebe noch immer zu wenig bezahlbaren Wohnraum in Berlin. Dieses Problem sei hausgemacht, sagte er: "Wenn ich über fünf Jahre nicht an der Wurzel des Problems arbeite, sondern mit Mietendeckel oder Enteignungsfantasien Menschen Sand in die Augen streue, was nichts bringt, dann ist das fatal. Und deswegen müssen wir hier einen echten Neustart hinbekommen."

Auch in der Verkehrspolitik beklagte der CDU-Spitzenkandidat große Versäumnisse. Berlin sei die deutsche "Stauhauptstadt". Er forderte ein Baustellenmanagement, eine Koordinierung und eine smarte Ampelschaltung. "Das funktioniert in Berlin alles nicht."

Sendung: Inforadio, 04.09.2021, 12:22 Uhr

31 Kommentare

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  1. 31.

    Für mich ist CDU-Wählen leider Notwehr, geht nicht anders. Muss meine 45 Jahre voll kriegen, keine Lust auf Null Rente.

  2. 30.

    Wegner führt seine Partei ganz alleine in die Berliner Bedeutungslosigkeit, macht sie zu einer AfD Kopie mit seinem rechtspopulistischen Getöse. Ein verdientes Scheitern.

  3. 29.

    Sie wissen aber schon, dass die Kritikpunkte, die Sie anführen, erst Recht auf den aktuellen Senat zutreffen, oder?

  4. 28.

    Das Problem mit der CDU ist, sie würden es heute genauso wie 2001 wieder machen. Hauptsache die eigene Klientel ist versorgt und die Finanzen stimmen auf den eigenen Konten.

  5. 27.

    Hat er recht, wir dürfen nie vergessen was die DDR war, eine Mauerschützenstaat, die Linke sollte einfach verboten werden.

  6. 26.

    Ja, der "kleine" Czaja ist wirklich in der für ihn richtigen Partei. Diesmal fällt Tegel als Thema flach. Aber sie kommen wohl trotzdem ins Landesparlament. Ist ja auch ok, 7 Prozent tun ja den Berlinern nicht weh.

  7. 25.

    Bemerkenswert, wenn ein total blasser Sprechblasenkandidat anderen die Schuld für die eigenen Umfrageergebnisse gibt. Selbstreflektion ist nicht jedermanns Sache in der CDU. Warum hat denn da niemand von Mutti gelernt? War doch lange genug Zeit.

  8. 24.

    Nun ja, funktioniert bekanntlich seit 1990. Das Gebiet der DDR teilt man sich auf und setzt noch nicht versorgte Personen ein. CDU ja eher weniger. Grüne und Linke um so mehr. Der Mario ist nun nebenher auch sehr sympathisch, im Gegensatz zum FDP-Czaja.

  9. 23.

    Allerdings kann man Herrn Wegner aus meiner Sicht, nicht für die Fehler, die von Mitgliedern seiner Partei in der weiter zurückliegenden Vergangenheit gemacht wurden (Diepgen regierte bis 2001!!) in Sippenhaft nehmen. Sonst müsste man konsequenterweise gleich mit den Linken weitermachen, weil die den Verkauf des "Tafelsilbers" damals abgenickt haben.

  10. 22.

    Ja, hinsichtlich der Immobilien- und Wohnungsproblematik hat die CDU außer Phrasen nichts anzubieten. Deshalb kann ich ihr auch nicht meine Zweitstimme geben.

  11. 21.

    Ich habe heute ein Interview mit Herrn Wegner im Radio gehört. Enttäuschend. Nichts als leere Phrasen. Kein einziger konkreter Punkt, der von ihm genannt wurde und an dem man ihn messen könnte. Er will anpacken, Berlin soll wieder lebendig werden. Also ich nehme Berlin jeden Tag überaus lebendig wahr. In den Jahren, in denen Berlin Herrn Diepgen von der CDU Regierender Bürgermeister war, hat es diese Partei vorgezogen, den Landeshaushalt zugunsten der eigenen Parteifreunde zu schröpfen, denen man horrende Dividenden aus Immobilien-Spekulationen gezahlt hat. Da sollte man sich mit Anschuldigungen wegen fehlender Wohnungen ganz dezent zurückhalten. Genauso in Sachen Clan-Kriminalität. Die Ghettos sind auch schon zu Diepgens Zeiten entstanden. Da war es Priorität, linke Projekte im Auge zu behalten. Herr Wegner hat mit seinem Interview nichts beigetragen, der CDU die Landesregierung zutrauen zu wollen.

  12. 20.

    Bei vergangenen Bundestagswahlen wurde Frau Grütters in Marzahn-Hellersdorf aufgestellt. Diesmal ist es Mario Czaja, der von hier ist. Und er ist ein Direktkandidat ohne Netz - d.h. nicht abgesichert durch die Liste. Das war die Frau Grütters immer.

  13. 19.

    "Doch leider wird die Berliner CDU immer noch überwiegend aus Reinickendorf". In Reinickendorf musste die Merkel-Vertraute Grütters versorgt werden. Nachdem sie in der Landes-CDU als Chefin ausgebootet wurde, wurde Grütters den Reinickendorfern einfach vor die Füße gestellt. Grütters hatte bisher nicht die Bohne etwas mit Reinickendorf zu tun gehabt. Da Reinickendorf bisher CDU Hochburg war, hofft Grütters, den Abschied aus dem Politikbetrieb vermeiden zu können. Ich bin gespannt, ob die Rechnung aufgeht.

  14. 18.

    Die CDU-Wahlkreiskandidaten bei mir in Marzahn-Hellersdorf sind durchaus wählbar. Doch leider wird die Berliner CDU immer noch überwiegend aus Reinickendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf gesteuert. Schade eigentlich.

  15. 17.

    Nee, das liegt nicht am Bundestrend, das liegt an der Fehlbesetzung der Kandidaten der CDU, für Berlin genauso wie für die Bundeswahl.

  16. 16.

    "Die(se) Partei, die(se) Partei hat niemals recht".

    Das neu Bundes Wahlkampfteam erinnert stark an die rechte CDU unter Kohl. Hetzen gegen Linke "Volksfront" . Es fehlt nur noch die Hetze gegen Ausländer, Arbeitslose - dann ist die CDU wieder auf alten ( jetzt Afd ) Kurs.

    Kann man Merkel nicht klonen - die hat nie gehetzt .

  17. 15.

    Mit Monika Grütters als Kandidatin stünde die CDU jetzt besser da.

  18. 14.

    Ist ja richtig, was Sie sagen, aber dazu muss man ihn erstmal wählen.

  19. 13.

    "Berlin braucht einen neuen Politikstil, einen echten Politikwechsel."

    Mag sein. Das man dies nun ausgerechnet von der CDU erwarten kann, die noch vor 5 Jahren regierte bzw. die direkte Vorgängerregierung stellte und auch nicht mehr auf die Reihe bekam als RRG - darf man doch stark bezweifeln.

  20. 12.

    Lieber Herr Wegner:
    Nicht quatschen sondern machen !

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