Nach Rückzug wegen Plagiatsaffäre - Müller hält an Giffey als Berliner Spitzenkandidatin fest

"Michael Müller (SPD, l-r), Regierender Bürgermeister von Berlin, Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sprechen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz"; © Gregor Fischer /dpa
Bild: Gregor Fischer /dpa

Der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller sieht in dem Rücktritt von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (beide SPD) kein Hemmnis für deren SPD-Spitzenkandidatur in Berlin. Giffey habe die Hintergründe für ihren Rücktritt erklärt und "mit offenen Karten gespielt", sagte Müller am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin".

Müller sagte, er finde es "gut und richtig", dass Giffey sage, sie stehe zur Verfügung und jeder wisse, woran er bei ihr sei. "Die Berlinerinnen und Berliner werden im September die neuen Voraussetzungen kennen und werden dann bei der Wahl entscheiden können, wie sie zu Franziska Giffey stehen, ob ihnen der Doktortitel so wichtig ist oder nicht." Müller zeigte sich überzeugt, dass sehr viele Berliner auf Grundlage ihrer Arbeit auch im Bundeskabinett dann ihre Wahlentscheidung treffen werden.

SPD-Führung stellt sich hinter Giffey

Giffey hatte am Mittwoch ihren Rücktritt wegen der Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit angekündigt. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Kevin Kühnert nannte die Entscheidung konsequent. Giffey werbe jetzt "um neues Vertrauen für ihre Person", sagte Kühnert am Donnerstag im Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). "Es liegen alle Karten auf dem Tisch."

Giffey werbe jetzt bei den Berlinerinnen und Berlinern um neues Vertrauen. "Alle wissen, auf welcher Grundlage das passiert und können mit ihrer Stimme im September entscheiden, ob sie das tun wollen oder nicht", sagte Kühnert.

Die Kommentarfunktion wurde am 20.05.2021 um 20:32 Uhr geschlossen

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11 Kommentare

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  1. 11.

    Die arme Frau, warum schützt sie denn keiner für dem drohenden Wahldebakel. Oder ist das die neu verstandene Menschlichkeit der Genossinnen und Genossen, wenn man Frau Giffey hier ins offene Messer als Sündenbock laufen lässt?

  2. 10.

    Stimmt, jetzt weiß jede/r woran er/sie bei ihr ist. Als Familienministerin hatte sie sich voll in den Dienst für die Familien und der Bundesrepublik gestellt. Mit Eid und allem drumherum. Mitten in der größten Krisenzeit (nicht nur) für Familien lässt sie diese dann im Stich um ihren Wahlkampf als Berliner Bürgermeisterin nicht zu gefährden. Ihre Kollegin im Justizministerium lässt sie damit auch alleine. Als hätte die gerade nichts anderes zu tun. Und wenn sie dann Bürgermeisterin ist und irgendwas anderes im Raum steht heißt es dann auch wieder "Giffey First". Dann stehen nicht nur die Berliner Familien weiterhin im Regen sondern ganz Berlin. Liebe SPD, ist das wirklich euer Versprechen für den Wahlkampf? Ist das weiterhin eure Spitzenkandidatin? Falls ja, seid ihr für mich damit leider nicht mehr wählbar.

  3. 8.

    ich möcht Felix Krull !!!!!!!!
    nee, ehrlich jetzt, wer kann diese Person wählen ?????? bitte, liebe Wähler, zerstört nicht den Glauben, an ein bisschen Möglichkeit, einer sauberen Politik, in der Hauptstadt dieses Landes

  4. 7.

    Wenn man im Sinkflug ist nimmt man alles was man kriegen kann um in der Politik zu bleiben. Moral kennt er nicht

  5. 6.

    Ich würde sie auf jeden Fall wählen.
    Sollte die Opposition aber ihr Ziel erreicht haben und die FU ist eingeknickt, Frau Giffey somit dann leider keine Bürgermeisterkandidatin, schlage ich vor, einen der Kommentatoren von hier zu wählen, die sind sooooo schlau, die können das bestimmt.

  6. 5.

    Berichtigung! Das bezieht sich nicht nur für die Stadt Berlin sondern auch bundesweit! So ist es richtig!

  7. 4.

    Kurt Krömer wurde doch schon als Bundeskanzler vorgeschlagen. Kann er aber nicht, da er laut eigener Aussage einen Knebelvertrag auf Lebzeiten mit dem RBB hat;-);-)

  8. 3.

    Prima, Herr Müller und die gesamte Berliner SPD machen Betrug nun also salonfähig. Und Herr Müller will auch noch in den Bundestag. Bei CDU- und AfD-Mitgliedern hätten sich die SPDler mit Forderungen, auf alle Ämter zu verzichten, gegenseitig übertroffen. Auch ein im Vergleich zu Schavan u. v. z. Guttenberg halber Betrug bleibt immer noch ein Betrug.

  9. 2.

    Weil die spd keine Alternative hat, wenn ich das Spitzenpersonal der spd so anschaue! Das bezieht sich nur für die Stadt Berlin sondern auch bundesweit! Muss eigentlich der spd zu denken geben!

  10. 1.

    Klar und konsequent. Wenn man meint, schlimmer geht's nimmer. Angesichts der aktuellen Qualität des Senats, könnte allenfalls noch Kevin Kühnert das Niveau senken. Oder dann doch Rahed Saleh? Nein, es wird Zeit für Kurt Krömer.

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