Analyse | Abgeordnetenhauswahl 2021 - Wo die Parteien in Berlin ihre Hochburgen haben - und wo nicht

Eine Karte zeigt die Ergebnisse der Abgeordnetenhauswahl in Berlin verteilt auf die Wahlkreise (Quelle: tagesschau)
Bild: tagesschau

Die SPD konnte bei der Berlin-Wahl in Neukölln richtig punkten, die Grünen verzeichneten ihren Höchstwert in Friedrichshain-Kreuzberg. Drei Parteien mussten eine Nullrunde hinnehmen. Von Dominik Ritter-Wurnig und Philipp Rother

Die feingliedrige Auswertung der Hochburgen in den 2.254 Wahlbezirken bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl zeigt nur das Ergebnis der Wahl an der Urne. Die Ergebnisse der Briefwahlstimmen werden durch die Landeswahlleitung nicht so exakt angegeben.

Die SPD von Spitzenkandidatin Franziska Giffey hat die Berliner Abgeordnetenhauswahl laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis vor Grünen und CDU gewonnen. Die SPD konnte am Sonntag 21,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

Ihre Hochburg haben die Sozialdemokraten in Neukölln. Im Wahlbezirk 08430 verzeichneten sie die größte Zustimmung. Dort stimmten 42,9 Prozent der Wählenden an der Urne für die SPD. Am schwächsten waren die Sozialdemokraten im Wahlbezirk 12517 in Reinickendorf mit 6,1 Prozentpunkten.

Die CDU holte berlinweit 18,1 Prozent der Stimmen. Den Höchstwert verzeichneten die Christdemokraten mit 41,4 Prozent im Spandauer Wahlbezirk 05401. Die wenigsten Stimmen (1,7 Prozent) erhielten sie im Wahlbezirk 02625 in Friedrichshain-Kreuzberg.

Die Grünen erzielten mit 18,9 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Berlin-Wahl. Im Wahlbezirk 02125 in Friedrichshain-Kreuzberg holten sie sogar 49,3 Prozent. Das war der Höchstwert in ganz Berlin. Die wenigsten Stimmen bekam die Partei von Spitzenkandidatin Bettina Jarasch mit 2,4 Prozent im Bezirk 03201 (Pankow).

Die Linke erzielte ihren Höchstwert (35,3 Prozent) im Wahlbezirk 02203 in Friedrichshain-Kreuzberg. Gar keine Stimme gab es im Bezirk 01702 in Mitte. Berlinweit kam die Linke auf 14,0 Prozent der Stimmen.

Die AfD erreichte berlinweit 8,0 Prozent der Stimmen. 32,4 Prozent der Wählenden votierten im Wahlbezirk 10304 in Marzahn-Hellersdorf für die AfD, keine Stimme gab es im Bezirk 01701 in Mitte.

Auch die FDP bekam in diesem Wahlkreis (01701 in Mitte) keine einzige Stimme. Die meisten Bürger entschieden sich mit 21,9 Prozent im Wahlbezirk 04423 in Charlottenburg-Wilmersdorf für die Freien Demokraten. 7,2 Prozent der Stimmen gingen insgesamt in Berlin an die FDP.

Interaktive Karte

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Karte Abgeordnetenhauswahl

Sendung: Abendschau, 27.09.2021, 19:30 Uhr

Beitrag von Dominik Ritter-Wurnig und Philipp Rother

4 Kommentare

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  1. 3.

    Hälfte niedriger sein soll als in den umliegenden Wahlbezirken - auch sehr ungewöhnlich. Und wenn man sich dann noch die Diskrepanz zwischen der Anzahl der abgegebenen Erststimmen und der angeblichen Gesamtwählerzahl anschaut, wird es vollends krude. Nur so eine Idee: Könnte es sein, dass in diesem Wahlbezirk schlicht und einfach ca. 100 SPD-Zweitstimmen verloren gegangen sind?

  2. 2.

    Zunächst einmal möchte ich meiner Vorrednerin widersprechen - ich finde die Grafiken ausgesprochen informativ. Vor allem bei der SPD - denn das Wahlergebnis im Wahlbezirk 12517 ist dann doch recht merkwürdig, wenn man sich die Ergebnisse der anderen benachbarten Wahlbezirke anschaut, die sich soziodemographisch nicht besonders von einander unterscheiden. Vielleicht hilft ein genauer Blick auf die Auszählungsergebnisse bei der Landeswahlleitung:
    https://www.wahlen-berlin.de/wahlen/BE2021/AFSPRAES/ergebnisse_stimmbezirk_12517.html
    Da fallen schon ein paar Unstimmigkeiten auf: Zuerst die enorme Abweichung der Erst- und der Zweitstimmen für die SPD - nach Erststimmen ist die SPD in diesem Wahlbezirk nämlich stärkste Kraft. Wäre theoretisch noch erklärbar, wenn die Direktkandidatin dort evtl. wohnt und eine starke Unterstützergruppe besitzt, die jedoch ansonsten nicht "auf Parteilinie" ist. Seltsam wirkt aber auch die Wahlbeteiligung, die in diesem Stimmbezirk angeblich fast um die

  3. 1.

    Ihre Graphiken sind bunte Bilder aber nutzlos

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