Wahlen am 26. September - Wie Wohnungslose in Berlin wählen können

Eine Obdachlose Person in Berlin (Quelle: imago images/Jürgen Ritter)
Bild: imago images/Jürgen Ritter

Wie viele Menschen ohne festen Wohnsitz in Berlin leben, darüber gibt es nur Schätzungen. Ihre Wahlstimme dürfen sie am 26. September trotzdem abgeben. Dafür müssen sie allerdings einen Antrag stellen - und sich an gewisse Stichtage halten.

An den Wahlen am 26. September dürfen in Berlin auch Personen teilnehmen, die nicht im Melderegister eingetragen sind. Das teilte die Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin am Mittwoch mit.

Personen ohne festen Wohnsitz müssen demnach die Aufnahme ins Wählerverzeichnis beantragen. Den Antrag können sie beim Wahlamt des Bezirkes stellen, in dem sie sich gewöhnlich aufhalten, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Mit dem Antrag müssen die Personen erklären, dass sie wahlberechtigt und in keinem Melderegister verzeichnet sind.

Antrag bis spätestens 3. September

Wenn sie darin erklären, dass sie sich seit dem 26. Juni 2021 gewöhnlich in Berlin aufhalten, sind sie bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen sowie beim Volksentscheid "Deutsche Wohnen & Co enteignen" wahlberechtigt. Wenn sie erst später nach Berlin gekommen sind, dürfen sie nur bei der Wahl zum Deutschen Bundestag mitwählen.

Der Antrag muss den Angaben zufolge bis Freitag, den 3. September, während der Öffnungszeit im Bezirkswahlamt gestellt werden oder bis spätestens 5. September dort eingegangen sein.

Über die Zahl von Wohnungs- beziehungsweise Obdachlosen in Berlin gibt es nur Schätzungen. Hilfsorganisationen gehen von bis zu 10.000 wohnungslosen Menschen aus. Nach Ergebnissen einer Zählung im Februar 2020 leben etwa 2.000 Obdachlose in der Stadt.

 

Sendung: Abendschau, 18.08.2021, 19:30 Uhr

14 Kommentare

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  1. 14.

    Das Bild macht mich wütend... und unsere Politiker wollen halb Afghanistan aufnehmen... schämt euch

  2. 13.

    Obdachlose sind zumeist derwegen Obdachlos, weil sie das Procedere bei Behörden und Ämtern nicht können und oder nicht wollen. Es ist tatsächlich zynisch anzunehmen, dass das bei den Wahlscheinen anders sein soll.

  3. 10.

    Hallo Politiker,
    hättet Ihr die Milliarden statt in den Afghanistan-Krieg in die Beseitigung von Hunger + Obdachlosigkeit gesteckt, wäre vielen Menschen viel Leid erspart geblieben.
    Ein Hohn, Menschen die was zum Essen suchen oder erfrieren, mit der Übergabe von Briefwahlunterlagen eine Freude zu machen.

  4. 9.
    Antwort auf [Gerd] vom 18.08.2021 um 20:38

    Ganz einfach: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

  5. 8.

    Was haben die Kommentare mit dem Wahlrecht für Obdachlose zu tun?
    Was hat es mit vor der "EU gut dazustehen" zu tun?

    Aber zum Thema:
    Wie sind eigentlich die Öffnungszeiten des "Bürgeramts für Obdachlose", die dringend Hilfe brauchen?

  6. 7.

    Selbstverständlich ist man im Rentenalter noch so flexibel, dass man sich mit fremden Menschen "sehr gerne" Küche, Dusche und WC teilen möchte!! Die neu vermietete Einraumwohnung kostet in Großstädten meist auch mehr als eine schon Jahrzehnte bewohnte 2-3 Raumwohnung!
    Und schließlich sind die meisten älteren Menschen auf ihr bekanntes soziales Umwelt angewiesen....

  7. 6.

    Ja, ich weiß die vulnerablen "Gruppen" sind lästig geworden...was halten Sie davon liebe Nicole,ich ziehe mit meinem Freund (hat auch noch eine eigene Wohnung)bei Ihnen ein und gründen eine WG.
    Sie gehen schön arbeiten und wir chillen bei Ihnen,streicheln ihre Katze und sind glücklich. Deal?

  8. 5.

    Rentner können auch WGs gründen, dann brauchen sie nur 35% der Rente aufwenden. Denn 2-3 Zimmer für eine Person ist zu viel.

  9. 4.

    Wir haben Platz, leider nicht für jeden.
    Ja,ich weiß einige wollen keine Wohnung mehr, aus welchen Gründen auch immer.
    Wir präsentieren und nach außen Hui,Gold und Glanz und innen?
    Wir tun so,als wären wir das reichste Land der Welt, leider sagen die nackten Zahlen und Fakten
    und Schicksale etwas anderes aus. Einfach mit offenen Augen durch die Weltmetropole Berlin gehen. Gold und Dreck, alles zu sehen.
    Wenn ein Rentner mittlerweile 70% seiner Rente für eine Wohnung ausgeben muss, läuft das in die falsche Richtung.
    Das die Wohnsituation und die Preise dafür demnächst noch verschärfter wird, kann sich jeder selbst ausmalen.
    Der Ton wird noch schärfer werden.
    Aber auch das schaffen wir?
    Man wird sehen.
    Netiquette eingehalten RBB?

  10. 3.

    Allen wird geholfen um gut vor der EU dazustehen. Aber was ist mit deutschen Wohnungslosen? Was ist mit deutschen die nicht wissen wie sie über den Monat kommen sollen? Was ist mit denen die eine größere Wohnung brauchen? Die eigene Bevölkerung wird vergessen. Immer mehr Alte müssen arbeiten gehen. Deutschland verschenkt Gelder ganz groß und erhöht sich selber die Diäten.
    Für mich ist keine Partei dafür wählbar.

  11. 2.

    Vielleicht wählen Sie dann eine Partei, die allen Obdachlosen eine Wohnung und echte Teilhabe bieten, vielleicht die FDP? Die Welt kann so zynisch sein.

  12. 1.

    Diese "demokratische Teilhabemöglichkeit" hilft Obdachlosen natürlich ungemein und lässt sie ihre schlimme Situation ganz sicher leichter ertragen!! Einfach nur zynisch, was aber trotzdem den Initiatoren bestimmt das wohlige Gefühl einer guten Tat bereitet!

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