Mike Schubert (SPD), Foto: Mike Schubert
Video: Brandenburg aktuell | 14.10.2018 | Christine Stellmacher | Bild: Mike Schubert

SPD stellt weiter Oberbürgermeister - Mike Schubert beerbt Jann Jakobs in Potsdam

Die SPD behält einen Oberbürgermeister in Brandenburgs kreisfreien Städten: Mike Schubert setzte sich in der Stichwahl in Potsdam knapp gegen die parteilose Kandidatin Trauth durch - und erreichte auch die nötige Anzahl Stimmen.

Die zuletzt bei Wahlen stets gebeutelte SPD behält zumindest in Brandenburgs Hauptstadt einen Oberbürgermeister. Mike Schubert setzte sich am Sonntag knapp gegen die parteilose Martina Trauth durch, die für die Linke ins Rennen ging - und wird nun die nächsten acht Jahre als Rathauschef amtieren.

Bei der Stichwahl lag Schubert von Beginn an vorn. Nach Auszählung aller 159 Wahlbezirke kommt er im vorläufigen Endergebnis auf 55,3 Prozent der Stimmen. Auf Trauth entfallen 44,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,8 Prozent - das reichte für Schubert. Am Donnerstag tagt der Kreiswahlausschuss, anschließend wird das endgültige Wahlergebnis veröffentlicht.

Schubert will Potsdam zusammenführen

Beide Stichwahl-Kandidaten gaben sich im rbb zufrieden. Schubert freute sich auf einen schweren, aber auch "wunderschönen Job", Trauth über das ordentliche Wahlergebnis: "Das zeigt, dass wir auf die richtigen Themen gesetzt haben, etwa bezahlbarer Wohnraum oder die soziale Spaltung." Sie betonte, es wäre ein Zeichen, dass sich die Potsdamer eine gemeinsame Führung mit einer starken Linken wünschen.

Auch Schubert meinte, dass er das Wahlergebnis als Auftrag sehe, die Stadt mit allen politischen Kräften zusammenzuführen, mit "Beteiligung über Parteigrenzen hinaus". Um Potsdam so zu gestalten, dass sich jeder Einwohner wohlfühlt, wolle er in den nächsten Wochen alle Beteiligten an einen Tisch holen.

Amtsinhaber Jakobs trat nach 16 Jahren nicht mehr an

Der scheidende Amtsinhaber Jann Jakobs (SPD) freute sich über den fairen Wahlkampf sowie den Erfolg des bisherigen Sozialbeigeordneten: "Ich gratuliere Mike Schubert und wünsche ihm ein gutes Händchen in den kommenden Jahren. Ich bin überzeugt davon, dass er die Aufgaben hervorragend bewältigen wird", sagte Jakobs, der am 27. November nach 16 Jahren im Amt seinen letzten Arbeitstag im Stadthaus hat.

Sein Nachfolger nahm die Herausforderung sogleich an: "Ende November werden wir sofort damit beginnen, die Herausforderungen einer wachsenden Stadt anzupacken und die Aufgaben zu lösen", sagte Schubert, "ein wichtiger Punkt ist das Thema Verkehr." Er werde mich mit Landrat Wolfgang Blasig und dem Brandenburger Oberbürgermeister Steffen Scheller verabreden und gemeinsam mit Ihnen über die Verkehrsinfrastruktur in der Region reden, so Schubert.

Nach Auszählung aller 159 Wahlbezirke kommt Mike Schubert auf 55,3 Prozent der Stimmen. Auf Trauth entfallen 44,7 Prozent.

Sendung: Brandenburg aktuell, 14.10.2018, 19:30 Uhr

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14 Kommentare

  1. 14.

    Am Bürgermeister!

    Wie kann es sein das meine Schwiegermutter keine Wohnung bekommt?
    Sie hat ein WBS ist beim Wohnungsamt gemeldet und nichts passiert.
    Wir selber sind für Sie auf suche haben eine gefunden und bekommt sie nicht von pro Potsdam.Mit der Aussage wir müssten uns ans Wohnungsamt Wänden...........sorry was soll den das nun.Steine und immer wieder Steine werden alte Menschen im Weg gelegt die Jahre gearbeitet haben und nun betteln müssen damit Sie Altersgerechte Leben können.
    Was sagen Sie dazu?Wo bleibt der Wohnraum für alle???

  2. 13.

    Brandenburg ist nun mal SPD-geführt, schon seit eh und je. Ein Wechsel wäre mal gut gewesen. Aber, es sollte nicht sein. Der Logan "Potsdam ist kein Parkplatz" von der SPD fand ich unüberlegt. Dadurch wurde so manche Stimme für die SPD noch umgelenkt. Wo soll man sonst parken? Zu wenig Parkhäuser, diese viel zu teuer, nach 20 Uhr fahren die öffentlichen Verkehrsmittel nur noch schleppend usw. Aber warten wir mal ab, was in den nächsten Jahren so alles Positiver wird in Potsdam.

  3. 12.

    Das ist mir zu pauschal gedacht. Ob die Nichtwählenden nun für oder gegen einen sind, ist in meinen Augen offen. Ich würde sie - verstanden in einem neutralen, nichtwertenden Sinn - als gleichgültig bezeichnen.

    Ggf. könnte und sollte eine Rubrik eingefügt werden: Keine/r der Kandierenden.
    Dann wüssten wir das genauer.

  4. 11.

    wen man nicht wählt. zählt es wie ob man wählt. wen man den wählzettel ungültig macht. zählt es wie ob man nicht wählt somit nur die mehrheit. dieser bürgermeister hat nur eine zustimmung von den bürger gerade mal von 20.9%

  5. 10.

    Wieso "knapp" gewonnen? Knapp wären 2% Abstand zur Verfolgerin, es sind aber 10, 6%. Also "klar" gewonnen.
    Die SPD muß in den Medien nicht bevorzugt werden, sollte aber faif behandelt werden (siehe Wortwahl).
    Unter" Manipulation" fällt auch der Musterwahlzettel: Schubert durch Aufdruck "Muster" schwer leserlich, Trauth gut leserlich.

  6. 9.

    Martina Trauth hat Vieles versprochen und das Wenigste hätte sie wirklich halten können. So mächtig ist ein OB nicht, dass er bzw. sie die ihn stützende Partei vor den Kopf schlagen kann. Gleichauf mit der CDU ist die Partei Die Linke in Potsdam mehrheitlich eine Autofahrer-Partei und die eh. Landesministerin Anita Tack, die da weitergehendere und wirklich ökologische Ansätze verkörpert, ist in ihrer Partei in der Minderheit, wie sie einmal selbst erklärte.

    Beim Fahrrad und Fußgänger-gerechteren Neuzuschnitt der Potsdamer Zeppelinstraße ist die CDU eher noch verhalten, pragmatisch und realistisch gegenüber der Mehrheitsströmung innerhalb der Partei Die Linke, die das letzte Stückchen Sozialismus begraben sieht, dass auf der ehemaligen Leninallee der Verkehr (gemeint ist da selbstredend der Autoverkehr) nicht mehr vierspurig rollen könne.

  7. 8.

    Potsdam hat schon in den ersten Jahren nach 1990 viele Weichen falsch gestellt: Dazu gehört nicht nur das überdimensionierte Hauptbahnhofs-Einkaufszentrum, nicht nur das Stern-Center, was die Kaufkraft-Piraterie vergrößert, sondern auch, dass viel zu spät auf die Wiedergewinnung der wirklichen Innenstadt gesetzt wurde. Dies geschah erst nach 2001, vom Baugeschehen erst ab 2005. Vorher tat sich überhaupt nichts.

    Diesen Schwerpunkt von vornherein zutreffend gesetzt, hätten dann auch entsprechende flankierende und spekulationsbremsende Maßnahmen ergriffen werden können, anstatt sich faktisch durchzuwurscheln. Mehr als die Handschrift von Mike Schubert und selbst mehr als die Handschrift vom ehem. OB Jann Jakobs trägt dies die Handschrift von Burkhard Exner.

    So wie in Berlin analog Thilo Sarrazin ein gutes Jz. als Daumen-Drauf-Finanzsenator die erste Geige spielte und Wowereit sein gut friesiertes Gesicht nur in die Kamera hielt.

  8. 7.

    Die Stagnation und Problemverkennung geht weiter.

  9. 6.

    Da kann auch die SPD mal jubeln! Gibt ja sonst nicht mehr viel zu feiern! In Bayern bei den heutigen Landtagswahlen sind es nicht mal 10%!

  10. 5.

    Stimme Ihnen absolut zu. Trotzdem darf man die ganze Schuld nicht der SPD zuschieben, sondern den Menschen, die das ebenfalls stört und die nicht zur Wahl gegangen sind. Das ist das Schlimmste überhaupt.

    Stolz und zufrieden kann Schubert mit einem knappen Ergebnis und so geringem Rückhalt durch geringe Wahlbeteiligung nicht sein! Selbst wenn er gewonnen hat, sollte ihm das Ergebnis zu denken geben - besonders was die Punkte angeht, die Sie angesprochen haben.

  11. 4.

    Die SPD regiert schon so lange in Potsdam und trotzdem sind alle Probleme eingetreten, die die SPD eigentlich bekämpfen will. Stichworte Wohnungsknappheit, hohe Mieten, fehlende Schulen / Kitas und Dauerstau.

    Glückwunsch Herr Schubert. *Ironie aus*

  12. 2.

    Was passiert, wenn das Quorum nicht erreicht wird? Bleibt die OB-Stelle dann unbesetzt?

  13. 1.

    Logische Folge bei dieser politischen Kreativlosigkeit zu Ungunster der BürgerInnen.

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