Mike Schubert freut sich mit zwei Blumensträußen in den Händen über seinen Sieg bei der Oberbürgermeister-Stichwahl in Potsdam (Quelle: dpa/Settnik).
Antenne Brandenburg | 15.10.2018 | Karsten Steinmetz | Bild: dpa/Bernd Settnik

Porträt | Mike Schubert - Endlich Oberbürgermeister

Es war ein langer Weg, nun ist Mike Schubert am Ziel. Nach dem knappen Stichwahl-Sieg gegen die parteilose Kandidatin der Linken, Martina Trauth, wird der SPD-Mann neuer Chef im Potsdamer Rathaus. Ein Porträt von Karsten Steinmetz

Mike Schubert kommt aus dem Strahlen nicht mehr heraus. "Ich freue mich riesig, dass ich ab 27. November Oberbürgermeister in Potsdam sein darf." Er ist am Ziel: In der Stichwahl am Sonntag wurde er zum Oberbürgermeister der Stadt gewählt, in der er aufgewachsen ist. Ende November wird Schubert die Nachfolge von Jann Jakobs im Potsdamer Rathaus antreten – gut zwei Jahre, nachdem seine politische Karriere an einem seidenen Faden hing.

In drei Anläufen zum Sozialbeigeordneten

Nach zehn Jahren als Fraktionschef der Potsdamer SPD stellte sich Schubert im Juli 2016 zur Wahl als Sozialbeigeordneter. Die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung steht, dachten alle. Aber Schubert fiel durch, gleich zweimal. Im dritten Versuch wurde er schließlich gewählt – ganz knapp, es hing an einer Stimme, erinnert sich Schubert selbst.

Ein Erfolg für den SPD-Mann, anders als in den Jahren 2009 und 2014. Damals wollte er in den Landtag, verlor aber seinen Wahlkreis.

Scheitern und wieder aufstehen

Zu scheitern lernte Mike Schubert nicht erst in der Politik. Nach seiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann wollte er in den 1990er-Jahren als Versicherungsvertreter Geld verdienen. Der Versuch ging nach hinten los. Schubert häufte Schulden an, musste aus seiner Wohnung ausziehen. Zwischenzeitlich wohnte er als Untermieter bei dem früheren Potsdamer Oberbürgermeister und Ex-Ministerpräsidenten Matthias Platzeck.

Doch Schubert krempelt die Ärmel hoch, zahlt seine Schulden zurück, finanziert sich mit mehreren Jobs ein Politikstudium, arbeitet sich in der Potsdamer SPD hoch. Dann bekommt der Vater zweier Kinder schließlich seine Chance als Sozialbeigeordneter – und nutzt sie. Er setzt sich für den Bau von Kitas ein und erarbeitet einen Vorschlag, um das Problem von zu viel bezahlten Kita-Beiträgen zu lösen.

Als Oberbürgermeister will er nun ein günstiges Jahresticket für Busse und Bahnen einführen - gemeinsam mit dem Landrat von Potsdam-Mittelmark und dem Oberbürgermeister von Brandenburg/Havel.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.10.2018, 14:42 Uhr

Beitrag von Karsten Steinmetz

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1 Kommentar

  1. 1.

    Vielleicht reichts jetzt zum Rasierapparat.

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