Lutz Boede (Die Andere), Foto: Michael Lüder
Audio: Antenne Brandenburg | O-Ton Lutz Boede | Bild: Michael Lüder

Sein Programm | Lutz Boede, Die Andere - Lutz Boede will sich "hartnäckig und transparent" engagieren

Lutz Boede, Geschäftsführer der Fraktion Die Andere, lebt in einer Wohngemeinschaft am Rande von Potsdam und engagiert sich für alternative Jugendkultur. Im Wahlkampf setzt er auf kostenfreien Nahverkehr und niedrigere Mieten in kommunalen Wohnungen.

Der gelernte Werkzeugmacher Lutz Boede ist in Plau am See geboren und lebt seit 1984 in Potsdam. Der 53-jährige wohnt in einer Wohngemeinschaft am Rande der Potsdamer Innenstadt und engagiert sich für alternative Jugendkultur, Jugendfußball und Geflüchtete. Er selbst war zu DDR-Zeiten in Stasihaft und sagt, er könne sich deshalb gut in Menschen hineinversetzen, die sich in einer politischen Notsituation befänden oder strukturell benachteiligt seien.

Eine andere Stadt ist möglich!

Wahlkampf-Slogan von Lutz Boede, Die Andere

Politisches Engagement

Boede war Stadtverordneter in Potsdam und ist halbtags als Geschäftsführer der Fraktion Die Andere angestellt. Als OB-Kandidat hat er ein Elf-Punkte-Sofortprogramm entwickelt mit Maßnahmen, die ein Oberbürgermeister seiner Meinung nach tatsächlich umsetzen könne – darunter ein struktureller Umbau der Ausländerbehörde und die Abschaffung des Terminzwangs beim Bürgerservice.

Eine Straßenbahn ist am 21.03.2017 in Potsdam (Brandenburg) unterwegs, im Hintergrund ist die Nikolaikirche zu sehen (Quelle: dpa/Hirschberger)
Bild: dpa/Hirschberger

Sein Ziel: kostenfreier Nahverkehr

Eine autofreie Innenstadt könne er sich zwischen Breiter Straße, Hegelallee, Brandenburger Tor und Berliner Straße vorstellen, sagt Boede. Für ihn spielt der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs eine zentrale Rolle – damit trotz wachsender Stadt weniger Verkehr möglich sei. Langfristig möchte Boede "einen generellen Nulltarif im ÖPNV". Gewinnt er die Wahl, will er Radwege ausbauen und sicherer machen, mehr Tempo-30-Zonen einrichten und Spiel- und Begegnungsstraßen in den Stadtteilen schaffen. Außerdem denkt er über grüne Wellen für Radfahrer und genügend Fahrradstellplätze nach. Für Boede ist eine nachhaltige Verkehrspolitik nur möglich, wenn Autos nicht mehr Vorrang gegenüber umweltfreundlicherer Mobilität hätten.

Wohnungsbau in der Potsdamer Speicherstadt (Quelle: Imago/Koserowsky)
Bild: Imago/

Sein Ziel: niedrigere Mieten in kommunalen Wohnungen

Boede möchte mehr kommunalen Wohnungsbau durch die stadteigene Pro Potsdam umsetzen. Mieterhöhungen in städtischen Wohnungen sollen seiner Ansicht nach nur dann erfolgen dürfen, wenn saniert wurde – nicht etwa um sie an den Mietspiegel anzupassen. Außerdem plane er ein Mietenmoratorium im kommunalen Wohnungsbestand, bis geklärt sei, welche "finanziellen Spielräume es für eine Senkung der Bestandsmieten" gebe. Städtische Grundstücke und Gebäude dürften seiner Meinung nach nicht verkauft werden. Die Stadt müsse Bauland auf eigenen Grundstücken entwickeln. Zudem wolle Boede die Spekulation bei der Umwandlung von Wald und Grünflächen in Bauland stoppen.

Grundschülerinnen in Potsdam auf ihrem Weg zur Schule (Quelle: dpa/Hirschberger)
Bild: dpa/Hirschberger)

Sein Ziel: bessere Kita-Betreuung

Alle Kinder sollen laut Boede die gleichen Bildungs- und Teilhabechancen haben. Deshalb sollten Kinder mit Förderbedarf und von Geflüchteten Integrationsklassen besuchen, sagt er. Außerdem wünscht sich Boede, dass Kitas Bildungseinrichtungen mit einem breiten Angebot werden und die Stadt wieder häufiger selbst Kita-Träger ist, um den Bedarf gezielter regeln und Maßstäbe in der frühkindlichen Bildung setzen zu können. Der Betreuungsschlüssel sollte deutlich angehoben werden und alle Kinder einen kostenlosen Kita-Platz erhalten, fordert er. Eine Verpflichtung zum Kita-Besuch mindestens im Vorschuljahr möchte Boede diskutieren.

Infos im Netz

Alle Kandidatinnen und Kandidaten

  • Janny Armbruster will "Potsdam vereinen"

  • Martina Trauth will "Bürger stärker einbeziehen"

  • Mike Schubert will "Stadtentwicklung mit Augenmaß"

  • Dennis Hohloch ist der jüngste Oberbürgermeister-Kandidat

  • Götz Friederich will "Wirtschaft zur Chefsache machen"

Sendung: Antenne Brandenburg, 18.09.2018, 14.00 Uhr

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