Spitzenkandidatur für Berlin - Beatrix von Storch führt Berliner AfD in Bundestagswahlkampf

Beatrix von Storch, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion und Bewerberin für den Listenplatz 1 für die Bundestagswahl 2021, hält bei der Wahlversammlung der AfD Berlin in Berlin-Biesdorf (Marzahn-Hellersdorf) ihre Bewerbungsrede. Quelle: Christoph Soeder/dpa
Audio: Inforadio | 12.05.2021 | Sabine Müller | Bild: Christoph Soeder/dpa

Beatrix von Storch hat sich durchgesetzt: Die Berliner AfD hat sie auf den ersten Listenplatz für die Bundestagswahl gewählt - obwohl unerwartet ein Gegenkandidat antrat. Auch Ex-Fraktionschef Pazderski sicherte sich einen Listenplatz.

Die Berliner AfD geht mit Beatrix von Storch als Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf. Bei der Listenaufstellung in Biesdorf wurde von Storch am Samstag mit 110 von 219 abgegebenen Stimmen auf Platz Eins gewählt. Diese Position hatte die 50-Jährige auch schon vor vier Jahren inne.

Das Ergebnis fiel knapper aus als erwartet, weil Beatrix von Storch überraschend einen Gegenkandidaten bekommen hatte: Sebastian Maack, Stadtrat in Reinickendorf und Anhänger des offiziell aufgelösten rechtsextremen "Flügels".

Pazderski auf Platz vier gewählt

Von Storch griff in ihrer Vorstellungsrede vor allem die Grünen scharf an: "Die Grünen haben Deutschland den Krieg erklärt, die Grünen hassen Deutschland, wir lieben Deutschland." Von Storch sprach davon, es gehe nicht nur um Wahlkampf, sondern um einen Kulturkampf, gegen "Klimawahn, Islamisierung und Gender-Gaga."

Auf die Plätze zwei und drei wurden Kandidaten gewählt, die dort ebenfalls schon 2017 angetreten waren: Der Innenpolitiker Gottfried Curio und der Bildungs-Experte Götz Frömming. Platz vier sicherte sich der bisherige Berliner Fraktionschef Georg Pazderski. Er setzte sich gegen drei Gegenkandidaten durch.

Insgesamt sollen acht Kandidatinnen und Kandidaten aufgestellt werden. Realistische Chancen auf den Einzug in den Bundestag haben vermutlich die ersten drei bis vier Kandidatinnen und Kandidaten.

Proteste vor dem Tagungszelt

Pazderskis Bewerbung war offensichtlich die Voraussetzung dafür, dass er seinen Plan fallen ließ, wieder als Spitzenkandidat fürs Berliner Abgeordnetenhaus anzutreten. So konnte AfD-Landeschefin Kristin Brinker am vergangenen Wochenende ohne Gegenkandidaten auf Platz eins gewählt werden.

Wie schon am vergangenen Wochenende, als die Liste für das Berliner Abgeordnetenhaus aufgestellt wurde, gab es vor dem Tagungszelt wieder Proteste. Linke Gruppen versuchten, die Veranstaltung mit Sprechchören und lauter Musik zu stören.

Sendung: Inforadio, 12.06.2021, 08:50 Uhr

91 Kommentare

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  1. 91.

    Vollkommen unerheblich, wie viele Anzeigen und von wem: Die Ermittlungen wurden von der zuständigen Staatsanwaltschaft eingestellt. So wie beim Fußball dem Volksmund entgegen "drei Ecken - ein Elfer" nicht gilt, so wenig gilt auch "mehrere Hundert Anzeigen - eine Verurteilung".

  2. 90.

    Habe bei der Sendeanstalt auch einen Bericht zu den Grundschulen gelesen . Für mich eine eindeutige Tendenz zu Aussagen von Herrn Sarrazin . Die AfD versucht dagegen zu steuern wird aber in Zukunft immer weniger Stimmen bekommen weil es immer weniger deutsche Bürger geben wird .

  3. 87.

    Die Grünen tauchen mit der Migrationsproblematik einfach ab. Nach dem freien Fall von Baerbock wollen sie sich keinen weiteren so großen Flop leisten. Einen realistischen Beitrag zu dieser Frage gibt es von den Grünen nicht. In den Hochglanzbroschüren fabulieren sie von "einer guten europäische Flüchtlingspolitik" und "brauchen ein Ende der Blockade nationalistischer EU-Regierungen gegenüber einem europäischen Verteilungsmechanismus". Das höre ich von Merkel auch, seit etwa zehn Jahren. Kein Land in der EU will weitere Armutsmigranten.

  4. 86.

    Ihrerseits netter Versuch, denn Sie haben die Frage, ob es zu einer Verurteilung bzw. überhaupt einer Gerichtsverhandlung kam, nicht beantwortet.

  5. 85.

    Netter Versuch, wann erstattet die Polizei selbst eine Anzeige wegen Volksverhetzung? Bei der Staatsanwaltschaft gingen „mehrere hundert“ weitere Strafanzeigen gegen von Storch ein.

  6. 84.

    "mal erstattet die Kölner Polizei Strafanzeige wegen Volksverhetzung"

    Und, was ist draus geworden? Anzeigen wegen wasauchimmer gehen heute mit ein paar Klicks im Internet. Entscheidend wären gerichtliche Verurteilungen.

  7. 83.

    Ihr Lieblingsthema, wie wahr, wie wahr. Mal will sie auf Kinder und Frauen schießen lassen, mal erstattet die Kölner Polizei Strafanzeige wegen Volksverhetzung.

  8. 82.

    Eines von Fr. v. Storchs's Lieblingsthemen ist das Problem der illegalen Migration, welches sie im Bundestag offen anspricht und damit wütende Reaktionen der Altparteien hervorruft. Vom grünen Parteitag habe ich bezüglich dieser drängenden Frage nichts gehört. Bei der WELT gibt es eine relativ detaillierte Themenliste des Parteitags, die Migration war nicht dabei. Wird da jetzt einfach gekniffen? Denn die Grüne Partei hatte die Bundesregierung aufgefordert, Flüchtlinge aus aller Welt, respektive die sie als solche bezeichnet, sollen in Länder ihrer Wahl, gemeint ist Europa, auswandern dürfen. Natürlich und gerade auch nach Deutschland. Und bei Ankunft dort sollten sie möglichst gleich den deutschen Pass bekommen. Die Zeit drängt, Italien schlägt Alarm: Seit Jahresbeginn sind dreimal so viele Flüchtlinge übers Mittelmeer gekommen wie im Vorjahreszeitraum.

  9. 81.

    Sie haben recht. Aber ich sprach auch nicht davon, das sie sich von ihrer Familie distanzieren sollte sondern von der Familientradition.
    Ist schon etwas anderes, oder?

  10. 80.

    "Die Frau von Storch hat aber eine beeindruckende politische Familientradition von der sie sich nicht distanziert."

    Das klingt irgendwie nach Sippenhaft, aber genau die haben wir in D seit Mai 1945 nicht mehr, Gott sei Dank übrigens.
    Auch einige Hohenzollern waren Unterstützer und Steigbügelhalter der Nazis, muss sich deshalb jedes nach 45 geborene Mitglied dieser Familie "distanzieren"?

  11. 79.

    Die Frau von Storch hat aber eine beeindruckende politische Familientradition von der sie sich nicht distanziert.

  12. 78.

    Kristin Brinker, Ausbildung als genossenschaftliche Bankkauffrau, Architekturstudium mit Diplom in einer Zeit, wo die grüne Spitzenpolitikerin Baerbock gerademal das Vordiplom in der Politologie schaffte, dann echte Doktorarbeit, setzt natürlich einen Kontrapunkt im Vergleich von Spitzenpolitikern, allerdings ist wohl das Nazi Argument bei Brinker bisher jedenfalls so ostentativ nicht verwendet worden. Dafür hatte dann RBB korrekt davon berichtet, dass der AfD Parteitag auf einer "Brachfläche" stattfand.

  13. 77.

    Es ist nunmal der Vorteil der Opposition, Missstände der Regierung zu benennen um dann wenn sie dann selber in der Regierungsverantwortung stehen diese Missstände mitzutragen weil sie merken, das es anders nicht geht(meist aus finanziellen Gründen). Sehen wir seit 70 Jahren am Beispiel FDP. Der AfD wird es nicht anders gehen nur das sie ihr Maul ganz besonders aufreißt (wie 1933 die Vorgänger) und wird merken, das sie alle anderen aus- und gleichschalten muss (wie 1933 die Vorgänger). Ich schäme mich, das das so viele nicht sehen(wollen).

  14. 76.

    Das ist wahrlich ein Segen, Herr Anmerker aus Köpenick. Könnten sie sich ein Beispiel nehmen

  15. 75.

    Es geht wohl weniger um einige Passagen als eher um das gesamte Programm, sehr geehrter Anmerker aus Köpenick.

  16. 74.

    Deswegen bin ich gespannt, wie US Vize-Präsidentin Harris ohne Grenzsicherung ihre Drohung
    „Die USA wird auch weiterhin strikt ihre Gesetze durchsetzen und die Grenzen schützen. Wenn jemand an unsere Grenzen kommt, wird er wieder zurückgeschickt. Kommt nicht hier her“
    durchsetzen will.

  17. 73.

    Ich hatte das gestern schon geschrieben:
    Das Parteiprogramm der AFD ist demokratisch - auch wenn das manche nicht wahrhaben wollen oder auch nur als Verlogenheit hinstellen.
    Das der NSDAP war genau nicht demokratisch- die Nazis haben da sehr deutlich geschrieben, dass sie die Demokratie abschaffen wollten.