Die Brandenburger Linken haben Christian Görke zu ihrem Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gewählt. (Quelle: rbb/Oliver Soos)
Video: Brandenburg Aktuell | 24.04.2021 | Stephanie Teistler | Bild: rbb/Oliver Soos

Spitzenkandidatur knapp errungen - Brandenburger Linke schickt Görke in die Bundestagswahl

Am Ende wurde es denkbar knapp für den ehemaligen Landesfinanzminister: Mit 51,4 Prozent behauptete sich Christian Görke im Rennen um die Spitzenkandidat der Brandenburger Linken für die Bundestagswahl gegen seinen Konkurrenten Norbert Müller.

Die Linke in Brandenburg zieht mit Christian Görke in den Bundestagswahlkampf. Der ehemalige Landesfinanzminister und Linke-Landtagsabgeordnete erhielt am Samstag auf der Landesvertreterversammlung in Schönwalde-Glien (Havelland) 57 von 111 abgegebenen Stimmen.

Der 59-Jährige setzte sich damit auf Listenplatz 1 mit 51,4 Prozent gegen Norbert Müller durch. Für ihn votierten 52 Delegierte. Der Linken-Bundestagsabgeordnete erhielt demnach 46,8 Prozent der Stimmen. "Dieser Wahlkampf wird eine der härtesten Auseinandersetzungen. Die sozialen, wirtschaftlichen und finanziellen Folgen der Pandemie werden uns alles abverlangen", sagte der 59-Jährige nach seiner Wahl der Deutschen Presse-Agentur. Er werde als Spitzenkandidat dafür kämpfen, dass es dabei sozial gerecht zugehe.

Domscheit-Berg landet auf Listenplatz zwei

Im Kampf um Platz zwei setzte sich Anke Domscheit-Berg gegen die Linken-Landesvorsitzende Anja Mayer durch. Die parteilose Bundestagsabgeordnete und Netzaktivistin, die 2017 über die Liste der Linken ins Parlament eingezogen war, erhielt im zweiten Wahlgang 65 von 111 Stimmen, Mayer kam auf 43 Stimmen. Im ersten Wahlgang hatten beide Politikerinnen gleichauf gelegen. Deshalb musste ein weiterer Wahlgang durchgeführt werden. Domscheit-Berg kündigte nach ihrer Wahl den Eintritt in die Partei Die Linke an. "Nach der großen Aufregung jetzt erst mal Durchatmen und ein Schlückchen Tee trinken. Danach gilt: Auf in den Wahlkampf!", twitterte sie.

Mayer kandidiert nun auf Listenplatz drei. Die ersten beiden Plätze gelten als aussichtsreich für ein Bundestagsmandat. Aktuell sitzen vier Brandenburger Linke im Bundestag.

Slanina kritisiert Corona-Krisenmanagement

Vor den Listenwahlen kritisierte Linke-Landeschefin Katarina Slanina auf der Landesvertreterversammlung das Corona-Management der rot-schwarz-grünen Landesregierung. "Was die Schaffung von Chaos in diesem Land angeht, da leisten die Ministerinnen und Minister in Brandenburg wahrlich Übermenschliches", sagte Slanina bei dem Treffen in Schönwalde-Glien. Sie werfe Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) nicht den fehlenden Impfstoff vor, da liege die Verantwortung beim Bund, betonte Slanina. "Die gravierenden Mängel bei der Erarbeitung und Umsetzung der Impf-und Teststrategie, die werfe ich ihr schon vor".

Die Einbeziehung des Landtags bei der Erarbeitung der Corona-Verordnung bezeichnete die Linken-Landesvorsitzende als "skandalös". "Hier sollte Dietmar Woidke (SPD) dringend Nachhilfeunterricht bei anderen Ministerpräsidenten nehmen und Ursula Nonnemacher und Michael Stübgen gleich mit."

Die Vorschläge der Linken zur Bewältigung der Corona-Krise im Land seien weitestgehend abgelehnt worden, um sie Wochen später als eigene Konzepte zu verkaufen, kritisierte Slanina in Richtung Landesregierung. Die Hand der Linken zur Unterstützung der Krisenbewältigung bleibe weiter ausgestreckt.

Sendung: Brandenburg aktuell, 24.04.2021, 19:30 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Na super, das ist doch der ehemalige PDS Finanzminister in Brandenburg Görke der ich will nicht Lügen 78 Millionen Euro Steuergelder auf ZINSWETTEN verzockt hat, natürlich ohne rechtliche Konsequenzen. Wenn Kleinbürger große Politik machen wollen ist nicht mehr zu erwarten.

  2. 5.

    51,4% sind nicht gerade ein Ausdruck für Anerkennung in den eigenen Reihen. Und ich frage mich auch, was die LInken in der gesamten Zeit der Regierungsbeteiligung in Brandenburg bewegt haben? Heute sitzen sie auf der Oppositionsbank und wissen alles besser? Es würde der LINKEN ganz gut tun, ihr bisheriges Handeln in Brandenburg selbst kritisch zu hinterfragen. Und leider ist Herr Görke für mich kein Sympathieträger.

  3. 4.

    Zumindest ist auf Platz zwei der Liste Kompetenz und Sympathie gelandet. Ich schätze Frau Domscheit-Berg sehr.
    Nichtsdestotrotz scheintsich die Linkspartei organisatorisch indie gleiche Richtung wie die Landesregierung zu entwickeln, wo sich die Partei-Granden die Posten sichern und dafür auch gerne mal erfahrene Abgeordnete verdrängen...

  4. 3.

    Ich habe auch drei Kreuze gemacht, das die nicht mehr in der Landesregierung sind. Die haben schön zugesehen wie Schulen und Kliniken kaputt gespart wurden. Dass der arrogante Görke nach oben fällt war ja zu erwarten.

  5. 2.

    Ja regen sie sich nur auf, aber unser jetzige Innenminister ist um einiges unfähiger.

  6. 1.

    Es ist doch schön das die Zeit so schnelllebig ist. Die Linken werfen der jetzigen Landesregierung Chaos vor. Das ich nicht lache. Wie war es denn als sie an der Macht waren. Oder haben sie Schöneburg und Markov vergessen???? Herr Görke fällt nun auch die Treppe nach oben.

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