Kanzlerkandidatur - Berliner CDU unterstützt Söder, in Brandenburg ist Laschet Favorit

Markus Söder (CSU, hinten), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, kommt neben Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, zu einer Pressekonferenz. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)
Video: Brandenburg Aktuell | 12.04.2021 | Stephanie Teistler | Bild: dpa/Michael Kappeler

Noch ist unklar, ob die Union Markus Söder oder Armin Laschet für die Kanzlerkandidatur ins Rennen schickt. Während sich die Berliner CDU klar für Söder ausspricht, stellt sich der Brandenburger Landesverband hinter Laschet.

Die Berliner CDU stellt sich hinter CSU-Chef Markus Söder als Kanzlerkandidat der Union. Das Präsidium der Hauptstadt-CDU habe sich einhellig für eine Kandidatur des bayerischen Ministerpräsidenten ausgesprochen, teilte der CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner am Montag mit.

"Markus Söder ist der zupackende, erfolgreiche Krisenmanager, der Deutschland aus der Pandemie führen und das Land zukunftsfest machen kann", erklärte Wegner. Mit Laschet und Söder habe die Union zwei starke Ministerpräsidenten als Vorsitzende von CDU und CSU, die beide das Zeug zum Bundeskanzler hätten, betonte Wegner.

Der CDU-Landesvorsitzende sagte aber auch: "Wir sind überzeugt, dass die Menschen noch stärker Markus Söder zutrauen, Deutschland gut zu führen."

Stübgen unterstützt Laschet

Der CDU-Vorsitzende Brandenburgs, Michael Stübgen, gab am Montagmittag bekannt, dass er Armin Laschet als Kanzlerkandidaten unterstütze. Stübgen erklärte dem rbb schriftlich: "Es ist gut, dass er als Vorsitzender der CDU bereit ist, auch als Kanzlerkandidat Verantwortung zu übernehmen." Laschet habe wichtige Erfahrungen im Bundestag, im Europa-Parlament und als Ministerpräsident gesammelt.

Bis zum Vormittag hatte sich der CDU-Landesverband noch nicht zur Kanzlerfrage der Union äußern wollen. Generalsekretär Gordon Hoffmann hatte auf rbb-Nachfrage schriftlich mitgeteilt: "Beide könnten Kanzler".

Beratungen der Bundes-CDU in Berlin

Am Sonntag hatte sowohl Laschet wie auch Söder seine Bereitschaft erklärt, als Kanzlerkandidat der Union anzutreten. Söder machte dies allerdings von der Unterstützung der CSU abhängig.

Am Montag kam das Präsidium der CDU in Berlin zu Beratungen über die offene Frage der Kanzlerkandidatur zusammen. CDU-Chef Laschet hatte am Vorabend angekündigt, sich im Führungszirkel der Partei ein "Meinungsbild" zu seinen Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur einzuholen. CSU-Chef Markus Söder will am Nachmittag ab 15:00 Uhr mit dem CSU-Präsidium beraten.

Parteichefs wollen Rückhalt einholen

Es wird erwartet, dass sich beide Parteichefs den Rückhalt ihrer Spitzengremien für die Kandidatenpläne einholen wollen. In einem Gespräch am Wochenende hatten Laschet und Söder nach eigenen Angaben vereinbart, ihre Parteigremien keine formellen Beschlüsse über die Kandidaturpläne fassen zu lassen. Söder hatte seine Bereitschaft zur Übernahme der Kandidatur am Sonntag explizit davon abhängig gemacht, dass er in der CDU breite Unterstützung finde.

Die Sitzung des CDU-Präsidiums findet trotz Pandemie ausnahmsweise nicht digital, sondern in Präsenz der Beteiligten statt. Laschet begründete dies damit, dass die Partei derzeit wegen der Weichenstellungen in der Kandidatenfrage in einer "entscheidenden Phase" sei. Nach Parteiangaben können Mitglieder des Präsidiums nur nach Vorlage eines tagesaktuellen negativen Corona-Tests teilnehmen. Das CSU-Präsidium tagt per Videokonferenz.

Ein Ergebnis könnte schon am Montag bekannt gegeben werden.

Sendung: Inforadio, 12.04.2021, 9 Uhr

76 Kommentare

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  1. 76.

    Erstens gehört die CDU und CSU zusammen und ohne die Stimmen der bayrischen CSU-Wähler würde die Fraktion bei den Bundestagswahlen die Mehrheit verlieren.
    Mit diesem Pfund (weit über 50% bayrische Wählerstimmen) wusste schon Strauß erfolgreich zu wuchern. Aber zugegeben, dass waren noch andere Zeiten der Streitkultur und politischen Auseinandersetzungen.
    Insoweit hat natürlich auch ein CSU-Politiker ein Anrecht auf die Kanzlerschaft und ein Markus Söder schon allemal.

  2. 75.

    Das denke ich auch! Zumal Herr Söder alles andere als glaubwürdig ist. Denn war es nicht Herr Söder, der sagte, er gehöre nicht nach Berlin, sein Platz ist in Bayern? Stimmt! Es ist gar nicht so lange her, da war es Herr Söder, der selbst eine Kandidatur für nicht redenswert erachtete. Nee nee Freunde der Nacht, auf so einen Heuchler kann ich gern verzichten! Wie sagt der Volksmund so schön, wer einmal lügt...

  3. 74.

    Es wäre in der Tat nicht das erste Mal, dass das Gegeneinander der jeweils Kandidierenden zu einer (ganz) anderen Lösung hin mutiert.

  4. 73.

    Ich breche mal eine Lanze für Söder auch wenn mich das hier unbeliebt macht. Aber nach 16 Jahren rumgemerkel (also aussitzen und der Meinungsbildung hinterherdriften) wünsche ich mir wieder einen Kanzler mit klaren Vorstellungen und Zielen, zumindest soweit dies ohne politischen Selbstmord heute überhaupt noch geht.
    Deshalb drücke ich Söder die Daumen.

  5. 72.

    Ich hoffe die Bundestagsabgeordneten halten sich an den Vorstandsbeschluss, aus Bayern kam bisher nichts Gutes nach Berlin, ein farbloser Innenminister, ein unfähiger Verkehrsminister und dann ist da noch ein ehemaliger Verteidigungsminister... so sind die personellen Fähigkeiten in München. Brauchen wir das für den Bund?

  6. 71.

    Ich hoffe die Bundestagsabgeordneten halten sich an den Vorstandsbeschluss, aus Bayern kam bisher nichts Gutes nach Berlin, ein farbloser Innenminister, ein unfähiger Verkehrsminister und dann ist da noch ein ehemaliger Verteidigungsminister... so sind die personellen Fähigkeiten in München. Brauchen wir das für den Bund?

  7. 70.

    Da die aktuellen Umfragewerte für Laschet bei 13% sind, kann er als Kanzlerkandidat nur Erfolg haben, wenn er ein Schattenkabinett mit völlig neuer Mannschaft aufstellt, das bei der Basis und beim Wähler punkten kann. Diese Vorgabe könnte entscheidend für die Unterstützung des CDU-Präsidiums für Laschet gewesen sein.

  8. 69.

    Ach, der Söder....
    - das Hofbräuhaus ist schon da
    - einer muß ja O-Zapft rufen
    - endlich jemand, der sich über Bayernwitze ärgert
    - #Schleich di, du Freibierlätschn! als Hashtag

    Kreizkruzefix - himmeherrgott - sakramt - vakzeweria - mileckstamarsch, seid's halt net so.

  9. 68.

    Unsere Langzeitkanzlerin hat es in ihrer Amtszeit zum eigenen Machterhalt verstanden, alle aufstrebenden, jungen Politikerinnen und Politiker daran zu hindern, eine führende Rolle in der CDU zu erreichen. Das Ergebnis erleben wir jetzt.
    M.E. sind weder Herr Laschet noch Herr Söder 1. Wahl! Das sollten die Wählerinnen und Wähler bei ihrer Entscheidung im September 2021 beachten!

  10. 67.

    Wir haben seit sechzehn Monaten Pandemie. Jetzt auch noch Wahlk(r)ampf. Will der Bürger dies jetzt wirklich auch noch ertragen? Monatelang konnte sich die CDU nicht entscheiden, wer nun endlich mal Kanzlerkandidat wird.
    Alle Parteien haben längst ihren Kandidaten, nur bei der CDU war lange Zeit nichts zu hören.
    Mich interessiert dies in der derzeitigen Lage "Null Bohne", wem die CDU nun endlich mal als einzigen nominiert.
    Der Bürger will endlich wieder sein früheres normales Leben zurück. Mehr nicht.
    Wer traut sich in der derzeitigen Lage überhaupt noch die Wahrheit zu sagen, was dem Bürger nach der Wahl noch bevorsteht?
    Steuererhöhungen und andere Unappetitlichkeiten sind unerlässlich. Ein falsches Wort und das war's mit Kanzler.
    Hinzukommen jüngst möglichst schnell bereinigte "Affärchen", die nicht vergessen sind.
    Da können sich die Anderen Parteien genüsslich zurück lehnen. Wer zu spät kommt, dem bestraft bekanntlich das Leben, liebe CDU.

  11. 66.

    Leider sehe ich derzeit in keiner Partei keinen geeigneten Kandidaten oder eine Kandidatin. Am ehesten noch März oder Wagenknecht. Die CDU hat das Problem, dass Frau BK in den letzten Jahren dafür gesorgt hat, konkurrenzlos zu sein und Leute, die ihrer Macht gefährlich werden könnten, kalt zu stellen. (z. B. zu Guttenberg) Im Augenblick agiert sie als Steigbügelhalter der Grünen, frei nach dem Motto, nach mir die Sintflut.

  12. 65.

    Was mich ja verwundert ist, dass die Berliner CDU den Ich-liebe-nur-Bayern Provinzfürsten Söder unterstützt. Ist ja drollig.

  13. 64.

    "Södee wäre besser für die Grünen, Laschet wäre besser für die SPD. Für wen soll man sich entscheiden?"

    Sonneborn - es ändert sich zwar wenig, wird aber bestimmt lustiger ;-).

  14. 63.

    Ach kommen sie! Bei Sissi würden sie sich das nochmal überlegen oder? ^^ Franz! Sissi!

  15. 62.

    Ich habe nach wie vor ein Problem damit, von Bayern regiert zu werden. Da kann man ja gleich Österreicher nehmen... sorry o_O

  16. 61.

    Also warum ist Berlin für Söder, das finde ich fragwürdig...
    da ist mir die Wahl der Brandenburgischen Seite doch sehr viel sympathischer!
    Söder ist arrogant und sehr von sich überzeugt.
    Laschet ist jetzt auch nicht das Gelbe vom Ei, aber was haben wir denn noch ????
    Der Bayer soll mal schön in Bayern bleiben!

  17. 60.

    Meine Sorgen sind nicht zu groß, die braune Truppe wird wohl bald verboten.

  18. 59.

    Da haben Sie völlig recht! Jeder kann wählen, wen er will. Er schreibt ja auch Niemandem was vor. Er verknüpft nur bestimmte Ergebnisse mit bestimmten Voraussetzungen. Das ist legal!

  19. 58.

    "Das können Sie schön jedem selbst überlassen was gewählt wird und hören sie auf andere Wähler zu beleidigen."

    Wieso beleidigen? Wer die rechtsextreme AfD wählt, der wählt rechtsextrem! Was ist an Fakten beleidigend?

  20. 57.

    "Er vertritt wenigstens noch Standpunkte und ja er ist der Wirtschaft sehr zugewandt." Joa, grenzenlose Gier, Raubtierkapitalismus zu Lasten der Menschen die Deutschland am laufen halten. Aber die arbeiten ja gerne für einen lauwarmen Händedruck oder Applaus.

    Wenn Black Rock Merz Bundeskanzler wird, dann ist Deutschland verloren.