Analyse | Bundestagswahl - Hier haben die Parteien in Brandenburg jeweils ihre Hochburg

Brandenburg (Quelle: datawrapper/rbb)
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Die SPD hat die Bundestagswahl in Brandenburg dominiert und sich alle Direktmandate gesichert. Auch der Blick auf die Zweitstimmen zeichnet ein eindeutiges Bild - doch besonders im Süden zeigen sich die Hochburgen der AfD. Von Dominik Ritter-Wurnig und Philipp Rother

Die SPD hat die Bundestagswahl im Jahr 2021 gewonnen. Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommen die Sozialdemokraten deutschlandweit auf 25,7 Prozent der Stimmen. In Brandenburg erreichten sie 29,5 Prozent und holten alle zehn Direktmandate.

Doch wo lagen die Hochburgen der einzelnen Parteien? Die untenstehenden Grafiken zeigen, wie gut die jeweilige Partei bei den Zweitstimmen abgeschnitten hat - und zwar auf Ebene der Gemeinden under der vier kreisfreien Städte. Während die Erststimme über die Direktmandate entscheiden, ist die Zweitstimme maßgeblich für die Sitzverteilung im Bundestag.

Die SPD-Hochburg war mit 43,4 Prozent die Ostprignitzer Gemeinde Gerdshagen. Am schwächsten schnitten die Sozialdemokraten in Südbrandenburg ab - in Hirschfeld (Elbe-Elster) stimmten nur 14,1 Prozent der Wählenden für die Partei von Kanzlerkandidat Olaf Scholz.

Hinter der SPD folgt auf Bundesebene die Union - sie liegt deutschlandweit mit 24,1 Prozent auf einem Rekordtief. In Brandenburg stimmten 15,3 Prozent für die Christdemokraten. Den Höchstwert in der Mark erreichte die CDU mit 26,7 Prozent in der Gemeinde Friedrichswalde (Barnim), den Tiefstwert mit 7,4 Prozent in Jämlitz-Klein Düben (Spree-Neiße).

Die Grünen erreichten mit insgesamt 14,8 Prozent das beste Ergebnis bei einer Bundestagswahl in ihrer Geschichte – in Brandenburg wurden sie aber nur von 9 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gewählt. 23,4 Prozent in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) stellen den Höchstwert der Grünen dar, 1,3 Prozent im südbrandenburgischen Schraden (Elbe-Elster) den Tiefstwert.

Die FDP verbesserte sich im Bundesdurchschnitt leicht auf 11,5 Prozent und kam in Brandenburg auf 9,3 Prozent. In Briesen (Oder-Spree) entschieden sich 16,8 Prozent der Wählenden für die Freien Demokraten, im nordbrandenburgischen Carmzow-Wallmow (Uckermark) nur 2,7 Prozent.

Die AfD verlor insgesamt Stimmen und landete bei 10,3 Prozent. 18,1 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger votierten allerdings für die AfD. Die Hochburgen befinden sich vor allem an der Grenze zu Sachsen. Den Höchstwert erreichte die AfD mit 49,1 Prozent in der Gemeinde Hirschfeld (Elbe-Elster). In Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) sammelte sie nur 5,5 Prozent der Stimmen ein.

Die Linke kam bei der deutschlandweiten Auswertung der Bundestagswahl auf 4,9 Prozent, in Brandenburg auf 8,5 Punkte. Die meiste Zustimmung gab es für die Linke mit 13,8 Prozent in Strausberg (Märkisch-Oderland), die wenigste mit 2,1 Prozent in Drehnow (Spree-Neiße).

Die im Brandenburger Landtag vertretenen Freien Wähler kamen in Deutschland auf 2,4 Prozent, in Brandenburg auf 2,6 Prozent. Den besten Wert erreichten sie in der Mark mit 7,4 Punkte in Schönwald (Dahme-Spreewald), gar keine Stimmen bekamen sie in Kleßen-Görne (Havelland) und Garzau-Garzin (Märkisch-Oderland).

Die Wahlbeteiligung lag bundesweit bei 76,6 Prozent. In Brandenburg beteiligten sich 75,6 Prozent der Bürgerinnen und Bürger an der Bundestagswahl. Den Höchstwert meldete die Gemeinde Kleinmachnow mit 89,7 Prozent. In Gräben (beide Potsdam-Mittelmark) gaben dagegen nur 38,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Besonders im Berliner Speckgürtel war die Beteiligung hoch.

Schaut man sich die Wahlsieger auf Ebene der Gemeinden und kreisfreien Städte an, ergibt sich auch ein eindeutiges Bild. Hier geht es um die Frage, welche Partei bei den Zweitstimmen in einer Gemeinde oder kreisfreien Stadt die meisten Stimmen bekommen hat.

Die SPD erhielt in insgesamt 291 Gemeinden und den kreisfreien Städten Potsdam, Brandenburg an der Havel, Cottbus und Frankfurt/Oder die meisten Stimmen. Die AfD sammelte in 120 Gemeinden die meisten Zweitstimmen ein - vor allem im Süden und Südosten. Die CDU entschied lediglich die Gemeinde Friedrichswalde im landkreis Barnim für sich.

Sendung: Brandenburg aktuell, 27.09.2021, 19:30 Uhr

Beitrag von Dominik Ritter-Wurnig und Philipp Rother