Entscheidungshilfe - Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl ist freigeschaltet

Ein Teilnehmer beim Test der aktuellen Versions des Wahl-O-Mats der Bundeszentrale für politische Bildung in der Landespressekonferenz Brandenburg trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "Willst du mit mir wählen gehen?". (Quelle: dpa/Julian Stähle)
Video: Brandenburg Aktuell | 03.09.2021 | Markus Woller | Studiogast Martina Weyrauch | Bild: dpa/Julian Stähle

Der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung geht am Donnerstag online. Hier können Wahlberechtigte ihre politischen Haltungen anhand von verschiedenen Thesen überprüfen. Die Berliner Fassung ist bereits online.

Unentschiedene Wählerinnen und Wähler können sich seit Donnerstag wieder durch den Wahl-O-Mat klicken. Die Bundeszentrale für politische Bildung schaltete in Berlin und Bonn das Online-Tool frei, mit dem Nutzer ihre eigenen Positionen mit denen der zur Bundestagswahl am 26. September antretenden Parteien abgleichen können [wahl-o-mat.de].

Dazu müssen sie sich durch 38 von den Parteien autorisierte Thesen zu verschiedenen Politikfeldern klicken. Diese werden dann mit den Positionen aus den Wahlprogrammen verglichen. Am Ende erfährt der Nutzer, wie viele Übereinstimmungen er mit den jeweiligen Parteien hat.

Neu gegenüber der Bundestagswahl 2017 ist etwa, dass Nutzerinnen und Nutzer einzelne Thesen gewichten können. Die Positionen einzelner Parteien können im Vergleich betrachtet werden. Außerdem werden die Parteien mit Infotexten vorgestellt. Insgesamt beteiligen sich in diesem Jahr am Wahl-O-Mat 39 von 40 Parteien, die mit Landeslisten zur Bundestagswahl antreten.

Keine Empfehlung oder Vorhersage

Der Präsident der Bundeszentrale, Thomas Krüger, sprach von einem Informations- und Orientierungsangebot: "Der Wahl-O-Mat möchte informieren und heranführen an die Parteiprogramme." Es handele sich aber nicht um eine Wahlempfehlung oder Wahlvorhersage. Krüger bezeichnete den Wahl-O-Mat als das erfolgreichste Angebot für politische Bildung seit Bestehen der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die seit 2002 angebotene Wahlentscheidungshilfe via Internet wurde laut Bundeszentale zur vergangenen Bundestagswahl 2017 etwa 15,7 Million Mal aufgerufen. Der Inhalt des Wahl-O-Maten entstand in einer 36-köpfigen Redaktion mit zahlreichen Politikexpertinnen und -experten sowie 19 Jungwählerinnen und -wählern. Begleitet wird das Team von Sozialwissenschaftlern der Universität Düsseldorf.

Das Abfrage-Tool für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus, ebenfalls am 26. September, wurde bereits vor gut einer Woche freigeschaltet.

Kritik an fehlender Barrierefreiheit

Zur Kritik der fehlenden Barrierefreiheit für behinderte Menschen etwa durch eine Version in leichter Sprache sagte Pamela Brandt von der Bundeszentrale, es sei sehr schwierig, die 38 komplexen Thesen entsprechend zu übersetzen. Die Thesen würden durch eine andere Wortwahl und dem notwendigen Ergänzen durch Beispiele länger. Zudem erhielten die Thesen durch eine veränderte Wortwahl andere Nuancen der Bedeutung. Zur fehlenden Spracheingabe etwa für Blinde hieß es, dies ließe der Datenschutz nicht zu, da keine Eingaben beim Wahl-O-Mat gespeichert würden. Hingegen gebe es aber eine Vorlesefunktion. Der AWO-Bundesverband wie auch der Caritas-Verband hatten eine Version in leichter Sprache gefordert.

 

Mittlerweile gibt es auch mehrere themen-spezifische oder nach einem etwas anderen Prinzip funktionierende Varianten des Wahl-O-Maten. Wir stellen einige vor:

Alternativen zum Wahl-O-Maten

  • Abstimmungen / DeinWal

  • Soziales / Sozial-O-Mat

  • Umwelt / KlimaWahlCheck

  • Gleichberechtigung / Wahltraut

  • Verfeinert / Wahlkompass

  • Tinder-Prinzip / Wahlswiper

Sendung: Inforadio, 02.09.2021, 11:00 Uhr

22 Kommentare

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  1. 22.

    Diese CDU Kampagne betraf die Ausgestaltung der sozialen Marktwirtschaft, und nicht marginalen Themen.
    Das ist der Unterschied zu heute, vom dem ich sprach..

  2. 21.

    "Früher ... und diese rechts - links Schubladen waren kein Thema"

    Wann war denn dieses "früher"? Weil mir fällt da die "Rote-Socken"-Kampagne der hessischen CDU mit Roland Koch ein. Das war 2008 - also schon über ein Jahrzehnt her.

  3. 20.

    Diese Wahl - O - Mat Soll eine Entscheidungshilfe sein?
    Wenn ich die aufgeführte Fragen durchgehe, dann sind die meisten Themen, gelinde gesagt, von marginaler Bedeutung.
    Deutschland sollte sich mehr mit Themen der sozialen Marktwirtschaft beschäftigen und sich nicht in Gendern, Frauenquoten, Kopftüchern etc. verlieren. Ich kann mir deswegen Gut vorstellen, dass sichmanch einer nach dem Test über das Ergebnis sehr wundert.

    Früher stand die Ausgestaltung der sozialen Marktwirtschaft im Mittelpunkt der Politik, und diese rechts - links Schubladen waren kein Thema. Sprich, es ging nicht um Spaltung der Gesellschaft, sondern um deren Zusammenhalt.

  4. 19.

    >"Aber im Selbsttest ging es mir wie vielen meiner Freunde: Plötzlich waren wir alle „rechts“. "
    So wie in meinem Umfeld auch... Und kurze Ursachenforschung: Einige Fragen wurden zu stringend beantwortet, weil kein ja aber... möglich ist. Und wichtig! Bei der Parteienauswahl eben nur die Parteien des eigenen persönlich bevorzugten Spektrums vergleichen, z.B. von Mitte bis Links. Alle Parteien zu vergleichen bringt nichts, weil selbst die AfD und NPD Schmeicheleien für die bürgerliche Mitte im Programm hat.

    >"Oder hat der Wahl-O-Mat merkwürdige Vorlieben?"
    Nein! Der Wahl-O-Mat ist eine rationale Datenbank-Maschine! Wenn Sie die NPD mit in die Parteien-Auswahl nehmen, bringen Sie selber ihre persönlichen Vorlieben in den Rechenprozess mit ein!
    Es gilt immer noch: Die Fehler einer Maschine enstehen durch den Menschen davor! ;-))

  5. 18.

    Der Nullpunkt vom Wahl-o-mat scheint merkel-gemäß nach links außen gerutscht zu sein. "Der Berliner Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung soll einem bei der Wahlentscheidung helfen. Aber im Selbsttest ging es mir wie vielen meiner Freunde: Plötzlich waren wir alle „rechts“. Oder hat der Wahl-O-Mat merkwürdige Vorlieben? " beklagt sich die WEL-Journalistin Susanne Gaschke. Wäre dem so, wäre der Wahl-o-mat Regierungs-Mumpitz. Auf den kann ich verzichten.

  6. 17.

    und
    @ Heiko | Donnerstag, 02.09.2021 | 19:59 Uhr

    Ich habs mit dem Steuer O Mat mal getestet als typischer Single nicht verheiratet ohne Kinder: Die magische Grenze des Jahresbrutto ist 48.000 EUR. Bis dahin ist Die Linke in den Steuererleichterungen vorn. Ab z.B. 48.100 EUR Bruttonjahreseinkommen ist dann die FDP vorn.
    Witzige Geschichte mit dem Steuer O Mat... Aber eben nur eine kleine Orientierungshilfe. Ohne Steuern funktioniert ein Staat ja nicht. Und wer nicht am Hungertuch nagt, der merkt ja einen fehlenden Krümel eigentlich auch nicht.

  7. 16.

    Also in meiner Gehaltsklasse verspricht die AfD die meisten Steuerersparnisse. Die Linken kümmern sich halt mehr um Durchschnitts- und Geringverdiener, darum bekommen die auch mein Kreuz.

  8. 15.

    Ich habe gerade den Steuer o Mat gemacht. Ratet mal wer mir die meisten Steuerersparnisse bringt. Die Linken !! Wie wollen die dann all das bezahlen was sie versprechen? Die reinsten Bauernfänger.

  9. 14.

    Na bei mir ist bei der Auswahl über 5 populären bundesweiten Parteien doch noch ein Ergebnis in der Nähe meiner sonst gewählten Partei utner den ersten dreien.
    Die Krux bei solchen Wahl O Maten ist, dass viele nur bis zur eigenen Haustür denken bei Beantwortung der Wahlfragen. Z.B. Tempolimit Autobahn: Viele sagen sicher nein, auch wenns sie selber wenig betrifft, weil sie kein Auto haben oder selten bis gar nicht Autobahn nutzen. In solch einem Fall nehme ich dann mal egal. Da gibts noch wenige andere Fragen, bei denen mir es egal ist. Dann kommt auch ein relativ ausgewogenes Ergebnis raus.
    Und dann ist da ja noch die Datengrundlage Wahlaussagen der Parteien. Wenn eine dabei ist, die im Wahlprogramm alles oder nichts verspricht, ist die immer bei den Ergebnisprozenten mit weit oben. Logisch. Eine Erfahrung, ob die auch sachliche Politik die letzten Jahre gemacht hat, bewertet der Wohl O Mat ja nicht.

  10. 13.

    Wahlprogramme lesen, Parteien an ihrem Handeln in den zurückliegenden vier Jahren bewerten, dann selbst Prognosen bilden und entsprechend wählen.
    Der Wahl-O-Mat zeigt nur "soziale Gewünschtheit" der Parteien, vielleicht noch ihr Selbstbild, nicht aber ihre tatsächliche Politik.
    Jedoch gut gemeintes Instrument.

  11. 12.

    Schwer zu sagen. Vielleicht definieren, welche Grundrechte und Freiheiten Ihnen wichtig sind. Schließlich gibt es Grundrechte, die mit anderen "kollidieren" können. Und in unserem Land zählt es zu einen der größten Freiheiten, mit 200 über die Autobahn zu brettern.

    Je, nachdem wie Sie das für sich beurteilen, können gänzlich ünterschiedliche Parteipräferenzen entstehen.

    Meine persönlicher Rat: nicht Rechts wählen. Die haben es bekanntlich nicht so mit Grundrechten; erst recht nicht mit Freiheit.

  12. 11.

    Ich habs gemacht und war überrascht, dass auf Platz 1 bei mir "Die Grauen" waren. Die Parteien der folgenden Plätze kannte ich überhaupt nicht. Werde mir wohl noch ein paar Wahlprogramme durchlesen müssen...

  13. 9.

    ICH SOLL meine politische Haltung überprüfen.....Gott sei Dank bestimme ich über mein Leben und meine Gedanken. Da gibt es nix zu überprüfen, von niemandem!

  14. 8.

    Vielleicht erst mal die Wahlprogramme lesen und nicht ausschließlich auf den Wahlomaten vertrauen. Oder wenigstesn die Begründungen der Parteien zu ihren Antworten beim Wahlomaten.

  15. 7.

    Sind Sie sicher das Sie schon immer links waren? Weil ich habe kaum Links-grün abgestimmt (z.B beim Gendern, NordStream2, Abwechselnd Männer&Frauen) und bekomme trotzdem die Reihenfolge Linke, Grüne, SPD, FDP, CDU, AFD.
    Von daher, beim mir wie erwartet, ohne das ich mich anpassen müsste. Bei deinwal und wahlswiper habe ich die Grünen vorn, sonst recht ähnlich. Und da war ich auch nicht für noch mehr Atomausstieg.

  16. 6.

    Wie jedes Mal ein überraschendes Ergebnis: wenn man Fragen nach Islamvereinen, Kopftuch oder anderen GANZ offensichtlich nur auf EINE Partei gemünzte Fragen als neutral beantwortet, kommt man bei "Die Partei" oder "Die Linke" raus :-) ist ja nicht schlimm - ich unterstüzte meinen Saufkumpel aus Abizeiten gerne, letztlich fühle ich mich auch nur dort noch wohl, dann alle anderen Parteien unterscheiden sich wenig, und das ganz OHNE Spassfaktor!

    Nundenn, Maddin, ich schätze Euch dieses Mal auf min. 8 %!

  17. 5.

    Ganz nette Spielerei.

    Aber eines verstehe ich nicht:

    Warum dürfen Sprach- im Gegensatz zu Mauseingaben nicht gespeichert werden?

    Ist sowas im Internet nicht generell eine große Benachteiligung von Blinden?
    Und ließe sich der entsprechende Speicher nicht nach einer bestimmten Zeit automatisch leeren?

    Übrigens würde mich mal interessieren, wie eigentlich die Wahl in Krankenhäusern, Wohnheimen und Gefängnissen so vonstatten geht.

  18. 4.

    die gleiche Frage stelle ich mir auch gerade. Aber gut der dann scheinen die Etablierten Parteien nach Links abgedriftet zu sein

  19. 3.

    Funktioniert wunderbar! Als Ergebnis habe ich zwei Parteien, mit 20% Abstand zu den anderen Gr0ßen, die ich wählen würde und schon gewählt habe.