Die Bundestagsabgeordnete Eva Högl (SPD) (Quelle: dpa/Maurizio Gambarini)
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Berlin-Mitte - SPD-Kandidatin Högl hängt trotz Verlusten Henkel ab

In Berlin-Mitte hat die Linke die meisten Zweitstimmen bei der Bundestagswahl bekommen; auch die Grünen schnitten gut ab. Die SPD musste dagegen herbe Verluste verkraften – holte aber doch wieder das Direktmandat. CDU-Mann Henkel bleibt außen vor.

Der Wahlkreis Berlin-Mitte geht an Eva Högl, SPD-Spitzenkandidatin in Berlin und stellvertretende Fraktionschefin SPD im Bundestag. Sie erzielte bei der Bundestagswahl am Sonntag als Direktkandidatin 23,5 Prozent der Stimmen.

Högl hatte den Wahlkreis bereits in den beiden vorherigen Bundestagswahlen gewonnen. 2013 reichten ihr dafür 28 Prozent – das war damals der bundesweit niedrigste Wert für einen SPD-Direktkandidaten. Dieses Mal lag ihr Ergebnis noch darunter.  

Auf Platz zwei landete Stephan Rauhut von der Linken mit 20,4 Prozent. Bei den Zweitstimmen bekam die Linke das beste Ergebnis aller Parteien in Mitte (s. unten).

Ex-CDU-Chef Henkel zieht nicht in den Bundestag ein

Frank Henkel, einst glückloser CDU-Landeschef, Innensenator und Vize-Regierungschef von Berlin, wird nicht in den Bundestag einziehen. Als Direktkandidat in Mitte kam er mit 18,6 Prozent der Stimmen nur auf Rang 3, und einen sicheren Platz auf der Landesliste hatten ihm die Christdemokraten verwehrt. Henkel wird mit seinem Parlamentssitz im Abgeordnetenhaus Vorlieb nehmen müssen.

Auf Platz 4 in Mitte landete der Grünen-Bildungspolitiker Öczan Mutlu (17,9 Prozent). Er kann nicht erneut in den Bundestag einziehen, denn auch über den Listenplatz 4 auf der Grünen-Landesliste reicht es nicht für Mutlu.

Bei den Zweitstimmen holten die Grünen in Mitte zwar gute 17,3 Prozent, landeten damit aber auch nur auf Platz 4.

AfD-Spitzenkandidatin von Storch weit abgeschlagen

Weit abgeschlagen im Wahlkreis landete AfD-Spitzenkandidatin Beatrix von Storch mit 7,9 Prozent. Nur die FDP-Kandidatin Katharina Ziolkowski bekam weniger Stimmen (6,0).

Vier Parteien nah beieinander

Bei den Zweitstimmen liegen die vier größten Parteien in Mitte wieder recht nah aneinander: die Linke mit 21,4 Prozent vor der CDU (18,7), der SPD (17,9) und den Grünen (17,3). Die stärksten Verluste fuhr die SPD ein: minus 8,2 Punkte.

 

Sendung: Ihre Wahl  2017, 24.09.2017, 20:15 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Das wahre Gesicht von Frau Högl zeigte sich gestern beim Interview in der Berliner Abendschau, als das Ergebnis noch nicht feststand. Sie war demütig, ja betroffen, weinerlich.
    Anders, wir erinnern uns, bei der Beileidsbekundung zu den Anschlägen in Barcelona, wo sie im Hintergrund herum alberte.
    Für mich das unsympathische Gesicht der SPD.

  2. 2.

    Für den Eindruck, der aufgrund eines Filmausschnitts im Zusammenhang mit der Beileidsbekundung durch Martin Schulz nach dem Terroranschlag in Barcelona entstanden ist, hat sich Frau Högl entschuldigt und erklärt, wie es dazu gekommen ist (http://www.eva-hoegl.de/2017/08/19/persoenliche-erklaerung/).

  3. 1.

    Das wahre Gesicht von Frau Högl zeigte sich gestern beim Interview in der Berliner Abendschau, als das Ergebnis noch nicht feststand. Sie war demütig, ja betroffen, weinerlich.
    Anders, wir erinnern uns, bei der Beileidsbekundung zu den Anschlägen in Barcelona, wo sie im Hintergrund herum alberte.
    Für mich das unsympathische Gesicht der SPD.

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