Deutscher Bundestag in Berlin (Quelle: dpa/Daniel Kalker)
Bild: dpa/Daniel Kalker

28 Direktmandate und Listenplätze - Diese Berliner ziehen in den Bundestag ein

Wen haben die Berliner in den Bundestag gewählt? Welche Abgeordneten bestimmen künftig auf Bundesebene mit? Und welche Auswirkungen hat das im Abgeordnetenhaus, wenn künftig einige der Politiker im Bundestag sitzen? Eine Übersicht.

Mit 28 Abgeordneten ist Berlin im künftigen Bundestag vertreten - einer mehr als nach der Bundestagswahl 2013. Zwei Parteien schicken die meisten Vertreter: CDU und Linke gewannen am Sonntag jeweils vier Wahlkreise - die CDU im Westen, die Linke im Osten. Hinzu kommen für beide Parteien jeweils zwei Listenplätze.

Gröhler hängt Renner ab

Mit Klaus-Dieter Gröhler hat die CDU in Charlottenburg-Wilmersdorf die meisten Erststimmen geholt: Er verteigte mit 30,2 Prozent sein Direktmandat für den Wahlkreis 80. Seinen Konkurrenten Tim Renner ließ er dabei nur knapp hinter sich. Renner brachte es immerhin auf 27,6 Prozent. Auswirkungen hat das aber keine, denn mit einem Platz 6 auf der SPD-Landesliste bekommt er auch auf diesem Weg keinen Sitz im Parlament.

Mit Spannung war auch die Wahl in Berlin-Spandau - Charlottenburg-Nord erwartet worden. Zum dritten Mal in Folge wollte hier Kai Wegner das Direktmandat holen. Doch er scheiterte, wenn auch knapp: Stattdessen zieht Swen Schulz für die SPD in den Bundestag. Mit 32,1 Prozent der Stimmen setzte er sich gegen Wegner durch, der jedoch trotzdem Mitglied im Bundestag bleibt - per Landesliste.

Linke holt bestes Ergebnis

Auch über die Landesliste bleibt die CDU-Landesvorsitzende Monika Grütters Mitglied des Deutschen Bundestags. Für ein Direktmandat im Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf reichte es nicht. Wie schon in den vergangenen Jahren holte Linken-Politikerin Petra Pau das Mandat - in diesem Jahr mit eindeutigen 34,2 Prozent der Erststimmen.

Die Linke stellt weitere langjährige Abgeordnete im Bundestag: Neben Petra Pau haben Gregor Gysi (Treptow-Köpenick), Gesine Lötzsch (Lichtenberg) und Stefan Liebich (Pankow) ihre Plätze per Direktmandat sicher. Gysi verzeichnete obendrein noch eine Bestleistung: In seinem Wahlkreis holte er mit 39,9 Prozent das beste Erststimmenergebnis in allen zwölf Berliner Bezirken.

Zwei Nachrücker in der Grünen-Fraktion

Über stabile Ergebnisse freuten sich am Wahlsonntag auch die Grünen. Vier Abgeordnete schicken sie in den neuen Bundestag, das einzige Grünen-Direktmandat verteidigte erfolgreich Canam Bayram im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg. Hans-Christian Ströbele war als langjähriger Grünen-Abgeordneter aus Altersgründen nicht mehr angetreten.

Neben Bayram zieht außerdem Stefan Gelbhaar als bisheriges Abgeordnetenhausmitglied erstmals in den Bundestag ein. Über die Landesliste schaffte er den Sprung, nun braucht es neue Mitglieder in der Grünen Fraktion. Für die beiden ziehen Nicole Ludwig und Daniela Billig ins Abgeordnetenhaus ein, wie die Fraktion mitteilt. Ludwig war dort bereits von 2011 bis 2016 vertreten. Mit Billig zieht die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bezirksparlament von Pankow ins Abgeordnetenhaus.

Über die Listenplätze bleiben für die Grünen außerdem Renate Künast und die Berliner Spitzenkandidatin Lisa Paus im Deutschen Bundestag.

Henkel unterliegt Högl

Die SPD schickt insgesamt fünf Abgeordnete in den Bundestag, drei von ihnen per Direktmandat. Die meisten Erststimmen holten die Sozialdemokraten in Neukölln mit Fritz Felgentreu, der sein Mandat auch zur Bundestagswahl 2017 verteidigte. 

Im Wahlkreis Mitte verteidigte außerdem SPD-Spitzenfrau Eva Högl ihr Mandat. Herausforderer Frank Henkel ging mit 18,6 Prozent zwar nicht klanglos unter, schaffte es aber auch nicht, die zweitmeisten Stimmen zu holen: Die gingen in Mitte an die Linke mit Stephan Rauhut.

Ein Nachrücker bei der AfD

Auf vier Listenplätze im Bundestag bringt es nach diesem Sonntag die AfD - unter ihnen auch Beatrix von Storch, die für das Direktmandat in Mitte kandidiert hatte. Auch der integrationspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Gottfried Curio, zog über die Landesliste seiner Partei in den Bundestag ein. Für ihn rückt Tommy Tabor in die Fraktion nach. Er ist stellvertretender AfD-Bezirksvorsitzender und Bezirksverordneter in Spandau.

Über Listenplätze im Bundestag freut sich nach der letzten Nullrunde zur Wahl 2013 in dieser Periode auch wieder die FDP. Drei Abgeordnete entsendet sie: Daniela Kluckert, die in Pankow für das Direktmandat kandidiert hatte, Christoph Meyer, der in Charlottenburg-Wilmersdorf angetreten war und Hartmut Ebbing, der mit seiner Kandidatur in Steglitz-Zehlendorf immerhin auf mehr als 9 Prozent der Erststimmen kam.

Sendung: Inforadio, 25.09.2017, 14 Uhr

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