Archivbild: Deutscher Bundestag während der Regierungserklärung von Angela Merkel (Quelle: dpa/Ulrich Baumgarten)
Video: Brandenburg aktuell | 25.09.2017 | Thomas Bittner | Bild: Ulrich Baumgarten

25 Direktmandate und Listenplätze - Diese Brandenburger ziehen in den Bundestag ein

Wen haben die Brandenburger in den Bundestag gewählt? Welche Abgeordneten bestimmen künftig auf Bundesebene mit? Und welche Auswirkungen hat es für den Landtag, wenn künftig einige Abgeordnete im Bundestag sitzen? Eine Übersicht.

Im neu gewählten Bundestag werden 25 Politikerinnen und Politiker aus Brandenburg sitzen. Zehn von ihnen gewannen in ihrem jeweiligen Wahlkreis das Direktmandat, 15 weitere ziehen über die Landesliste ein.

Die meisten Abgeordneten stellt die CDU. Sie konnte neun von zehn Wahlkreise gewinnen und stellt damit ebenso viele Abgeordnete. Unter ihnen ist auch die Oberbürgermeisterin von Brandenburg an der Havel, Dietlind Tiemann. Der ehemalige Steinmeier-Wahlkreis war jahrelang SPD-Kreis, bevor ihn am Sonntag die CDU eroberte. Konsequenz für Brandenburg an der Havel: Die Stadt muss nun ein neues Oberhaupt ernennen. Tiemann selbst schlug am Montag Bürgermeister und Kämmerer Steffen Scheller (CDU) als ihren Nacfolger vor.

Vom Oberbürgermeister zum Bundestagsabgeordneten hatte es einst auch Martin Patzelt von der CDU gebracht. Sein Herausforderer im Wahlkreis 63, Frankfurt (Oder) - Oder-Spree, war in diesem Jahr Alexander Gauland. Der AfD-Politiker war in dem strukturschwachen Kreis mit durchaus guten Chancen zur Wahl um das Direktmandat angetreten. Doch Patzelt verteidigte sein Mandat schließlich mit 27,1 Prozent der Stimmen und 5,2 Prozent Vorsprung zu Gauland.

Noch knapper für die CDU ging es im Wahlkreis 64 (Cottbus - Spree-Neiße) aus: Zwar konnte Klaus-Peter Schulze sein Direktmandat mit 28,4 Prozent verteidigen. Doch die AfD-Kandidatin Helene Marianne Spring-Räumschüssel schaffte es hier aus dem Stand auf 25,3 Prozent.

Ein Wahlkreis geht an die SPD

Aus dem Rennen ist Gauland damit dennoch nicht: Per Listenplatz zieht der AfD-Politiker in den Bundestag ein - er holte das zweitbeste AfD-Erststimmenergebnis in Brandenburgs Wahlkreisen. Insgesamt schickt die Partei nun die zweitmeisten Abgeordneten in den Bundestag. Fünf Listenplätze sind es insgesamt.

Wegen massiver Stimmeneinbußen erhalten SPD und Linke jeweils nur noch vier Sitze. Manja Schüle schaffte es als einzige SPD-Politikerin einen Wahlkreis für die Partei zu gewinnen und damit per Direktmandat in den Bundestag einzuziehen. In dem Wahlkreis 61, Potsdam – Potsdam-Mittelmark II –Teltow-Fläming II, liegt sie mit 26,1 Prozent knapp vor der CDU-Kandidatin Saskia Ludwig, die zuletzt wegen eines umstrittenen Interviews für die "Junge Freiheit" kritisiert worden war.

Domscheit-Berg zieht in den Bundestag

Die Linke schickt per Listenplatz vier Abgeordnete in den Bundestag - darunter Spitzenkandidatin Kirsten Tackmann, die bereits seit zwölf Jahren Mitglied des Deutschen Bundestags ist. Im Wahlkreis 56 (Ostprignitz-Ruppin - Havelland I) holte sie mit 17,6 Prozent jedoch nur die viertmeisten Stimmen nach der CDU, SPD und AfD.

Das Direktmandat hat Anke Domscheit-Berg verfehlt, aber über den Listenplatz zieht sie erstmals für die Linke in den Bundestag. Im prominent besetzten Wahlkreis 60 brachte sie es am Sonntag nur auf 15,1 Prozent. Besonders bitter ist das mit Blick auf die Erststimmen der AfD im besagten Wahlkreis: Mit 16,9 Prozent zog Direktkandidat Klaus-Dieter Riedelsdorf an der Netzaktivistin vorbei - und das obwohl sie eigentlich neben Dietlind Tiemann und Erardo Rautenberg als dritte Hauptrivalin galt.

FDP und Grüne mit Listenplätzen

Ebenfalls per Listenplatz zieht die FDP mit zwei Abgeordneten aus Brandenburg in den Bundestag: Spitzenkandidatin Linda Teuteberg ist eine von ihnen. Sie steht vor allem für die Offenhaltung Tegels. In ihrem Wahlkreis 61 holte sie für die Liberalen jedoch nur 7,5 Prozent der Erststimmen.

Die Grünen stellen mit Annalena Baerbock lediglich eine Brandenburger Abgeordnete im künftigen Bundestag. Ebenfalls für den künftigen SPD-Wahlkreis 61 kandidierend, zieht sie auch per Listenplatz ein. Mit der Abkehr von der Kohle als Hauptanliegen aber punktete sie bei den Wählern nur bedingt: 8 Prozent der Erststimmen erhielt die Grünen-Politikerin.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.09.2017, 11 Uhr

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