Die Spitzenkanidatin für den Bundestag Beatrix von Storch (AfD) beim Sommerinterview des rbb am 05.08.2017 (Quelle: rbb)
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Video: Abendschau | 06.08.2017 | Beatrix von Storch im Gespräch mit Agnes Taegener | Bild: rbb

Sommerinterview | Beatrix von Storch (AfD) - Von Storch plädiert für Ausschluss Höckes aus der AfD

Die Berliner AfD-Spitzenkandidatin Beatrix von Storch will die Grenzen für Flüchtlinge schließen und die Migration stärker lenken. Gleichzeitig hat sie sich zum ersten Mal offen für einen Parteiausschluss des umstrittenen Thüringer Landeschefs Björn Höcke ausgesprochen.

Beatrix von Storch hat Stellung bezogen: Erstmals hat sich die Berliner AfD-Spitzenkandidatin offen für einen Parteiausschluss des umstrittenen Thüringer Landeschefs Björn Höcke ausgesprochen. Anders als ihr Brandenburger Kollege Alexander Gauland, der die Rechtspopulisten in den bundesweiten Wahlkampf führt, sagte Storch im Sommerinterview mit dem rbb: "Dafür habe ich gestimmt, und dafür bin ich, und darüber entscheiden jetzt die Schiedsgerichte - so ist das in demokratisch aufgebauten Parteien."

"Grenzen schließen, Migration regeln"

Gleichzeitig machte von Storch keinen Hehl daraus, weiterhin an den bekannten Positionen der Partei festzuhalten, insbesondere in der Flüchtlingspolitik. Die Situation in Berlin und in ganz Deutschland müsse sich verbessern, "indem wir die Grenzen schließen, indem wir die Migration regeln, indem wir die Menschen, die aus sicheren Herkunftsländern kommen, nicht einreisen lassen und indem wir erklären, dass wir mehr Menschen nicht aufnehmen können", sagte von Storch im Gespräch mit rbb-Reporterin Agnes Taegener. Ein Land, das seine Grenzen komplett öffne, sei "nicht weltoffen, sondern dumm".

Weitere Sommerinterviews

Kein Rechts- sondern ein Linksextremismus-Problem

Zu den Ausschlüssen der AfD-Abgeordneten Kay Nerstheimer und Andreas Wild aus der Berliner Fraktion erklärte von Storch gegenüber der rbb-Abendschau: "Man muss immer reagieren, wenn etwas passiert, und ich glaube, bei einer jungen Partei muss man auch sehen, dass es solche Fälle gibt." Beide Abgeordneten waren durch ihre Nähe zum Rechtsextremismus aufgefallen. Gleichzeitig sagte die Co-Vorsitzende des Berliner AfD-Landesverbandes aber auch, dass es in Deutschland "ein Linksextremismus-Problem" gebe, "über das wir nicht reden". So gebe es Minister, die mit dem linksextremen Bereich "kollaborieren" würden.

Gegen Alkoholverbot und für ein Kreuz auf dem Schloss

An der nächsten Station des Sommerinterviews, dem Berliner Leopoldplatz, sagte die AfD-Politikerin, die auch Mitglied im Bundesvorstand ihrer Partei ist, dass sie ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ablehne. Der Platz wird unter anderem wegen seiner Trinker-und Drogenszene von der Polizei als kriminalitätsbelasteter Ort eingestuft. "Das ist ein gesellschaftliches Problem, wenn die Menschen anfangen zu trinken, weil sie zu viel Zeit haben oder keinen Job oder keine Familie", sagte die AfD-Politikerin. "Das können wir nicht mit Polizeipräsenz oder einem Verbot lösen."  

Um die Situation auf dem Berliner Alexanderplatz zu verbessern und die Kriminalität dort zu bekämpfen, setze sie sich dafür ein, eine Polizeiwache zu installieren und Straftäter schneller zu verurteilen.

Ein paar Schritte weiter, am Stadtschloss, plädiert die AfD-Politikerin dafür, auf der Kuppel des rekonstruierten Stadtschlosses wieder ein christliches Kreuz zu errichten: "Historisch war das Kreuz auf dem Schloss - also kommt es auch wieder da hin."

Kommentar

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28 Kommentare

  1. 28.

    Aha, die stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD "machte keinen Hehl daraus, weiter an den bekannten Positionen der Partei festzuhalten". Was für ein journalistisches Schlaglicht! Aber gemeint ist wohl: unverbesserlich! Natürlich bleibt die AfD bei ihren Positionen, was wäre sie sonst auch für eine Alternative? Wenn man von solchen Reverenzen an den Mainstream einschließlich der fortgesetzten Missbrauch des Kampfbegriffes "Populismus" mal absieht, kann ich den Vorrednern nur zustimmen, die dem RBB angesichts dieses Interviews einen gewachsenen Realitätssinn bescheinigen. Solchen Fortschritt kann ich der von mir bis dahin hochgeschätzten Frau von Storch angesichts ihrer unbegreiflichen und völlig unnötigen Attacke gegen Höcke leider nicht bescheinigen. Höchst bedauerlich, wenn man bedenkt, welche politischen Steilvorlagen aus Brüssel, Berlin und Hannover die AfD gerade nutzen könnte, um sich als echte Alternative für den 24.09. in Stellung zu bringen!

  2. 27.

    Sie haben nicht nur keinen deutschen Paß, sondern offensichtlich auch keine Kenntnisse der deutsche Geschichte.

    Sonst wüßte sie wohin uns solche "Parteien" stets gebracht haben. Meistens sind sie aber schnell wieder in der Versenkung verschwunden nachdem sie genügend Steuergelder abgegriffen hatten.

    Was blieb war heiße Luft, sonst nichts. Bis zur nächsten rechtspopulistischen Protestpartei.

  3. 26.

    Rechtspopulisten? Bezeichnen Sie den auch Linke und Grüne als Linkspopulisten, um sie als eigentlich nicht wählbar zu markieren? Wer wählt denn schon Populisten?

  4. 25.

    "Partei" ist ein Sammelsurium von abgehalfterten Politikern, rücksichtslosen Karrieristen und rechtspopulistischen Brandstiftern.

    In den anderen Parteien sitzen natürlich keine Karrieristen, sondern lauter ehrliche Häute, die Deutschland dienen und gegen niemanden hetzten - gegen politischen Gegner schon gar nicht, oder? Ironie Ende. AfD ist die einzige Partei, die ich wählen würde, wenn ich könnte. Habe aber keinen deutschen Pass, kann ich leider nicht.

  5. 24.

    Sehr geehrter Beoba(a)chter,

    auch wenn Sie anderes vermuten, wurde Ihr sachlicher Kommentar nicht unterdrückt. Warum er zunächst nicht freigeschaltet wurde, lässt sich im Nachhinein leider nicht mehr klären. Es könnte an dem geteilten Link gelegen haben, aber der führt ja zu einem (von unseren Inforadio-Kollegen geführten) Interview zum Thema. Absicht war es jedenfalls nicht.

    Viele Grüße aus der rbb|24-Redaktion

  6. 23.

    Diese "Partei" ist ein Sammelsurium von abgehalfterten Politikern, rücksichtslosen Karrieristen und rechtspopulistischen Brandstiftern.

    Wenn die Masse der Wähler erst einmal merkt welchen Leuten sie da aufgesessen sind wird diese "Partei" genauso schnell in der Versenkung verschwinden wie die Schill-Partei, Reps oder wie die anderen alle hießen.

    Nur die Netzwerke aus denen das immer wieder hervorkraucht, die bleiben bestehen.

    So ist es nicht weiter verwunderlich dass Fr. Storch eine schillernde Person in rechtskonservativen Netzwerken ist, zum größten Teil von ihr oder ihrem Umfeld erschaffen und unterhalten.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Beatrix_von_Storch#Netzwerkaktivit.C3.A4ten_und_Lobbyismus

  7. 22.

    Was hat H. Höcke gesagt, was schon andere vorher auch gesagt haben (z. B.Walser; Augstein) ---- damals hat sich keiner aufgeregt. Wenn ein Parteifreund hier den Ausschluß fordert, aber im gleichen Atemzug sagt daß die Partei nicht stromlinenförmig ist und verschiedene Meinungen verkraften müsste, dann zeigt sich hier mal wieder dass die Interessenlage nur an der Partei ausgerichtet ist (bzw. eigene Interessen) als an Deutschland (was ja lt. verschiedenen Parteiveröffentlichungen behauptet wird); als0 wer schadet hier wieder mal der "Partei"?
    Schluß mit Ausgrenzung und bitte das Augenmerk auf den politischen Gegner richten, Angriffsfläche gibt es mehr als genug. Nur gemeinsam ist man stark.

  8. 21.

    Herzlichen Glückwunsch. Super. So kann man Kommentare natürlich auch unterdrücken: indem man sie erst einen Tag später freischaltet.

    #Staatssender #Armutszeugnis

  9. 20.

    Welchen Grund hat denn der RBB, meinen absolut sachlichen Kommentar nicht zu veröffentlichen? Hat man ein Problem damit, wenn auf eine RBB(!)-Sendung verwiesen wird? (Interview mit Ingo Kahle mit Gunnar Heinsohn)

    Wie peinlich ist DAS denn?

    #Armutszeugnis

  10. 18.

    Ich denke mal, der Grund für die größere Anfälligkeit gegenüber rechtspopulistischen und rechtsextremistischen Tendenzen im Osten Deutschlands rührt gerade aus einem Mangel an OFFENER Diskussion. Immer schon war zu SED-Zeiten klar, was definitiv richtig und definitiv falsch war. Und auch die bloße spiegelverkehrte Umdrehung dieses Verfahrens macht das alles nicht besser.

    Selber empfinde ich das als Rigorismus: "Das ist so damit basta". Auch wenn der Bundeskanzler, der als Basta-Kanzler in die Geschichte einging, aus dem "Westen" kam. Mit dieser Mentalität ist er jedenfalls 2002 auch im Osten Deutschlands gut gelandet.

  11. 17.

    Warum?
    Was war falsch, an den Antworten von Frau Storch?...oder wieder nur dumm daher gelabert, Hauptsache dagegen!?

  12. 16.

    Es ist gut, das dieser Partei Wählerstimmen verloren gehen. Ich hoffe nur, das die AfD nicht in den Bundestag einzieht. Leider muss man diese Partei mittlerweile als rechtsradikal bezeichnen. Sowas braucht Deutschland nicht.

  13. 15.

    " Ein Land,das seine Grenzen komplett öffne,sei nicht weltoffen,sondern dumm"
    Wie Recht hat sie !!!!!!!

  14. 14.

    Ich bin positiv über das bb-Interview überrascht, sowohl inhaltlich auch von der neutralen Art und Weise. In vielen anderen Medienberichten ist die Voreingeommenheit unübersehbar. Es geht also doch. Chapeau!

    Persönlich bin ich der Meinung, dass Auftritte von Herrn Höcke sehr viele konservative und lberale Wählerstimmen gekostet hat, zumindest in unserer Region, obwohl er ja Thüringen vertritt. Die Wähler haben dort links/rot/grün an die Macht gebracht, vielleicht benötigen sie eine besondere Ansprache die andernorts unangenehm wäre.
    Die AfD hat jedenfalls viele vernünftige Mitglieder und Politiker aus dem gesamten Bevölkerungsspektrum.

  15. 12.

    " Herr Höcke spricht aus,was viele Menschen im Osten vertreten " Ist das wirklich so ? Vielleicht haben wir im " Westen " mehr Aufklärung gehabt, wohin Rassismus führt. Herr Höcke, benutzt im großem Stil das Vokabular der Nationalsozialisten ( NSDAP ) und dadurch bekommt die " AfD " viele Stimmen von Rechten Nationalisten.

  16. 11.

    Ich schätze Ihre Reden und Ansichten sehr, aber sich an Herrn Pretzelts Hexenjagd gegen Herrn Höcke zu beteiligen, ist schlicht gesagt unter Ihrer Würde. Eine echte demokratische Partei verkraftet jede Art von Meinungen. Herr Höcke spricht aus, was viele Menschen im Osten vertreten.

  17. 10.

    Bei allem Respekt und meiner Hochachtung ihrer Person , Frau von Storch , aber ohne Herrn Höcke reiten wir bei der AfD auf einem toten Pferd !

  18. 9.

    Bis auf das PAV für Höcke , stimme ich Beatrix in jedem Punkt zu !

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