ARCHIVBILD: Steffen Königer, damaliger AfD-Abgeordneter im Brandenburger Landtag (heute parteilos), bei einer Pressekonferenz der Partei am 23.05.18 in Berlin (Quelle: imago / Emmanuele Contini).
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Kommunalwahlen in Potsdam-Mittelmark - Ex-AfD-Politiker Königer tritt doch nicht auf CDU-Liste an

Der frühere AfD-Politiker Steffen Königer wollte auf der Liste der CDU für den Kreistag Potsdam-Mittelmark antreten - aber dagegen haben mehrere CDU-Kandidaten protestiert. Nun hat der parteilose Landtagsabgeordnete seinen Verzicht erklärt.

Steffen Königer wird nicht auf der Liste der CDU bei der Wahl des Kreistages Potsdam-Mittelmark kandidieren. Das hat der frühere AfD-Politiker und heute parteilose Abgeordnete am späten Samstagabend mitgeteilt. Auf seine Initiative habe es Gespräche zwischen CDU-Vertretern und ihm gegeben. Der CDU-Kreisvorstand habe daraufhin geprüft, ob eine Kandidatur grundsätzlich möglich wäre. Warum er sein Vorhaben zurückgezogen hat, führte Königer nicht aus. Auf Anfrage von rbb|24 war er am Sonntagnachmittag zunächst nicht erreichbar.

Seine Idee hatte großen Protest bei der CDU Treuenbrietzen ausgelöst. Deren Vorsitzende Anja Schmollack sagte rbb|24 am Samstag, falls Königer nachnominiert werde, würden alle fünf CDU-Kandidaten aus Treuenbrietzen ihre Kandidatur für die Kommunalwahl zurückziehen. Schmollack, die auch Mitglied des Landesvorstands ist, sagte am Sonntag der dpa, die CDU aus Beelitz und aus dem Ort Brück habe sich ähnlich geäußert. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Zuvor hatte sich der Kreisvorstand der mittelmärkischen CDU laut Anja Schmollack für eine Nachnominierung Königers im Wahlkreis Werder (Havel), Schwielowsee und Seddiner See ausgesprochen - obwohl bereits 15 Kandidaten auf der Liste stünden. Seit seinem Austritt aus der AfD im November 2018 ist Königer fraktionsloses Mitglied im Landtag, im Kreistag Potsdam-Mittelmark und in der Stadtverordnetenversammlung in Werder.

Schmollack: "Aufarbeitung bislang nicht erfolgt"

Als Begründung dafür, warum der Stadtverband Treuenbrietzen Königer ablehnte, sagte Schmollack, der frühere AfD-Parlamentarier habe sich "in der Vergangenheit mehrfach in einer Weise im Ton vergriffen, die eine Aufarbeitung nötig macht". Diese sei bislang nicht erfolgt. Zudem vermisse die CDU Treuenbrietzen eine glaubwürdige Distanzierung Königers von "menschenverachtenden Aussagen", die er als AfD-Mitglied getätigt habe und die "nicht mit den Werten der CDU vereinbar" seien.

Königer hatte als AfD-Mitglied unter anderem das Lehrermeldeportal der Brandenburger AfD auf den Weg gebracht. Er erklärte rbb|24 am Samstag, er würde einige seiner Äußerungen als AfD-Abgeordneter heute so nicht mehr tätigen. "Bei Facebook habe ich über den Migrationspakt manches zu scharf formuliert", sagte der 46-Jährige.

Ehemaliges Mitglied des AfD-Bundesvorstands

Königer war im November 2018 aus der AfD ausgetreten, nachdem er den Landesverband in Brandenburg mit aufgebaut hatte. Als Grund für seinen Austritt nannte Königer einen Rechtsruck der Partei. "Die Bürgerlichen in der AfD haben den Kampf gegen die Destruktiven in der Partei in vielen Landesverbänden endgültig verloren", sagte das frühere Mitglied im Bundesvorstand. Ziel für viele in der Partei, auch in der Spitze, sei "der Aufbau von sektenartig organisierten Gefolgschaften", in denen Treue höher stehe als Sacharbeit.

Königer schloss damals nicht aus, auch für Anträge der rot-roten Mehrheit im Landtag oder der CDU zu stimmen. Den Christdemokraten beizutreten schloss Königer für "jetzt und auch in nächster Zeit" aus, sagte er vergangene Woche der dpa.

Eigentlich wollte der CDU-Kreisverband am kommenden Mittwoch darüber entscheiden, ob Königer im Mai für den Wahlkreis Werder (Havel), Schwielowsee und Seddiner See antritt. Der frühere Bürgermeister von Werder, Werner Große (CDU), hatte über Königers mögliche Kandidatur gesagt, wichtig sei, dass er sich von früheren Äußerungen distanziert habe und parteilos sei.

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3 Kommentare

  1. 2.

    Unverständlich, warum die CDU überhaupt daran gedacht hat, jemanden aus der Konkursmasse der AfD zu übernehmen.

  2. 1.

    Versteh ich nicht ganz.
    Der hat doch die AFD verlassen um belobigt zu werden.
    Nun wird er den Austritt bereuen und bittere Tränen weinen.

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