Barnim
Bild: imago/Karl-Heinz Spremberg

Kommunalwahlen - Die Ergebnisse in Barnim

Im Barnim ist nach der Kommunalwahl 2019 die CDU stärkste Kraft im Kreistag. Sie verlor zwar an Stimmen, konnte mit 16,5 Prozent aber die Linke (15,6 Prozent) vom Spitzenplatz verdrängen, die nach Auszählung aller Stimmen fast zehn Prozent hinter ihrem letzten Ergebnis zurückbleibt. Auf Platz drei schafft es die AfD (2014: 2,1), die SPD ist mit mageren 13,4 Prozent nur noch viertstärkste Kraft im Gremium, knapp gefolgt von BVB/Freie Wähler (13 Prozent). Es folgen die Grünen (10,9 Prozent), die FDP (4,1 Prozent) und die Bauern (2,8 Prozent).

Außerdem wurden in den 25 Städten und Gemeinden Stadtverordnete und Gemeindevertreter, 18 ehrenamtliche Bürgermeister sowie in 55 Ortsteilen sechs Ortsvorsteher und 49 Ortsbeiräte gewählt.

In Bernau muss neu gewählt werden

In Bernau kam es bei der Wahl zu einer Panne: Die Zettel zweier Stimmbezirke wurden vertauscht. Die Wähler und Wählerinnen stimmten also über die Kandidaten des jeweils anderen Bezirks ab. Diese Stimmen müssen jetzt für ungültig erklärt werden - die Kreiswahlleitung schlägt vor, die Wahl in den betreffenden Bezirken zu wiederholen. Das könnte sich bei der Verteilung der Mandate auswirken.

Berliner Speckgürtel lockt Neu-Barnimer

Der Landkreis Barnim grenzt im Norden an den Landkreis Uckermark, im Westen an den Landkreis Oberhavel, im Süden an das Land Berlin und den Landkreis Märkisch-Oderland. Im Osten bildet die deutsche Staatsgrenze zu Polen (Woiwodschaft Westpommern) die Kreisgrenze.

Wie viele andere auch profitiert der Barnim von seiner Grenze zur Bundeshauptstadt Berlin. Mehrere Gemeinden im Speckgürtel verzeichnen seit Jahren steigende Einwohnerzahlen. Im Ostteil des Kreises, der fast zur Hälfte aus Wald besteht, schrumpfen die Orte dagegen mehr und mehr. Insgesamt leben im Barnim rund 181.000 Menschen, nach der Wende waren es noch knapp 150.000. Die bevölkerungsreichste Stadt ist die Kreisstadt Eberswalde mit mehr als 40.000 Einwohnern, gefolgt von Bernau mit mehr als 38.000 Einwohnern.

Mehr als 50 Prozent Wald und Wasser

Gebildet wurde der Landkreis im Zuge der brandenburgischen Kreisreform am 5. Dezember 1993 aus den ehemaligen Kreisen Eberswalde (ohne die Gemeinde Bölkendorf) und Bernau sowie den Gemeinden Hohensaaten und Tiefensee aus dem ehemaligen Kreis Bad Freienwalde. Am 1. Januar 2009 wechselte die Gemeinde Hohensaaten als Stadtteil von Bad Freienwalde (Oder) in den Landkreis Märkisch-Oderland.

Von der Gesamtfläche des Barnims sind 46,3 Prozent Wälder und rund fünf Prozent Wasserflächen.

Erneuerbare Energien und nachhaltiges Bauen als wichtige Säulen

Die Wirtschaft des Landkreises ist geprägt von der Landwirtschaft, dem produzierenden Gewerbe, vom Tourismus, Dienstleistungen und den Erneuerbaren Energien. Die Stadt Eberswalde ist einer von 15 regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg, in denen ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert werden.

Eine Besonderheit des Landkreises ist seine Fokussierung auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit für alle Bauvorhaben. So sitzt die Verwaltung des Landkreises in Eberswalde mit dem Paul-Wunderlich-Haus in einem besonders energieeffizienten Gebäude. Es wurde 2008 mit dem goldenen Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen ausgezeichnet. Die Erfahrungen beim Bau des Verwaltungsgebäudes führten zur Entwicklung eines Leitfadens Nachhaltigkeit für Neubau und Bauerneuerung, der im Landkreis Barnim als Ausschreibungsgrundlage für alle Bauansinnen gilt. Die Stromversorgung aller kreislichen Liegenschaften wurde bereits Anfang 2009 auf Ökostrom umgestellt.

Dauerthemen in den Kommunen sind der Erhalt der Dorfgemeinschaftshäuser, der Lückenschluss im Radwegenetz und die touristische Vermarktung des Gebiets.

Sendung: 27.05.2019, Antenne Brandenburg, 10 Uhr 

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Wir wollen weder "Bunt" noch "Grün", so einfach ist das und so sieht auch das Ergebnis aus und das ist auch gut so.

  2. 1.

    Als geBOrener [anstatt 1990 geKOrener] Bundesbürger (ehemals „Westberliner“) werde ich es vermutlich nie verstehen, warum in „Neufünfland“ radikal gewählt wird; ob links- [SED-PDS-„LINKE“] oder rechts-radikal, scheint inzwischen beliebig zu sein und daher für mich schlicht nicht mehr nachvollziehbar.
    Ist es wirklich das, wofür die damaligen „DDR“-Bürger 1989 auf die Straße gegangen sind und „Wir sind das VOLK!“ skandiert haben.
    Sind all die Milliarden, die bspw. in die Verkehrsprojekte „Deutsche Einheit“ investiert wurden, in der Wahrnehmung der Menschen im Märkischen Sand versickert...?

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