Cottbus
Bild: dpa/Bahnmueller

Kommunalwahlen - Die Ergebnisse in Cottbus

In Brandenburgs zweitgrößter kreisfreier Stadt ist ab sofort die AfD mit klarem Vorsprung stärkste Kraft in der Stadtverordnetenversammlung (22 Prozent). Im Vergleich zur letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren verdreifachte sie ihr Ergebnis und überholte die CDU, die nun mit 17 Prozent den zweiten Platz belegt. Die Union büßte damit mehr als zehn Prozentpunkte ein. Verluste gab es auch bei SPD und Linke, die mit 16 und 14 Prozent auf den Plätzen drei und vier folgen. Die Grünen erreichten neun, BVB/Freie Wähler sechs und die FDP vier Prozent.  

Neben den Stadtverordneten wurde am 26. Mai in Cottbus außerdem in den zwölf Ortsteilen der Ortsbeirat neu gewählt.

Ringen um den Großstadt-Status

Cottbus ist nach Potsdam die zweitgrößte kreisfreie Stadt Brandenburgs. Sie ist, umgeben vom Landkreis Spree-Neiße, das wichtigste Zentrum für den Süden des Landes. Entsprechend bestimmen auch in der Stadt die Themen des Umlandes die politische Agenda. So fallen in Cottbus viele Entscheidungen bei der umstrittenen Braunkohleförderung in der Lausitz. In der Stadt sind eine Vielzahl von Unternehmen ansässig, dazu gehört beispielsweise die LEAG, die von Cottbus aus die Verwaltung von Tagebauen und Kraftwerken in Ostdeutschland steuert.

Trotzdem leidet Cottbus wie andere Regionen Brandenburgs auch unter Bevölkerungsschwund. Die Stadt, zu DDR-Zeiten noch belebtes Zentrum einer starken Region mit Kohle- und Energieindustrie, erreichte 1976 erstmals die Marke von 100.000 Einwohnern, ab der eine Stadt zur Großstadt wird. In den vergangenen Jahren musste die Kommune immer wieder mit dieser wichtigen Schwelle ringen. Derzeit liegt sie mit gut 101.000 Einwohnern wieder etwas über der Großstadt-Grenze.

Mit dem Vollzug der deutschen Einheit im Oktober 1990 begann durch die Privatisierung der Wirtschaft ein tiefgreifender Strukturwandel in Stadt und Region. Cottbus wurde zu einem Dienstleistungs-, Wissenschafts- und Verwaltungszentrum. Nach dem für 2038 geplanten Kohleausstieg soll die Lausitz nach dem Willen des amtierenden Brandenburger Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) eine Modellregion für den Klimaschutz werden.

Kulturelles Zentrum der Sorben in Brandenburg

Dabei soll der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) eine besondere Bedeutung zukommen. Die BTU gliedert sich in sechs Fakultäten, außerdem sind zahlreiche Forschungszentren angesiedelt.

Im kulturellen Bereich beheimatet die Stadt Cottbus eine Vielzahl von Theatern, Bühnen und Ensembles. Das bekannteste ist wohl das Staatstheater Cottbus, erbaut nach Entwürfen des Architekten Bernhard Sehring. Es ist das einzige staatliche Theater in Brandenburg und stellt Schauspiel, Musiktheater und Ballett dar.

Außerdem ist Cottbus das politische und kulturelle Zentrum der Sorben in Brandenburg. In Chóśebuz, wie die Stadt auf sorbisch heißt, sitzen die Domowina, die Stiftung für das sorbische Volk sowie weitere Kultureinrichtungen der Minderheit.

Sendung: 27.05.2019, Brandenburg Aktuell, 19:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Owe, Cottbus werde ich jetzt versuchen zu meiden.

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