Frankfurt (Oder)
Bild: imago/Michael Handelmann

Kommunalwahlen - Die Ergebnisse in Frankfurt (Oder)

In Frankfurt (Oder) bleibt die Linke nach der Kommunalwahl 2019 mit 22,8 Prozent der Stimmen stärkste Kraft in der Stadtverordnetenversammlung. Im Vergleich zu vor fünf Jahren verlor sie aber knapp acht Prozent. Auf Platz zwei bleibt die CDU mit 19,9 Prozent, die allerdings ebenfalls Stimmen einbüßte. Kräftig zulegen konnte die AfD mit 18,8 Prozent der Stimmen, die in Frankfurt (Oder) mit 11,6 Prozent bereits vor fünf Jahren überdurchschnittlich punkten konnte. Zu den Gewinnern in der Stadt zählen auch die Grünen. Sie konnten ihre Stimmanteile verdoppeln und lagen am Ende bei zwölf Prozent. FDP erreichten nach Auszählung aller Stimmen fünf, BVB/Freie Wähler 3,7 Prozent.

Außerdem wurden bei der Kommunalwahl am 26. Mai in Frankfurt (Oder) neue Ortsbeiräte in neun Ortsteilen gewählt.

Grenzstadt kämpft mit Einwohnerschwund

Frankfurt (Oder) ist die kleinste der kreisfreien Städte Brandenburgs. Sie liegt am Westufer der Oder, die die Grenze zu Polen markiert. Am anderen Ufer des Flusses befindet sich Slubice, das aus dem ehemaligen Frankfurter Stadtteil Dammvorstadt hervorgegangen ist. Seit 1999 führt Frankfurt (Oder) die Zusatzbezeichnung Kleiststadt nach ihrem berühmtesten Sohn Heinrich von Kleist.

Seit der Wende kämpft die Stadt mit sinkenden Bevölkerungszahlen. Jeder vierte Einwohner kehrte ihr seither den Rücken, wobei sich die Bevölkerungszahl in den letzten Jahren leicht stabilisierte. Aktuell leben rund 58.000 Menschen in Frankfurt, kurz nach der Wende waren es noch rund 85.000. Statistiker hatten in ihren Modellen allerdings einen noch stärkeren Einwohnerschwund prognostiziert.

Im Strudel der Solar-Pleiten

Obwohl sich die Stadt direkt auf der West-Ost-Verbindung Paris-Berlin-Warschau-Moskau befindet, was viele Logistikunternehmen anzieht, ist Frankfurt immer wieder durch wirtschaftliche Krisen gebeutelt worden.

Nach der Wende errichteten in Frankfurt (Oder) zwar zahlreiche Solarfirmen ihre Werke. Doch Anfang der 2000er Jahre schlug die Krise mit voller Härte zu: Ob Odersun, Conergy oder First Solar sowie zuletzt Astronergy - Frankfurt kann inzwischen auf eine ganze Reihe von Solar-Pleiten zurückschauen.

Heutzutage ist die Stadt Frankfurt ein Wissenschafts- und Forschungsstandort. Mit dem Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik, das eine weltweit anerkannte Forschungseinrichtung im Technologiepark Ostbrandenburg ist, haben sich Unternehmen aus dem Bereich Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik, Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Umwelt- und Energietechnik angesiedelt. Der Wirtschaftsstandort ist einer von 15 sogenannten Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.

Während die Arbeitslosenquote im April 2014 noch bei fast zehn Prozent lag, liegt sie aktuell nur noch bei etwa sechs Prozent.

Frankfurt als Kulturstadt

Kulturelle Bedeutung hat unter anderem die Europa-Universität Viadrina, die 1991 neu gegründet wurde und an der heute rund 6.500 junge Leute studieren.

2001 wurde das Kleist Forum gegründet. Das Haus mit seiner beeindruckenden Architektur bietet ein weitgefächertes Programm, das von der klassischen Oper und Operette über Schauspiel, von Jazzkonzerten, internationalen Festivals wie den deutsch-polnischen Musikfesttagen, Kinder- und Schülertheater bis hin zu Lesungen, Diskussionsforen und Varieté-Veranstaltungen reicht. Es ist der jährliche Mitveranstalter der Kleist Festtage. Außerdem ist das Kleist Forum Veranstaltungsort für Tagungen und Kongresse.

Sendung: 27.05.2019, Brandenburg aktuell, 19:30 Uhr 

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Anstatt dass der OB R.Wilke sich demütig gegenüber dem Wählerwillen zeigt, wählt er leider nur das Mittel der Wählerbeschimpfung, indem er mehrere tausend Frankfurter als "fahrlässig und verantwortungslos gegenüber der Stadt bezeichnet".
    Anstatt den Kontakt zu AfD-Wählern zu suchen und sie in ihren angeblichen "Selbstbestätigungsblasen" abzuholen, diskreditiert er sie und wirft ihnen von, intolerant und verschlossen zu sein.
    Dabei haben die Wähler einfach nur ihr demokratisches Wahlrecht wahrgenommen, so wie es unser Grundgesetz garantiert.

    Offensichtlich ist der OB Wilke mit der Meinung Andersdenkender hier in Frankfurt (Oder) überfordert. Das lässt für die Zukunft unserer Stadt nichts gutes Ahnen.
    Ich bin kein AfD-Mitglied, aber ich respektiere, dass es in unserer Stadt Menschen mit anderen Lebenserfahrungen gibt, die in den Angeboten der Linkspartei keine Wahl-Alternative sehen.
    Herr Wilke ist noch jung, vielleicht sogar für den OB-Posten noch zu jung.

  2. 1.

    Erschreckend, wie blöd manche Wähler sind. AfD nix gemacht, nur zerstritten in den letzten fünf Jahren, aber Zuwachs. Dahinter kann kein politisches Bewusstsein stecken, nur Dummheit. Gut, dass die Demokraten mehr als zwei Drittel immer noch haben. Jetzt klar zur Landtagswahl: Kampf gegen rechte Dummheit!

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