Oberhavel
Bild: dpa

Kommunalwahlen - Die Ergebnisse in Oberhavel

Herbe Niederlage für die SPD in Oberhavel. Die Sozialdemokraten verloren bei der Kommunalwahl zehn Prozent und kommen nur noch auf 17,9 Prozent der Stimmen. Damit landen sie im Kreistag knapp hinter der CDU, die mit 18,9 Prozent nun stärkste Kraft ist, dabei aber im Vergleich zu 2014 ebenfalls fast acht Prozentpunkte einbüßt. Auf Platz drei schaffte es auch in Oberhavel die AfD mit 14,8 Prozent, gefolgt von den Grünen, die mit 12,8 Prozent ebenfalls ein gutes Ergebnis erreichten. Die Linke wiederum gehört mit 12,3 Prozent zu den Verlieren der Wahl. Sie erreicht 2014 noch 19,4 Prozent. BVB/Freie Wähler kamen in Oberhavel auf 6,5 Prozent, die FDP auf 5,2 Prozent.

In den 19 Städten und Gemeinden des Landkreises fanden gleichzeitig die Wahlen der Stadtverordneten und Gemeindevertreter statt. In Zehdenick musste außerdem ein neuer hauptamtlicher Bürgermeister bestimmt werden: Dabei erreichter der parteilose Kandidat Bert Kronenberg 43 Prozent der Stimmen. Er muss nun zusammen mit dem zweitplatzierten CDU-Kandidaten Waldemar Schulz (22,7 Prozent) am 16. Juni in die Stichwahl. Die AfD-Kandidatin Sabine Barthel (16,7) und SPD-Kandidat Hartmut Leib (17,6) landeten auf den Plätzen drei und vier.

Zusätzlich wurden in fünf Kommunen ehrenamtliche Bürgermeister gewählt. In 86 Ortsteilen stimmten die Wählerinnen und Wähler über acht Ortsvorsteher und 78 Ortsbeiräte ab.

Zwischen Großstadt und Landleben

Der Landkreis Oberhavel liegt im Norden des Landes Brandenburg. Mit fast 1.800 Quadratkilometern ist Oberhavel im Vergleich zu anderen brandenburgischen Landkreisen flächenmäßig relativ klein. Seit seiner Gründung 1993 bewegt er sich im Spannungsverhältnis von Großstadt und Landleben, von Technologie- und Industriestandort und unberührter Natur. Oberhavel ist inzwischen eine der stärksten Wirtschaftsregionen in Ostdeutschland, aber auch prosperierende Tourismusregion etwa mit seinem Stechlinsee an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern.

Das spiegelt sich auch in den Einwohnerzahlen wieder: Inzwischen leben in Oberhavel fast 210.000 Menschen - damit ist Oberhavel nach Potsdam-Mittelmark der bevölkerungsreichste Landkreis Brandenburgs. Und: Im Gegensatz zu vielen anderen Landkreisen in Brandenburg ist die Bevölkerungszahl seit der Wende stetig angestiegen und liegt heute fast 50.000 über dem Stand von 1993.

Der Fluss Havel ist für den Landkreis Erholungsraum, geografische Klammer, Wirtschaftsfaktor und Wasserstraße zugleich. Der Schwerpunkt der Wirtschaft liegt im Süden des Kreises, direkt an Berlins Grenze. Im Speckgürtel gibt es Einfamilienhaussiedlungen, Gewerbegebiete und Schnellstraßen samt S-Bahn-Anschluss. In diesem sehr urbanen Raum liegt Oranienburg.

Schwerpunktbranchen sind Schienenverkehrstechnik, Biotechnologie oder auch Kunststoffe/Chemie. Die Wirtschaftsstandorte Oranienburg, Hennigsdorf und Velten bilden einen von 15 Regionalen Wachstumskernen des Landes Brandenburg, in denen ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert werden.

Dauerthema Durchgangsverkehr zur Ostsee

Der andere Teil des Landkreises, weiter nördlich, zeigt sich als weites Land rund um kleine Städtchen wie Gransee, Fürstenberg oder Zehdenick. Neben ein paar größeren Betrieben dominiert dort vor allem Land- und Forstwirtschaft. Die allerdings bieten nur noch wenige Jobs. Deshalb fahren aus dem Norden viele zum Arbeiten nach Berlin oder eben in den erwähnten Speckgürtel.

Ein Dauerthema ist der Durchgangsverkehr Richtung Ostsee, der durch die Lkw-Maut auf den Autobahnen noch zugenommen hat. In Fürstenberg/Havel zum Beispiel donnern die Laster mitten durchs Stadtzentrum. Allerdings sind Umgehungsstraßen oder der Ausbau von Bundesstraßen nur mit Mitteln aus dem Bundesverkehrsministerium zu finanzieren.

Fernab der vollen Landstraßen ist der Landkreis ein Paradies für Radfahrer. Rund 400 Kilometer Radweg sind ausgebaut und führen vorbei an Seen, Flüssen, Kanälen und Wäldern. Besonders beliebt sind der Seen-Kultur-Radweg, der Havelradweg und natürlich der internationale Radfernweg Berlin-Kopenhagen, der direkt durch Oranienburg, Zehdenick und Liebenwalde führt. Entlang der Strecke gibt es jede Menge Pedelec-Stationen, um E-Bikes aufzuladen.

Sendung: 27.05.2019, Antenne Brandenburg, 5 Uhr 

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren