Potsdam-Mittelmark
Bild: dpa/Schoening

Kommunalwahlen - Die Ergebnisse in Potsdam-Mittelmark

Die CDU kann im Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 20,6 Prozent die Spitzenposition halten, verlor aber wie die SPD knapp acht Prozent im Vergleich zu 2014. Die Sozialdemokraten kommen auf 19,1 Prozent. Jeweils große Sprünge machen dagegen Grüne (von 6,4 auf 16 Prozent) und AfD (von 4,6 auf 11,7 Prozent). Linke fallen auf 11,1 Prozent (2014: 14,9), die FDP gewinnt nur leicht und landet bei 5,7 Prozent (+1,5).

In den 38 Städten und Gemeinden Potsdam-Mittelmarks wurden zudem die Stadtverordneten und Gemeindebeiräte, 24 ehrenamtliche Bürgermeister sowie in 149 Ortsteilen insgesamt neun Ortsvorsteher und 140 Ortsbeiräte bestimmt.

Florierender Landkreis südwestlich von Berlin

Brandenburg an der Havel im Nordwesten, Potsdam und Berlin im Nordosten: Gleich drei große Zentren grenzen an Potsdam-Mittelmark und befeuern das Leben im Kreis. Die Arbeitslosenquote ist eine der niedrigsten in Brandenburg und liegt damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 6,1 Prozent. Im März 2019 lag sie bei 4,3 Prozent – fast zwei Prozent unter dem märkischen Schnitt, und damit besser als in manchen westdeutschen Landkreisen.

Im Gegensatz zu vielen Brandenburger Landkreisen, die mit Bevölkerungsschwund zu kämpfen haben, blieb die Einwohnerzahl in Potsdam-Mittelmark nicht nur stabil, sie stieg sogar an. Aktuell leben rund 213.000 Menschen hier, vor fünf Jahren waren es rund 207.000, kurz nach der Wende nur rund 172.000. Sitz der Kreisverwaltung ist Bad Belzig.

Vor allem der nördliche Teil im Berliner Speckgürtel mit Orten wie Kleinmachnow, Stahnsdorf oder Werder floriert. Neben Alteingesessenen leben in Potsdam-Mittelmark inzwischen viele Berliner, die vor die Tore der Stadt gezogen sind, sodass sich die Einwohnerschaft in den vergangenen 20 Jahren mancherorts fast komplett ausgetauscht hat.

Spargel aus Beelitz, Obst aus Werder

Dabei resultiert der Wohlstand des Kreises eher aus der Nähe zu den Boomtowns Potsdam und Berlin, als aus der eigenen Wirtschaftsstärke. Große Industrie gibt es im Kreis kaum, kleine und mittelständische Unternehmen dominieren. Land- und Forstwirtschaft wird dafür groß geschrieben - Stichwort Obst aus Werder und Spargel aus Beelitz.

Schwieriger ist es, je weiter man sich von den Metropolen entfernt. Während im Nordosten des Kreises neue Wohn- und Gewerbegebiete wie Pilze aus dem Boden schießen, verliert der Südwesten Einwohner. Vor allem aus der Region rund um die Stadt Ziesar ziehen die Menschen weg. Mit den bekannten Problemen: Überalterung, Lücken in der Infrastruktur.

Die ebenfalls Berlin- und Potsdam-ferne Kreisstadt Bad Belzig mit ihrer Steintherme ist wiederum Kurort und Zentrum der im Hohen Fläming entstehenden Touristenregion. Der Tourismus ist auch an der Havel und den Havelseen einschließlich des Seddiner Sees und in der Nuthe-Nieplitz-Niederung eine wichtige Einnahmequelle. Der Süden und Südwesten wird vor allem land- und forstwirtschaftlich genutzt.

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