Demonstration am Kurt-Schumacher-Platz in Berlin-Reinickendorf am 01.09.2017 für Schließung des Flughafens Tegel (Foto: rbb / Thomas Rautenberg)
Audio: Inforadio | 01.09.2017 | Thomas Rautenberg | Bild: rbb / Thomas Rautenberg

Aktivisten und Anwohner in Berlin - 200 Menschen demonstrieren für Tegel-Schließung

Protest in Berlin gegen eine mögliche Tegel-Offenhaltung: Anwohner und Aktivisten kündigten bei einer Demonstration an, ab kommender Woche mit Infoständen für das Aus des Flughafens zu werben. Die Stimmung drehe sich gerade gegen den Airport, heißt es.

Rund 200 Anwohner und Aktivisten haben am Freitag in Berlin-Reinickendorf gegen eine Offenhaltung des Flughafens Tegel demonstriert. Mit Transparenten und Plakaten machten sie am Kurt-Schumacher-Platz mobil und kündigten an, ab Montag in ganz Berlin mit Infoständen für ein Aus des Airports zu werben.

Unter den Demonstranten waren auch Anhänger der Initiative "Danke Tegel - es reicht". Einer ihrer Vertreter, Holger Lück, betonte im rbb, drei Wochen vor dem entsprechenden Volksentscheid drehe sich die Stimmung in Berlin. Noch lägen die Anhänger einer Tegel-Offenhaltung in Umfragen vorn, das ändere sich aber gerade, ist Lück sich sicher.

Unter den Demonstranten war auch der Linke-Verkehrspolitiker Harald Wolf. Im rbb begrüßte er die Position von Kanzlerin Merkel, die sich für eine Schließung von Tegel  nach der BER-Inbetriebnahme ausgesprochen hatte.

Scharfe Kritik am Senat wegen Tegel-Brief

Der Streit um die Wahlwerbung zum Volksentscheid über den Flughafen Tegel geht indes in eine neue Runde: CDU und FDP haben scharfe Proteste in Richtung Berliner Senat formuliert. Den Brief, den der Senat an alle Berliner Haushalte schicken und worin er für die geplante Schließung des Airports werben will, halten die Flughafenbefürworter für rechtswidrig.

Dabei gehe es etwa um unzulässige Formen der Abstimmungsbeeinflussung. Außerdem geht die Opposition im Abgeordnetenhaus von hohen Ausgaben seitens des Senats aus - so hoch, dass das sogenannte Gebot der Waffengleichheit verletzt sei.

Der Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafens Tegel findet am 24. September statt, parallel zu Bundestagswahl.

Diskussion - Welche Zukunft für Tegel?

Am 19. September diskutieren der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Sebastian Czaja von der Berliner FDP über den Flughafen Tegel. Präsentiert von "Tagesspiegel" und rbb ab 19 Uhr in der Urania. Kostenlose Eintrittskarten zur Veranstaltung können Sie hier reservieren.

Mit Informationen von Thomas Rautenberg, Inforadio

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

26 Kommentare

  1. 26.

    Was hat mein Spiegel mir Ihrer Orthographie zu tun? (Wobei hier das Verb "tun" richtig verwandt wurde.)

  2. 24.

    Nachtrag zu #20

    Natürlich könnte die Katastrophe auch die Pankower und Reinickendorfer treffen, genauso dicht besiedelt.

    Btw. sind hier gestern um 22:47 Uhr die letzten Flieger rübergedröhnt, heute Sonntag (!)ab 6:00 Uhr beginnt der Luftterror von neuen.

    Je nach Windrichtung für die Pankower/Reinickendorfer oder für uns.

  3. 23.

    200? Doch so viele? Ehrlich gesagt, echter Leidensdruck in der Bevölkerung müsste sich bei Demos anders bemerkbar machen (s. anfängliche Anti-HartzIV-Demos).

  4. 22.

    Sie tun doch so gerne tun. Daher der kleine Hinweis: tu-Worte (früher auch Verben genannt) werden klein geschrieben!

  5. 21.

    OK, ganz einfache Gegenrechnung.

    Wenn ich als Verantwortlicher die Wahl habe 300.000 Leute permanent zu gefährden oder ein paar Hundert in irgendeinem Kuhkaff. raten Sie mal wie ich mich entscheiden würde?

    Wir brauchen die Wohnungen hier in Berlin und nicht JWD. Tegel arbeitet bereits ÜBER seiner Kapazitätsgrenze, in Schönefeld ist "Luft nach oben" da Platz genug.

    Lassen wir doch die Betroffenen abstimmen, die von Tegel und die von Schönefeld. Wäre unfair meinen Sie?

    Stimmt, genauso unfair wie dass die Mehrheit die bei dieser Farce abstimmen dürfen von Lärm und Dreck und der permannenten Gefährdung ihres Lebens und ihrer Gesundheit überhaupt nicht betroffen ist.

  6. 20.

    E-ben. Nicht auszudenken was passiert wäre als die Tanklager an der Rhenaniastraße noch standen!

    Die Katastrophe von Bijlmermeer kann sich jederzeit in Hakenfelde oder Haselhorst wiederholen.

    Aber daran denken die Leute nicht die nicht hier wohnen und es ist ihnen auch egal, Hauptsache 1x im Jahr 10 Minuten früher im Mallorca Ferienflieger. Und die Politiker von cDU/FDP/AfD würden wahrscheinlich auch ihre Mutter verkaufen nur um ein paar Wählerstimmen mehr zu ergattern.

  7. 19.

    Ok, kurz und knapp:
    ich wohne im südlichen Speckgürtel.

    - ich will das Sicherheitsrisiko nicht, dass diese Flieger auf mein Kaff stürzen. Also bin ich gegen den BER.
    - ich will den Lärm in meinem Kaff nicht. Also bin ich gegen den BER.
    - ich will nicht endlos fahren zum Flugplatz, wenn ein vorhandener besser erreichbar ist. Also bin ich gegen den BER.
    - ich will einen funktionierenden, eingespielten Flugplatz. Also bin ich auf lange Zeit gegen den BER.
    - ich will nicht verarscht werden, wenn es um Flugrouten geht. Also bin ich gegen den BER mit den jetzigen Flugrouten.

    Gerne kann jeder Tegel-Gegner genau die gleichen Punkte aufführen :-)

    Aber Tegel steht. Er läuft. BER nicht. Läuft nicht. Noch könnte man ein Einkaufszentrum daraus machen, Wohnungen, Gewerbe, Diesel-Teststrecken, Naturschutzgebiete - noch ist alles möglich. Wohnungen kann man dort überall bauen. Ganz viele. Wenn es keinen BER in der Nähe gibt, der lärmt, ein Sicherheitsrisiko ist und so.

  8. 18.

    Mal ehrlich ...
    ein innerstädischer Flughafen ist ein extremes Sicherheitsrisiko - siehe München/Riem oder Amsterdam/Schiphol .... usw. Sowas kann sich jederzeit widerholen. Hier hatten wir bisher einfach nur "Glück".
    Wie oft fliegen denn die "Befürworter" - "Geldärsche" und "Politiker" - mal ausgenommen vom TXL. So zweimal im Jahr etwa - in den Urlaub. Dafür kann mal auch mal einen Umweg in Kauf nehmen. Auch Lärmschutz ist Umweltschutz.
    Für den Rest habe ich kein Verständnis - Bequemlichkeit kontra Umwelt- /Lärmschutz - oder etwa Sicherheit von fast 500.000 Berlinern - geht's noch?
    Welcher normal denkender Mensch kauft sich ein billiges Grundstück in "Flughafennähe" ( SFX / BER ) und hofft das sich nichts ändert? Die Baupläne dazu waren bekannt.
    Trotzdem wird nun geheult bis zum abwinken.
    In Berlin (West) - sorry, musste sein - konnten wir uns dagegen nicht wehren - und haben einfach nur die Schnautze voll - von diesen blöden "Ferienfliegern" und "Promibombern".
    LG
    Fritze

  9. 17.

    Und ich als geborener Berliner möchte die Mauer wiederhaben!

    Also ehrlich, selten so ein dämliches "Argument" pro Tegel gelesen.

    Nicht dass die anderen "Argumente" pro Tegel wesentlich intelligenter wären aber...

    Wie oft fliegen Sie denn in den Urlaub? 365 Tage im Jahr? Nein?

    Wir haben aber den Dreck und Krach 365 Tage im Jahr damit Egoisten wie Sie aus Bequemlichkeit nicht nach Eberswalde (WTF?)fahren müssen.

    Hier werden das Leben und die Gesundheit von 300.000 Menschen aufs Spiel gesetzt, in Posemuckel von wievielen?

  10. 16.

    Ich nehme weder an Glücksspiele Teil noch Wette ich für gewöhnlich,aber i.diesem Fall würde i.es Riskieren u.sogar Gewinnen.
    Stelle mich ja auch nicht hin u.behaupte hätten wir die Mauer noch dann besäßen wir immernoch zwei Innerstädtische Flughäfen.Berlin wandelt sich u.braucht dringend mehr Platz zum Wohnungsbau u.f.neue Industrieanlagen z.b.Diese Stadt ist längst aus ihren Dornröschenschlaf erwacht u.das ist auch gut so.

  11. 15.

    ..... abwarten...
    Die Politik ist nicht linientreu, denn: "niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen" oder wie war das?

  12. 14.

    Neenee da brauchen gar nicht erst mehr Leute kommen o.neue Rundschreiben verschickt werden,Tegel Airport wird geschlossen ist entschieden u.das ist auch gut so!

  13. 13.

    Klar später waren es 100000 oder was ???Sie haben hier den totalen Überblick ???bitte neue Brille kaufen durch die rosa rote sieht man schlecht

  14. 12.

    Ich stehe dem Ganzen eher neutral gegenüber. Ob ich nun 30-40 Minuten (öffentlich/brutto [Haustür>Flughafentür]) nach SXF oder 60 Minuten (öffentlich/brutto [Haustür>Flughafentür]) nach TXL fahre, ist mir relativ egal. Ich werde trotzdem mein Kreuzchen machen. Fakt ist, dass ich geborener Berliner und mit einem Flughafen in meiner Heimatstadt großgeworden bin. Und ich habe keine Lust, vor meiner Urlaubs(flug)reise erst noch mit der Bahn nach zB Eberwalde zu tuckern.

  15. 9.

    Neulich gab es die 300. Demo gegen den BER in Friedrichshagen... wieviele es in den anderen Orten in PM beispielsweise gab und geben wird, ist nicht mehr zählbar.

    Da haben die Tegeler ja noch einiges "nachzuholen"....

    Tegel-Anrainer kennen die Flugrouten übrigens seit einigen Jahrzehnten, beim BER wurden diese kurzerhand geändert und dann verschwiegen, bis alle mit dem Hausbau im Speckgürtel fertig waren. Auch eine Taktik. Ob sie aufgeht?

    Meist ist irgendwann einfach das Karma ausgeschöpft, auch bei den Verantwortlichen des BER, den Politikern, den Profiteuren.

    Der südliche Speckgürtel verfolgt das aufmerksam...

  16. 8.

    Hab ich vor 2 Jahren gemacht. Ist schön ruhig hier, nette Menschen, viel Platz, frische Landluft und tolle Radwege am BER! Und so wie es aussieht wird es auch noch eine ganze Weile so bleiben. Ich kann ja über Tegel nicht mit abstimmen aber ich würde für Tegel open stimmen!

  17. 7.

    Cool gegengekontert:-)u.es stimmt.Ich habe es schon aufgegeben gegen solch Aussagen zu Kommentieren. Die Netiquette verbietet mir das passende Wort zu Schreiben.Grüße auch an: Der Zuschauer

Das könnte Sie auch interessieren

Die 92-jährige Sportlerin Johanna Quaas bei Aufwärmübungen in der Turnhalle. (Quelle: rbb/um 6)
rbb/um 6

Video | Sport im Alter - Turnen, dass kein Arzt kommt

Johanna Quaas ist 92 Jahre alt und topfit. Die Seniorin ist die älteste Wettkampfturnerin der Welt. Ihre Devise: "Wer fit ist meistert das Leben besser." Mediziner sind begeistert von dieser Einstellung. Sport im Alter sei der wichtigste Sport im Leben, sagen sie.