Hartmut Mehdorn, früherer Geschäftsführer der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (Quelle: imago/allefarben-foto)
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Debatte um Offenhaltung - Ex-Flughafenchef Mehdorn: TXL kann profitabel sein

Profitabel oder nicht? Drei Wochen vor dem Volksentscheid über den Flughafen Tegel befindet Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen einen Weiterbetrieb des Airports für "ausgesprochen unwirtschaftlich". Ex-BER-Chef Hartmut Mehdorn ist da anderer Meinung.

Hartmut Mehdorn, der frühere Chef der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB), hält es grundsätzlich für möglich, den Flughafen Tegel nach der Eröffnung des BER wirtschaftlich weiterzubetreiben. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" schlug Mehdorn vor, Tegel als Airport für Geschäftsreisende und Regierungsmitglieder beizubehalten.

Wenn die Flugbereitschaft der Bundesregierung in Tegel bleiben würde, sei ein Umzug nach Schönefeld nicht notwendig, sagte Mehdorn, der bis März 2015 FBB-Chef war. Auch kleinere Business-Maschinen könnten Tegel anfliegen. Um die Lärmbelästigung für Anwohner erträglich zu gestalten, könnte zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens ein Flugverbot gelten. Mit dieser Doppellösung, so Mehdorn, wäre Tegel trotz Investitionen profitabel zu betreiben.

Kollatz-Ahnen glaubt nicht an Wirtschaftlichkeit von TXL

Der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) hatte zuvor gesagt, dass sich Tegel nach Eröffnung des BER nicht mehr profitabel betreiben ließe. "Würde in Tegel nur die Hälfte der bisherigen Passagiere fliegen, wäre der Flughafen ausgesprochen unwirtschaftlich - in allen Komponenten. Beim Betrieb, bei den nötigen Investitionen und beim Schallschutz. Insgesamt würde der Weiterbetrieb rund 250 Millionen Euro pro Jahr kosten", sagte er am Samtag der "Berliner Morgenpost".

Wollte man Tegel wirtschaftlich machen, ginge das nur, indem die Airlines viel höhere Landegebühren zahlen. "Wenn man die Gebühren verdoppelt, könnte es vielleicht sogar funktionieren. Aber genau das schließen die Betreiber des Volksbegehrens aus", so Kollatz-Ahnen.

Volksentscheid zu Tegel findet am 24. September statt

Die Berliner stimmen am 24. September, parallel zur Bundestagswahl, über einen Appell an den Senat ab, die geplante Schließung von Tegel zu stoppen. Auf die Frage, ob die SPD auch an der Schließung von Tegel festhalten werde, falls sich die Berliner mit großer Mehrheit für eine Offenhaltung aussprechen, antwortete der Senator: "Natürlich ist es nicht egal, wie das Ergebnis ist. Man muss dann über das Ergebnis nachdenken."

Sendung: Inforadio, 03.09.2017, 14:00 Uhr

Kommentar

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14 Kommentare

  1. 14.

    Okay, wir brauchen also eine zweite Stadtautobahn, einen zweiten S-Bahnring...

    Und wer bei Tegel von einer " funktionierende Infrastruktur" redet war wohl noch nie da.

    Zumindest nicht die letzten 20 Jahre.

    Tegel war und ist ein Provisorium.

  2. 13.

    Der Sanierungsfall Tegel ist für Sie also eine "funktionierende Infrastruktur"?

    Dumm bloß, daß die unter den bisherigen Bedingungen nicht weiterbetrieben werden kann. Aber vielleicht wissen Sie ja schon, wo die paar hundert Milliönchen für den zusätzlichen Schallschutz herkommen sollen. Plus natürlich die Sanierungskosten für die "funktionierende Infrastruktur". Und erläutern dann auch gleich noch, ob sich diese noch rentieren wird - wenn in Brandenburg ein, zwei, drei weitere Flughäfen gebaut werden, denn wenn die Vereinbarung zum "Singleairport" aus den Neunzigern nicht mehr gilt, braucht sich ja auch Brandenburg nicht mehr daran zu halten. Oder darf dies nicht mehr, wenn entsprechende Klagen von bisher verhinderten Flughafenbetreibern durchkommen.

    Womit dann aber immerhin Ihre Sehnsucht nach "Redundanz" erfüllt wäre.

  3. 12.

    Herr Mehdorn ist ein garant für fehlende K..... V......,
    . Und Mann beachte die Hintertürchen im txt. Eins ist gewiss bisher ist das txl ber und sxf Geschäft hoch subventioniert über lohnbeihilfen SteuerNachlässe usw.
    Sowas kann der Mehdorn, da kennt ersichtlich aus.

  4. 11.

    Wer fragt ,aus welchem Grund Hr.Mehdorn zum Thema Ber/Txl ? Der ist ein Dampfplauderer , macht auf dicke Hose. Versager wie Wowereit der ihn holte. Die Politiker,nur diese haben uns diese Mrd. Kosten eingebrockt. Mehdorn ist ein Werkzeug und Nutznießer dieser Leute. Diese falsche Standtortentscheidung haben uns die Politiker überholten. Typen wie Mehdorn helfen ihnen.

  5. 10.

    LausitzerHoyerswerdaSonntag, 03.09.2017 | 19:24 Uhr
    Ex-Flughafenchef Mehdorn: TXL kann profitabel sein
    Der Mann muss es wissen! Immerhin hat Herr Mehdorn eine große Kompetenz in diesem Gebiet! Oder etwa nicht? So heißt es richtig! Sorry!

  6. 9.

    Es geht beim Weiterbetrieb von TXL einfach darum, eine vorhandene, funktionierende Infrastruktur nicht blindlings platt zu machen, nur weil der BER irgendwann mal irgendwie fertig werden könnte, wobei das ja ohnehin kaum noch vorstellbar ist.

    Zwei Airports sind besser als einer.

    Die Gegner sollten einfach mal den Begriff "Redundanz" recherchieren!
    Ansonsten bedeutet künftig eine Panne des BER nämlich, dass die Passagiere z.B. in Rostock landen.
    Bin mal gespannt, ob dann genügend Busse zur Verfügung stehen :-)

  7. 8.

    Na, Mehdorn muss es ja wissen--
    er schafft das !!
    TXl------------------- Start und Landen für Mehdorn----------

  8. 7.

    Ex-Flughafenchef Mehdorn: TXL kann profitabel sein
    Der Mann muss es wissen! Immerhin hat Herr Mehdorn eine große Kompetenz in diesem Gebiert! Oder etwa nicht?

  9. 6.

    ...sagen se mal, wolln se uns hier veräppeln, oder wat? Ausgerechnet der, ja?! Sowat noch zu verbreiten- der soll mal langsam in seinen "wohlverdienten" Ruhestand... .Dicken Hals, sonst nüscht dahinter.

  10. 5.

    Die Frage ist eher welche Firma das Wirken von Hr.Mehdorn überlebt hat. Seine Inkompetenz hat er ja mehrfach unter Beweis gestellt. Er könnte glatt bei VW anfangen- da vergisst man anschließend sogar den Abgasskandal

  11. 4.

    Herr Mehdorn hat seine Kompetenz ja bereits bei der Deutschen Bahn, Air Berlin und beim BER unter Beweis gestellt. Seine Einschätzung scheint mir ein gutes Indiz zu sein, genau das Gegenteil zu tun und TXL unbedingt zu schließen!

  12. 3.

    War Mehdorn nicht der, der die Deutsche Bahn und Air Berlin fast vor die Wand gefahren hat? Dieser Mann ist eine Gefahr für Arbeitsplätze in Deutschland. So langsam sollte er mal über Betreutes Wohnen nachdenken!

  13. 2.

    Ach, warum überrascht mich das nicht?

    Das cDU nahe Springer Flaggschiff WamS bietet Hr. Mehdorn eine Plattform.

    Was hat dieser Mensch eigentlich nicht an die Wand gefahren?

    Und soviel zum Nachtflugverbot: Gestern kamen die Flieger noch bis 22:47 über Spandau 'rein.

  14. 1.

    Tegel für "Geschäftsreisende und Regierungsmitglieder"...

    Mal davon abgesehen, dass es genau das ist, was auch die FDP "plant": Warum bedeutet dieses "Konzept", dass Tegel profitabel betrieben werden kann? Erschließt sich mir nicht.

    Was mir aber klar ist: Der urlaubsreisende Berliner startet dann von BER. Ihm bring die Offenhaltung von Tegel dann vielleicht eine etwas kürzere Schlange am Checkin.

    Übrigens: Der Verein, der den Volksentscheid initiiert hat, hat zwar ein Konzept für den Weiterbetrieb, will dieses aber erst nach dem Volksentscheid bekannt geben. Erst mal abstimmen lassen, die Fakten kommen später.

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