ARCHIV - Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) spricht am 01.03.2017 in Berlin während einer Pressekonferenz zu den Eckwerten des Doppelhaushalts 2018/2019. (Quelle: dpa / Maurizio Gambarini)
Bild: dpa / Maurizio Gambarini

Berliner Finanzsenator - Kollatz-Ahnen: Tegel nach BER-Eröffnung nicht profitabel

Der Flughafen Tegel ist nach Aussage des Berliner Finanzsenators Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) nach Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER nicht mehr profitabel. "Würde in Tegel nur die Hälfte der bisherigen Passagiere fliegen, wäre der Flughafen ausgesprochen unwirtschaftlich - in allen Komponenten. Beim Betrieb, bei den nötigen Investitionen und beim Schallschutz. Insgesamt würde der Weiterbetrieb rund 250 Millionen Euro pro Jahr kosten", sagte er der "Berliner Morgenpost" (Samstag).

Wollte man Tegel wirtschaftlich machen, ginge das nur, indem die Airlines viel höhere Landegebühren zahlen. "Wenn man die Gebühren verdoppelt, könnte es vielleicht sogar funktionieren. Aber genau das schließen die Betreiber des Volksbegehrens aus", so Kollatz-Ahnen.

"Die zwei Rollbahnen am BER reichen aus"

Auf die Frage, ob man auf Tegel wirklich verzichten kann, da der BER ja schon zu seiner Eröffnung zu klein ist, sagte der Senator: "Man kann, und man wird es müssen. Es stimmt, dass der Flughafen aufgrund des inzwischen gewachsenen Passagieraufkommens zu klein ist. Deshalb arbeitet die Flughafengesellschaft an den nötigen Erweiterungen." Die prognostizierten Passagiere werde man in Schönefeld problemlos abfertigen können. "Die zwei Rollbahnen am BER reichen aus. Eine dritte Startbahn ist nicht notwendig."

Die Berliner stimmen am Tag der Bundestagswahl auch über einen Appell an den Senat ab, die geplante Schließung des Flughafens Tegel zu stoppen. Auf die Frage, ob die SPD auch an der Schließung von Tegel festhalte, falls sich die Berliner am 24. September mit
überwältigender Mehrheit für eine Offenhaltung aussprechen, antwortete der Senator: "Natürlich ist es nicht egal, wie das Ergebnis ist. Man muss dann über das Ergebnis nachdenken."

Sendung: Inforadio, 02.09.2017, 11:00 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Tegel schließen - ohne wenn und aber!

  2. 4.

    Zuerst einmal finde i.Ihr Beitrag verfehlt u.wenn Sie meinen Kommentar richtig gelesen haben,weitere Berichte,Informationen zu den Billigfliegern verfolgt hätten,dann wüßten Sie auch wovon hier d.Rede ist(unsoziale Dumpingpreise zulasten der Mitarbeiter).Dafür soll .Innerstädtische Flughafen erhalten bleiben?Landegebühren hin o.her.

  3. 3.

    Der Finanzsenator hat eine These aufgestellt, die mir jedenfalls unbekannt ist, nämlich, dass die Tegel-Befürworter gegen differenzierte Landegebühren (TXL/BER) sind. Tatsächlich finde ich nichts verkehrt daran, dass diejenigen mehr zahlen sollen, die die Umwelt mehr beeinträchtigen, vorliegend also mehr Menschen belästigen.
    Das ist ein allgemeiner Grundsatz, der über den Preis zu einem ökologisch vernünftigeren Verhalten hinlenken soll.
    Wenn das eine Möglichkeit ist, BER und TXL am Leben zu erhalten, dann: Bitte schön!
    Inwieweit das aber die von Ihnen angeführte, zynische Ohrfeige in das Gesicht der hart arbeitenden Bevölkerung darstellen kann, erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Bei 2 gleichzeitig betriebenen Flughäfen gäbe es jedenfalls statistisch weniger Warteschlangen!

  4. 2.

    Unser Finanzsenator stellt eine These auf und schon Klammern Sie sich daran.Lächerlich! Billigurlaubsflieger sollen hübsch die etwas weitere Anreise zu ihren Flughafen i.Kauf nehmen tun.Sind laut,Stinken u.Lärmen,Nerven einfach nur u.sind unsozial ihren Beschäftigten gegenüber.Letzteres finde ich all der Warteschlangen i.d.Abfluggebäuden eine blanke Ohrfeige ins Gesicht derer d.tagaus tagein einen heftigen,anspruchsvollen Job erledigen wollen einfach zynisch.

  5. 1.

    Wo steht denn bitte, dass die Betreiber des Volksbegehrens eine Gebührenerhöhung für Tegel-Landungen ausschließen?? Ich kann das im Abstimmungstext nicht finden!
    Meines Erachtens wäre das sogar eine schlaue Lösung: Wer näher an der City dran landen will, der soll halt auch mehr zahlen.

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