Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, l) während des ZDF-Sommerinterviews für die Sendung Berlin direkt im ZDF-Studio in Berlin im Gespräch mit der Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, Bettina Schausten (Quelle: dpa/ Jule Roehr)
Audio: Inforadio | 28.08.2017 | Alex Krämer | Bild: dpa/ Jule Roehr

Im ZDF-Sommerinterview - Merkel gegen Offenhaltung von Tegel

Mit einer fiktiven Schlagzeile wollte das ZDF die Bundeskanzlerin aus der Reserve locken. "Merkel sagt ja zu Tegel - der Flughafen soll offen bleiben." Doch Merkel winkte ab. Diese Überschrift sollten die Menschen nicht zu lesen bekommen. Die Rechtslage sei eindeutig.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist gegen den Weiterbetrieb des Berliner Flughafens Tegel. Im ZDF-Sommerinterview verwies sie am Sonntag auf die geltenden Beschlüsse, Tegel nach der Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER zu schließen.

Merkel wurde im ZDF am Sonntag aufgefordert, eine erfundene Nachricht zum Volksentscheid zu kommentieren: "Merkel sagt ja zu Tegel - Altberliner Flughafen soll offen bleiben", so die erfundene Nachricht. Die Kanzlerin winkte ab. "Die Rechtssituation ist eine andere", begründete Merkel ihre Haltung zum anstehenden Volksentscheid und fügte hinzu: "Deshalb wird es diese Schlagzeile nicht geben". 

Berliner CDU für Offenhaltung

Damit verwehrt Merkel dem CDU-Landesverband Berlin ihre Unterstützung im Ringen um die Offenhaltung des Flughafens. Die Berliner CDU war im Sommer nach einem Mitgliederentscheid auf Pro-Tegel-Kurs eingeschwenkt, nachdem sie vorher jahrzehntelang für die Schließung des Flughafens eingetreten war.

Auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte sich Anfang Juli überraschenderweise für eine Offenhaltung des Flughafens ausgesprochen. Es war allerdings nicht klar, ob Dobrindt damit die Haltung der Bundesregierung vertritt. Die Eigentümer des Flughafens - Berlin, Brandenburg und die Bundesregierung - hatten sich eigentlich vor Jahren darauf geeinigt Tegel zu schließen, wenn der BER eröffnet.

Volksentscheid über Tegel am 24. September

Die Berliner Wahlberechtigten stimmen am 24. September parallel zur Bundestagswahl zusätzlich über einen maßgeblich von der FDP initiierten Volksentscheid ab. Dieser fordert den rot-rot-grünen Senat auf, die Pläne zur Schließung Tegels aufzugeben. Umfragen zufolge sind viele Berliner dafür, den zentral gelegenen, aber völlig überlasteten Flughafen weiter zu nutzen.

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Kann ich mir vorstellen diese Wut.
    Viele spekulieren aber auch nur, oder hoffen auf Wertsteigerung ihrer Immobilien in der Schneise, wenn Tegel vorbei ist.
    Aber leider, leider, gibt es verschiedene Meinungen und Interessen.
    Und der quantitativ gestiegene Flugverkehr am Tage ist das Resultat aus dem Nachtflugverbot, zumindest größtenteils.

  2. 5.

    Man kann sagen, dass der Großteil ihrer Aphorismen, tatsächlich mit Negation umgesetzt worden sind.
    Dann wird ja Tegel offen bleiben. (freu)

  3. 4.

    Ausnahmsweise gebe ich Frau Merkel recht. An alle Tegel-Befürworter, habt bitte wie ich Freunde in der Einflugschneise. Ich habe es hier schon x-mal beschrieben, habt bitte Mitleid. Schießt Ryanair auf den Mond oder wie dumm darf man eigentlich sein!? Nehmen wir uns ein Beispiel am zweitwichtigsten Drehkreuz (nach Frankfurt am Main) München mit perfekter schneller Anbindung. Riem war einmal, auch Tegel war einmal. Sperenberg oder bei Eberswalde aus-/aufbauen. Berlin/Brandenburg/Bund diese Trägheit - unerträglich.

  4. 3.

    Test

  5. 2.

    Auch wenn ich Frau Merkel kaum glaube, das Machtwort aus ihrer Position gesprochen, zählt, sonst kann man diesen Staat an der Garderobe abgeben. Alle, die sich mit der Offenhaltung von Tegel profilieren, weil sie keine Konzepte für die Stadt haben und schon gar keine Kompetenz, Konzepte auch umzusetzen, sollten nach der Wahl Straßenbahn- oder Busfahrer werden.

  6. 1.

    Heute so morgen so kennt man von Merkel ja auch, wie war das noch mit Ihrer Aussage mit Ihr werde es keine PKW Maut geben, ja klar Frau Merkel wir haben verstanden & begriffen

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