"Deutsche Wohnen & Co. enteignen" - Warum Berliner Genossenschaften vor dem Volksentscheid warnen

"Enteignen" steht auf einer Hausfront im Wedding. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Audio: Inforadio | 10.09.2021 | Thorsten Gabriel | Bild: dpa/Paul Zinken

Aus Angst vor Enteignung warnen Berliner Wohnungsbaugenossenschaften ihre Mitglieder vor einem erfolgreichen Volksentscheid. Gutachter der Immobilienwirtschaft kommen zu unterschiedlichen Einschätzungen. Von Thorsten Gabriel

Die Initiative "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" rüttelt die Stadt auf. Bis zum Volksentscheid haben sie es mit ihrem Vorschlag gebracht, die Bestände aller privaten Wohnungsunternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen zu vergesellschaften. Davon ausgenommen sollen nur Unternehmen sein, die keine "Gewinnerzielungsabsicht" haben. Dazu zählen nach Ansicht der Initiative nicht nur landeseigene Gesellschaften, sondern ausdrücklich auch Genossenschaften.

Doch genau die zeigen sich seit Monaten besorgt und schlagen Alarm. Schon beim gescheiterten Mietendeckel sei es rechtlich nicht möglich gewesen, die Genossenschaften außen vor zu lassen. Deshalb sei es fraglich, ob das im Falle von Enteignungen machbar wäre, sagt Dirk Enzesberger, Vorstand der Charlottenburger Baugenossenschaft und Sprecher der Berliner Wohnungsbaugenossenschaften. "Tatsächlich glauben alle Genossenschaften, dass sie nicht rechtssicher davon ausgenommen werden können."

Genossenschaften sehen sich nun als "gewinnorientiert"

In ihren Mitgliederzeitschriften warnen viele Genossenschaften derzeit vor einem "Ja" zum Volksentscheid. So heißt es etwa im aktuellen Mitgliederjournal "Charlotte 1907" [PDF] der Charlottenburger Baugenossenschaft, betroffen wären "nicht nur die großen Privaten, sondern auch kirchliche Unternehmen – und 29 Berliner Genossenschaften mit rund 140.000 Wohnungen." Denn auch Genossenschaften arbeiteten "selbstverständlich gewinnorientiert", um ihre "satzungsmäßigen Ziele" zu erfüllen.

Das überrascht, denn eigentlich betonen die Wohnungsbaugenossenschaften seit je her, dass sie gerade nicht gewinnorientiert arbeiten: "Neben der demokratischen Organisationsform zeichnet nicht-gewinnorientiertes Wirtschaften die Form der Genossenschaft aus", ist beispielsweise auf der Seite des Verbunds der deutschen Wohnungsbaugenossenschaften zu lesen. Auch die Berliner Genossenschaften schreiben dort unter dem Stichwort "Soziale Verantwortung": "Gewinne werden nicht abgeschöpft, sondern wieder in Wohnungen und Häuser investiert."

Wo fängt "Gemeinwirtschaft" an – und wo hört sie auf?

Schnell wird klar: Hier geht es um, nun ja, juristische Wortklauberei. Die Frage lautet: Was genau bedeutet eigentlich "gewinnorientiert"? Sind das nur Unternehmen, die ihren Gewinn maximieren wollen, oder auch solche, die ihre Überschüsse lediglich wieder ins eigene Geschäft investieren – wie eben die Genossenschaften? Sie stecken ihre Einnahmen in Bestandserhalt und Neubau. Den Rest geben sie als Dividende zurück an ihre Mitglieder. Wo also fängt die sogenannte "Gemeinwirtschaft" an und wo endet sie? Ein weites Feld für Juristinnen und Juristen. In jedem Falle zeigen sich beide Seiten – die Initiative "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" wie auch die Genossenschaften – ohne Zweifel daran, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Mit Gutachten gehen sie dabei wenig zimperlich um.

"Die Wohnungen gehören zur Gemeinwirtschaft", sagt Initiativen-Sprecher Rouzbeh Taheri. "Es gibt einzelne Anwälte, die etwas anderes behaupten, meist von der Immobilienwirtschaft bezahlt, aber es gibt kein ernsthaftes Gutachten, das was anderes sagt." Taheri behauptet außerdem: "Auch der Deutsche Bundestag und das Berliner Abgeordnetenhaus haben in ihren Gutachten bestätigt, dass Genossenschaften nicht betroffen sind."

Video | rbb|24 explainer - Folge 1: Billiger Wohnen in Berlin - Wie eine Initiative deine Miete senken will

"Wir haben selbst Gutachten"

Das ist allerdings nur zum Teil der Fall. Zwar sind die wissenschaftlichen Dienste von Bundestag und Abgeordnetenhaus unabhängig voneinander zu dem Ergebnis gekommen, dass Enteignungen unter bestimmten Voraussetzungen denkbar wären – mit den Genossenschaften aber hat sich nur der wissenschaftliche Parlamentsdienst des Abgeordnetenhauses befasst [parlament-berlin.de]. Dessen Gutachten kommt in der Tat zu dem Schluss, dass sich "eine unterschiedliche Behandlung gegenüber privaten, auf Gewinnerzielung ausgerichteten Wohnungsunternehmen sachlich rechtfertigen" ließe.

Bei den Genossenschaften lässt man das nicht gelten. "Wir haben selbst Gutachten", sagt Genossenschaftsvorstand Dirk Enzesberger. Er verweist auf eines, das der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) vorzeiten in Auftrag gegeben hat. Verfasst wurde es vom ehemaligen Vorsitzenden des Berliner Verfassungsgerichts, Professor Helge Sodan. "Der sagt, nicht nur die Enteignung ist rechtsunwirksam und verfassungswidrig, sondern auch, dass eine Unternehmensform, die als gemeinwirtschaftlich definiert ist, nicht ausgenommen werden kann, weil die Unternehmen dann nicht gleichbehandelt würden", behauptet Enzesberger.

BBU-Gutachten sieht Genossenschaften nicht in Gefahr

Doch genau hier irrt er. In dem Gutachten kommt Sodan nämlich zu einem anderen Schluss. Zwar hält er Enteignungen, wie sie die Initiative anstrebt, für verfassungswidrig. In der Ungleichbehandlung von Genossenschaften sieht der konservative Verfassungsrechtler aber kein Problem. In seinem Gutachten für den BBU schreibt er [bbu.de/PDF]:

"Von Unternehmen, die keine Gewinnerzielung beabsichtigen, geht für die Befriedigung des Bedürfnisses von bezahlbarem Wohnraum insofern eine weniger große Gefahr aus, als sie ihre Kalkulation auf das Motiv der Kostendeckung ausrichten. Das durch die Nutzung der Wohnimmobilien erzielte Ergebnis muss (langfristig) ausreichend für den Erhalt der Mietsache sein. Unternehmen, die hingegen gewinnorientiert wirtschaften, zielen aus der Nutzung der Immobilien zusätzlich auf einen darüber liegenden Gewinn. Dies ist in einer sozialen Marktwirtschaft in keiner Weise verwerflich, kann aber als Kriterium für eine Ungleichbehandlung herangezogen werden. (…) Sofern der Landesgesetzgeber bei Regelungen danach differenziert, ob die Nutzung mit Gewinnerzielungsabsicht erfolgt, lässt sich eine Unterscheidung rechtfertigen"

Auf Nachfrage bestätigte Sodan dem rbb, dass er auch die Genossenschaften zu jenen Unternehmen zählt, die "keine Gewinnerzielung beabsichtigen". Damit sieht ausgerechnet ein renommierter, von der Immobilienwirtschaft beauftragter Gutachter die Genossenschaften außerhalb der Gefahrenzone. Aus Genossenschaftskreisen heißt es zwar relativierend, Sodan habe sein Gutachten in einer frühen Phase des Volksbegehrens verfasst und die Initiative habe später noch Veränderungen an ihrem Beschlusstext vorgenommen. Doch am Kriterium der "Gewinnerzielungsabsicht" für Enteignungen hat sie nichts geändert.

"Mehrzahl der Genossenschaften sehen Gefahr als sehr real"

Der BBU stellte unterdessen ein weiteres Gutachten vor [Externer Link pdf]. Anders als Sodan kommt Rechtsanwalt Christian Schede von der Kanzlei Greenberg Traurig zu dem Schluss, dass es verfassungswidrig wäre, Genossenschaften anders zu behandeln als andere private Wohnungsunternehmen. Es verweist unter anderem darauf, dass Genossenschaften nicht wie landeseigene Gesellschaften der Allgemeinheit verpflichtet seien, sondern nur ihren Mitgliedern.

Dass Sodan die Genossenschaft zu Unternehmen rechnet, die keine Absicht hätten, Gewinne zu erzielen, hält Schede für einen falschen Ansatz: "Es ist unzweifelhaft so, dass es eine Gewinnerzielungsabsicht gibt." Mit Blick auf das Gutachten des ehemaligen Verfassungsgerichtspräsidenten Sodan sagt er: "Ich glaube, dass er diese kurze, holzschnittartige und sehr pauschale Aussage so nicht aufrecht erhalten würde, wenn wir detailliert mit ihm gemeinsam mal die tatsächliche Lage der Genossenschaften analysieren."

Fest steht allerdings: Das Ganze ist eher eine akademische Diskussion. Denn selbst, wenn es am 26. September eine Mehrheit für die Enteignungs-Initiative geben sollte, ist es noch lange nicht ausgemacht, dass es auch so käme. Von den im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien macht sich einzig die Linke aus Überzeugung für Vergesellschaftungen stark. Für die Grünen ist es mehr ein politisches Druckmittel, um zu anderen Lösungen zu kommen. SPD, CDU, AfD und FDP lehnen Enteignungen strikt ab.

Sendung: Abendschau, 09.09.2021, 19:30 Uhr

Beitrag von Thorsten Gabriel

112 Kommentare

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  1. 112.

    Die betroffenen Unternehmen sind meist Aktienunternehmen. Der Senat kann sich dort ganz legal einkaufen und Aktien erwerben. Wie beim Zoo. Dazu muss er nur 51% kaufen statt 100%. Betriebswirtschaft war noch nie ein rotes Steckenpferd und deswegen sind die Linken mit ihren Ländern auch auf der ganzen Welt komplett ruiniert und verarmt unter gegangen. Bis auf China. Aber wer will schon chinesische Verhältnisse.
    Wir haben es doch in unserer Stadt schon selbst erlebt. Friedrichshain komplett verrottet und erst durch private Firmen und privates Geld wieder aufgepeppelt. Jetzt wo die privaten mit viel Geld alles saniert und aufgewertet haben kommen die Linken und schmücken sich mit fremden Federn.

  2. 111.

    Wir haben auch schon mit NEIN gestimmt, denn die Auswirkungen für die Berliner, die nicht in diesen paar Wohnungen sitzen sind langfristig verheerend. Der rote Senat muss seiner Verantwortung gerecht werden und endlich selbst bauen statt zu stehlen. Auch muss der rote Senat endlich aufhören das Bauen zu behindern und zu verteuern. Solche Sachen wie Kitas und Schulen, die mancher Investor errichten muss, schlagen sich logisch in den Mieten nieder. Sich dann hinzustellen und über hohe Mieten zu schimpfen ist verlogen.
    Die 30 Mrd. € die dort verbraten werden, wären dafür gut geeignet. Für zigtausende neue Mieter ein Zuhause zu schaffen statt für eine Handvoll privilegierte Geschenke auf Staatskosten zu finanzieren. Mit dem im Volksentscheid geforderten Mieten, können selbst die städtischen Wohnungsgesellschaften ihre Wohnungen nicht unterhalten.

  3. 110.

    Auch ich und meine Frau haben mit nein gestimmt. Wir haben von Anfang an das falsche Spiel des unfähigen RRG Senat durchschaut

  4. 109.

    Besserwisser,
    Sie kommen hier mit dem BelWertV, einem Verfahren, das manch Immobilienbüros anwenden, um Werte, auch Spekulative, zu ermitteln. An dieses Vorgehen muss sich kein Staat halten, wird er auch nicht, in diesem Verfahren kann man einen Wert, je nachdem, auf welcher Seite man steht, Werte "schõn" oder eben auch "schlecht" rechnen.
    Ich empfehle Ihnen mal die Ausarbeitung des wissenschaftlichen Dienstes vom 17.05.2016.
    "Fragen zu staatlichen Zugriffsmöglichkeiten auf privates Eigentum"

    Sie werfen mir Populismus vor? Dass Sie hier alleine zu diesem Beitrag vor Populismus strotzen ist Ihnen selbst noch nicht aufgefallen? Dann sag ich es Ihnen jetzt mal.

  5. 108.

    Sie können auch mit dem Kraft-Fahrrad auf die Autobahn, wenn dessen durch die Bauart bedingte Höchstgeschwindigkeit mehr als 60 kmh beträgt. Ihre Kraft-Füße sind da bestimmt mit einbegriffen.
    Übrigens werden über die Autobahn auch ihr Bier und Ihre Zigaretten transportiert und Ihr Netto und Aldi beliefert und auch das Baumaterial der Wohnung in der Sie sitzen und der Computer in den Sie so einen Unsinn eintippen.

  6. 107.

    LOL. merken Sie eigentlich, wie Sie sich selbst zum Klops machen? Der Nickname Bürger und wie die alle hießen ist wohl gesperrt worden?
    Jeder kann eine Autobahn nutzen, selbst Fahrraddemos und auch Demos zu Fuß oder Autorennen, Marathon... Jeder eben. Alles schon da gewesen. Niemandem ist es verboten einen Führerschein zu machen, ein Auto zu mieten und dann eine Autobahn zu nutzen. In die fremde Wohnung kann man nicht einfach rein, auch nicht mit Führerschein, sie ist vom GG besonders geschützt.
    Bei allem Respekt, Sie sind ein Internet Troll, der kein Interesse an einer echten Diskussion hat.

  7. 106.

    Wieviele Wohnungen könnte man mit 30 Milliarden zusätzlich auf den Markt bringen und sozial binden. (150.000 ?) Stattdessen gibt man sie dafür aus, dass einige wenige 10€ im Monat sparen können und kein einziger neuer Mieter hinzukommt. Besitzstandswahrung für wenige. Das ist mega sozial von den Linken.
    Der Senat sollte die Fehlbelegungsabgabe wieder einführen, dann setzten sich in den dringend benötigten günstigen Wohnungen nicht mehr so viele Gutverdiener fest, die problemlos auf dem freien Markt Wohnungen anmieten könnten. Beamte, öffentliche Angestellte, Politiker, Führungskräfte...

  8. 105.

    Sie verfehlen das Ziel.

    Es geht um das Können.

    Sie könnten, wenn Sie nur wollten (auf die Autobahn)...

    Nur weil Sie selbst für sich die Entscheidung getroffen haben und kein Auto fahren möchten, bedeutet das im Umkehrschluss freilich nicht, dass Ihnen die Autobahn deswegen genommen wird.

  9. 104.

    "Hier geht es aber nicht wie bei einer Autobahn darum, dass es der Allgemeinheit, also J E D E M ! zur Verfügung steht sondern ausschließlich der begrenzten Gruppe der Bewohner exklusiv. "

    Finde den Fehler! Eine Autobahn steht also JEDEM zur Verfügung? Wie groß ist hier jedes Mal das Geschrei wenn ein Stückchen Autobahn für ein halbes Stündchen gesperrt wird?

    Ich darf also zu Fuß oder mit dem Rad aug die Autobahn? Weit gefehlt, wie der restliche "Kommentar".

  10. 103.

    Wilhelm B.:
    "Jeder arbeitet gewinnorientiert für die Besitzer. Wenn man nichts davon hätte, dann würde es ja keiner machen."

    NEIN. Es gibt auch gemeinnützige Organisationen.

    Wilhelm B.:
    "Die einen zahlen weniger und haben einen Vorteil dadurch und die anderen bekommen es bar ausgezahlt. Beim Finanzamt gibts so einen tollen Begriff... geldwerter Vorteil."

    Es handelt sich hier NICHT um geldwerte Vorteile, insbesondere, wenn Mieter nur die tatsächlichen Kosten ohne Investoren-Rendite zahlen!

    Wilhelm B.:
    "Ansonsten sagt das Grundgesetz unmissverständlich, das Enteignungen NUR ! zum Wohle der Allgemeinheit stattfinden können."

    Das steht in Art. 14 GG. Hier geht es aber um Art. 15 GG! Und dort ist Voraussetzung "zum Zwecke der Vergesellschaftung", und kommunales Eigentum ist "vergesellschaftetes" Eigentum!

    (Im übrigen nutzt ein teilbefriedeter Wohnungsmarkt der Allgemeinheit! Und die betroffenen Mieter sind Teil der Allgemeinheit. Aber um Art. 14 GG geht es hier NICHT!)

  11. 102.

    Zustimmung.

    Im Übrigen ist es wohl unbestritten auch eine Zielbestimmung des Staates, dass dieser der „wirklichen“ Allgemeinheit (Mehrheit, ggf. 100 Prozent) die Möglichkeit einer angemessenen Altersversorgung gewährleistet.

    Die drei Säulen der Altersversorgung sind hinlänglich bekannt.
    Hierzu zählt das nicht verbotene Investieren in u. a. Immobilien und Aktien durch die Bürger.

    Nicht wenige werden Anteilseigner einer AG sein, wahrscheinlich gibt es mehr Aktionäre als Mieter dieser Firmen. Und diese werden Aktien zur Altersvorsorge halten, das gilt übrigens auch für Pensionsfonds etc..

    Der Eingriff bzw. der Entzug der Grundstücke durch Vergesellschaftung betrifft also unmittelbar eben auch einen großen Teil der Allgemeinheit, die Aktien an AG´s halten.

    Es wird das Rechtstaatsprinzip (u. a. Vertrauensschutz in geltende Gesetze/Investition in Anteile an AG‘s ) deswegen in einer Interessenabwägung Berücksichtigung finden. Aktionäre gehören auch zur Allgemeinheit.

  12. 101.

    Wenn man eines lernt, dann, dass man überall wo RRG regiert, weder seines Eigentums, noch des geltenden Rechts oder geschlossener, rechtskräftiger Verträge sicher sein kann. Heute dies, morgen jenes und was ist als nächstes dran? Eigenheime waren im Gespräch... wer steckt denn noch auch nur einen Cent seines Geldes in diese sozialistische Blackbox?

    DW besteht ja auch aus vielen Kleinanlegern, Lebens- und Rentenversicherungen, die ihre Rendite für die Versicherten erwirtschaften. Viele der Befürworter sind selbst involviert und verdienen und wissen es nicht mal.
    Ich meine, die initiative fordert ja AUCH weniger Miete als sie die Wohnungsgesellschaften des Senates nehmen. Die müssten ja dann ihre Mieten drastisch senken.
    Eines scheint mir sicher, ihr habt die Dose der Pandora geöffnet und werdet in einem Alptraum erwachen.

  13. 100.

    Herbert:
    "@ Hermine Granger
    Erbbaurecht ist für Bauherren nicht interessant, da er nicht Besitzer und Eigentümer des Grundstücks ist"

    Doch. Die beiden Genossenschaften, in dneen ich Mitglied bin, haben auch Häuser in Erbaurecht. Das ist sehr wohl interessant und hat Vorteile (geringere Kosten) und Nachteile (kein Grundeigentum, vertraglich begrenzte Laufzeit, die aber beliebig lang - z.B. 100 Jahre - festgelegt sein kann).

    Der Erbuarechtsnehmer wird zwar nicht Eigentümer des Grundstücks, aber dessen Besitzer.

  14. 99.

    GeliebterSohn:
    "Ich habe mit nein gestimmt, weil es nur Augenwischerei ist. Wem ist damit geholfen? Den dortigen Mietern? Nein, denn die Häuser werden mit der Zeit vergammeln, da kein Geld mehr für Sanierungen übrig bleiben wird. Neue Slums werden entstehen."

    Das ist UNSINN, wie man an dem Bestand der städtischen Wohnungsbaugesellschaften sehr gut sehen kann!

  15. 98.

    Verwaltungsfreund:
    "Antwort auf [Fritz] vom 10.09.2021 um 23:08
    So ist es. In Zeiten des Wohnraummangels schotten sich die Genossenschaften ab und nehmen keine neuen Mitglieder mehr auf."

    Das war schon immer so, dass die Genossenschaften nur Menschen aufnehmen, die sie auch mit Wohnraum versorgen können. Das ist der ureigenste Zweck der Genossenschaften: ein Zusammenschluss der Mieter zur Selbstverwaltung!

    Verwaltungsfreund:
    "Gleichzeitig arbeiten viele Genossenschaften durchaus gewinnorientiert und verhalten sich ihren Mieter/innen gegenüber nicht wesentlich anders, als ein beliebiges Immobilienunternehmen."

    Das ist UNSINN! Die Genossenschaften sind gerade deshalb so begehrt, weil sie ganz anders agieren als die privaten Vermieter: Über die Mitgliederversammlung bestimmen die Mitglieder über die Geschäftspolitik selber mit und Gewinne werden in den Bestand oder Neuerwerb investiert. In den meisten Genossenschaften wird keine Rendite ausgeschüttet.

  16. 97.

    Fritz:
    "Und genau dieser Closed Shop plakatiert fragwürdige Thesen, wie die Existenz ALLER Mieter verbessert werden könnnte?!"

    Lieber Fritz,
    dieser Marketinverein "Marketinginitiative der Wohnungsbaugenossenschaften Deutschland e.V.", den Dirk Enzesberger vertritt, vertritt nicht DIE Berliner Wohnungsbaugenossenschaften, sondern nur 27 von über 80 Berliner Wohnungsbaugenossenschaften, also nur ein Drittel der Genossenschaften!

    Die Mehrheit der Berliner Wohnungsbaugenossenschftaen hat NICHTS mit diesem Verein zu tun!

  17. 96.

    Fritz:
    "Als Wohnungssuchender musste ich erleben, wie die einschlägigen Berliner Genossenschaften ab September 2018 eine nach der anderen plötzlich die Aufnahme neuer Mitglieder stoppten. Was ist da passiert? Seitdem sind die allermeisten Wohnungsgenossenschaften ein Closed Shop, von dem nur noch die profitieren, die schon drin sind."

    Lieber Fritz, gründen Sie eine Genossenschaft und machen Sie es anders/besser! Dann werden Sie sehen, dass es - leider - nicht anders praktikabel ist.

  18. 95.

    Fritz:
    "Als Wohnungssuchender musste ich erleben, wie die einschlägigen Berliner Genossenschaften ab September 2018 eine nach der anderen plötzlich die Aufnahme neuer Mitglieder stoppten. Was ist da passiert?"

    Das machen schon immer alle Wohnungsbaugenossenschaften so, weil sie Genossenschten der Mieter und nicht der Nicht-Mieter sind.

    Fritz:
    "Seitdem sind die allermeisten Wohnungsgenossenschaften ein Closed Shop, von dem nur noch die profitieren, die schon drin sind."

    Die Genossenschten würden gern mehr Menschen mit Wohnraum versorgen, aber die Grundstückskosten und Baupreise lassen keinen Neuerwerb mit kostendeckender Vermietung zu bezahlbaren Preisen zu.

    "Closed Shop"? Nein. In meinem Haus wurde vor kurzem eine Wohnung neu vermietet. Es gab keine Bewerbungen aus der Genossenschaft. Die Wohnung wurde an einen Externen vermietet, der dafür in die Genossenschaft aufgenommen wurde.eingetreten ist.

  19. 94.

    Jeder arbeitet gewinnorientiert für die Besitzer. Wenn man nichts davon hätte, dann würde es ja keiner machen. Die einen zahlen weniger und haben einen Vorteil dadurch und die anderen bekommen es bar ausgezahlt. Beim Finanzamt gibts so einen tollen Begriff... geldwerter Vorteil.
    Ansonsten sagt das Grundgesetz unmissverständlich, das Enteignungen NUR ! zum Wohle der Allgemeinheit stattfinden können. Hier geht es aber nicht wie bei einer Autobahn darum, dass es der Allgemeinheit, also J E D E M ! zur Verfügung steht sondern ausschließlich der begrenzten Gruppe der Bewohner exklusiv. Die Mehrheit der Allgemeinheit und insbesondere die Eigentümer, die vielen Aktien Kleinanleger haben keinen Vorteil davon.
    Es ist auch zweifelhaft ob sich öffentliche, totsubventionierte Wohnungen im Mietspiegel wiederfinden dürfen.

  20. 93.

    Fritz:
    "Als Wohnungssuchender musste ich erleben, wie die einschlägigen Berliner Genossenschaften ab September 2018 eine nach der anderen plötzlich die Aufnahme neuer Mitglieder stoppten. Was ist da passiert? Seitdem sind die allermeisten Wohnungsgenossenschaften ein Closed Shop, von dem nur noch die profitieren, die schon drin sind."

    1. Das ist nicht erst seit 2018 so, sondern schon sehr sehr viel länger.

    2. Ich verstehe Ihre Kritik nicht. Wohnungsbaugenossenschaften sind ein Zusammenschluss von Mitgliedern, um sich mit Wohnraum zu versorgen. Der genossenschaftliche Wohnraum ist aber - leider - begrenzt. Deshalb ist es logisch, dass keine Mitglieder aufgenommen werden, für die kein Wohnraum da ist. Sonst wäre es so, dass wegen der Beliebtheit der Genossenschaften nur die Minderheit Mieter in der Genossenschaft wären und die Mehrheit könnte dann auf der Mitgliederversammlung die Mieter überstimmen. Das wäre dann keine Selbstverwaltung mehr und nicht gut für die Genossenschaften!

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