Fans stören das Spiel von SV Babelsberg-03 – Energie Cottbus (Quelle: rbb/Barandenburg aktuell)
Video: Brandenburg aktuell | 28.04.2017 | Andreas Ulrich | Bild: rbb/Barandenburg aktuell

Ausschreitungen in der Regionalliga - Cottbus-Fans stürmen Rasen in Babelsberg

Vom Drittliga-Aufstieg war Energie Cottbus schon vor dem Spiel in Babelsberg weit entfernt: Trotzdem geriet die Lage im Karl-Liebknecht-Stadion zeitweise außer Kontrolle. Gewaltbereite Fans stürmten zweimal den Rasen, die Polizei war im Großeinsatz.

Zu diesem Bericht gibt es ein Update.

Schon vor dem Regionalliga-Spiel zwischen dem SV Babelsberg und Energie Cottbus hatte die Polizei mit dem Schlimmsten gerechnet - denn schon beim Hinspiel im November (3:0 für Cottbus) war es zu Ausschreitungen gekommen. Leider bestätigten sich die Befürchtungen, denn auch am Freitagabend kam es wieder zu Randale.

Da wurde es fast zur Nebensache, dass der SV Babelsberg am Ende gewann, womit die Rückkehr von Energie Cottbus in die Dritte Liga nun endgültig vom Tisch ist. Dabei waren die Cottbuser durch Streli Mamba in der 31. Minute in Führung gegangen. Doch Andis Shala (62.) und Abdulkadir Beyazit (90. +1) drehten das Spiel und sorgten für den 2:1-Endstand. Spitzenreiter Jena kam im Spitzenspiel gegen RB Leipzig II zu einem 1:1 (0:0) und ist mit zwölf Punkten Vorsprung nun nicht mehr einzuholen.

Polizei muss gegen randalierende Fans vorgehen

Dass die Partie überhaupt zu Ende gespielt werden konnte, ist dem entschiedenen Eingreifen der Polizei zu verdanken, denn zweimal stürmten Fans den Rasen, zum ersten Mal nach knapp 30 Minuten, und dann noch einmal kurz nach der Pause. In beiden Fällen, so berichtet rbb-Reporter Andreas Ulrich, hätten die Ausschreitungen ihren Ausgang im Cottbuser Fanblock genommen. Wie Einsatzleiter Patric Wuthenow von der Potsdamer Polizei rbb|24 am Freitagabend sagte, war das Spiel für jeweils zehn Minuten unterbrochen.

Dichte Rauchschwaden im Karl-Liebknecht-Stadion

Fernsehbilder aus dem rbb-Livestream zeigen, wie schwarz gekleidete Zuschauer die Absperrungen überwinden und auf den Rasen laufen. Polizisten in schwerer Schutzkleidung stellten sich ihnen entgegen. Nach rbb-Informationen ist es dabei zu mindestens zehn Festnahmen gekommen.

Unterstützt wurden die Brandenburger Polizeikräfte und ihre szenekundigen Beamten von der Bundespolizei. Insgesamt waren laut Wuthenow über 400 Beamte im Einsatz. Schon vor den Spielunterbrechungen sei auf den Tribünen des "KarLi" Pyrotechnik abgebrannt worden. Dabei kam es zu dichter Rauchentwicklung.

Der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs zeigte sich entsetzt. "Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun", sagte der SPD-Politiker. Man müsse auch über gründlichere Einlasskontrollen nachdenken, so Jakobs gegenüber dem rbb-Nachrichtenmagazin "Brandenburg aktuell".

Fangruppen stehen sich verfeindet gegenüber

Bereits Mitte November 2016 beim Hinspiel in Cottbus hatten mehr als 100 Randalierer während des Brandenburg-Derbys für unschöne Szenen gesorgt. Dass es zwischen beiden Fangruppen derartige Spannungen gibt, liegt in der unterschiedlichen Fankultur begründet. Während der Kern der Babelsberger Fans eher dem linken Spektrum zuzuordnen sei, kämpften die Lausitzer seit Jahren gegen rechte Tendenzen in ihrer Ultra-Szene, berichtet rbb-Reporter Andreas Friebel. Immer wieder habe es Vorfälle mit rechtsradikalen Hintergründen gegeben. Daher war das Duell zwischen Babelsberg und Cottbus als Hochsicherheitsspiel eingestuft worden.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

15 Kommentare

  1. 14.

    Na, dann schau dir mal die Namen bei Hertha und den restlichen Bundesligisten an. Wenn du bei Hertha die Tore von Ibisevic und Kalou wegnimmst, ist dieser Verein ein Abstiegskandidat.

  2. 13.

    Es zeugt schon von einem tief sitzenden Hass auf "Linke" (vermutlich auch auf "das Establishment", auf "die da oben" und letztlich auf sich selbst), wenn angesichts der überwältigenden Wirklichkeit (=die rechtsradikale Menschenverachtung eines großen Teil des Cottbusser Blocks) hier immer noch Leute versuchen, eine Schuldumkehr zu betreiben. Selbstverständich gab es auch Gewaltbereite im Babelsberger Block und selbstverständlich müssen sich die verantwortlichen Sicherheitsbeauftragten fragen, was sie hätten anders machen können. Aber dies ist angesichts der Cottbuser (und Chemnitzer und vermutlich auch noch anderenorts angereisten) Neonazis nachrangig. Und ich behaupte, jeder vernünftige Mensch erkennt dies auch.

    https://www.youtube.com/watch?v=muVoYSreu5Q

  3. 12.

    Die Überschrift passt nun mal nicht zum Foto, denn da laufen Babelsberger "Fans" aus Richtung Sitzplatzbereich zum Gästeblock, und das teilweise auch vermummt!

  4. 11.

    Na, dann waren sie wohl einer von den Peinlichen Cottbus Nazis? Anders kann man ihren Unsachlichen Kommentar ja nicht verstehen. Tja, was das arbeiten angeht, ist es die übliche Rechte Unterstellung .Aber was anderes fällt Leuten wie Ihnen ja nicht ein....Aber "Ihr"Verein schmückt sich ja traditionell immer schon mit Leuten wie Ihnen...

  5. 10.

    Ja, exakt daran denke ich auch beim lesen dieses Berichtes. *facepalm
    Echt unfassbar wie verstrahlt einige sind.

  6. 9.

    Ich war gestern auch da im Babelsberger Fanblock. Und ich kann es einfach nicht verstehen nur dahin zu gehen um sich zu prügeln. Ich meine man geht dahin um Spaß zu haben.

  7. 8.

    Ich als neutraler Beobachter dieser Liga ist mir über Jahre aufgefallen, daß immer wenn was passiert, Babelsberg mit von der Partie ist! Echt komisch! Woran das wohl liegt? Sind wohl nicht so beliebt?

  8. 7.

    Wenn ich die Torschützen lese, frage ich mich, wo liegen Potsdam und Cottbus?

  9. 6.

    Es ist traurig mit ansehen zu müssen,das von ca.4000 Zuschauern ca. 30-40 Chaoten, die überhaupt kein Interesse an Fußball, Sport und Fairplay haben, die gesamte Aufmerksamkeit durch dumpf-blöde und rücksichtslose Randale auf sich ziehen. Diese Typen waren sogar von Weiten gut zu erkennen. Wie konsequent werden sie identifiziert und zur Verantwortung gezogen ? Es muss doch möglich sein, diese Dummköpfe zu isolieren, zeitnah etwa mit hohen Geldstrafen zu belangen und ein für alle Mal aus den Stadien zu verbannen !!!
    Schärfere Einlasskontrollen,wie sie Herr Jakobs fordert, sind zwar wichtig und richtig, werden aber Pyro- Idioten nicht daran hindern weiter ihren gefährlichen Pyrokram ins Stadion zu schmuggeln (es ist nach wie vor denkbar einfach!)
    An alle wahren Fans: Lasst euch euren und unseren Verein, lasst euch den Fußball nicht kaputtmachen !

  10. 5.

    Na ja, mit solchen Meinungen wird Polizeigewalt wie beim Pokalendspiel Tür und Tor geöffnet.

    man muss schon differenziert auf solche Vorkommniisse schauen, also von wem genau Gewalt ausging und wie Ordner und Polizei reagierten.

    heute gab es klar wiederholt Gewalt durch einzelne Cottbusser Hools. Wenn man die dingfest machen konnte, gehören sie hart bestraft. Alles andere ist immer schwer zu beurteilen, weil es nur Indizien und Meinungen gibt.

  11. 4.

    War auch im Stadion...Gästeblock. Leider wurden mehr friedliche Cottbusser Fan vom Pfefferspry der Polizei getroffen als die eigentlichen Täter. ....
    Selbst als Cottbusser die Polizei auf die Täter aufmerksam machten...schauten diese nur hinter dem sicheren Zaun zu. .... Es interessierte nicht, dass sich auch Familien mit Kindern im Gästeblock befanden.
    Die Kontrolle am Eingang war sehr intensiv...Gruß an Herrn Jacobs...es staute sich bis weit nach dem Anpfiff.
    ....Auch Babelsberger waren gewaltbereit und versuchten im eigenen Block eine Frau zu attackieren/zu schlagen.
    Insgesamt ein trauriger Abend, bei dem der Fußball Nebensache war. Unter anderen Umständen würden sich diese Radikalen die Tür aufhalten oder netten Smalltalk halten & sich nicht mit Raketen beschießen.
    Sport frei.

  12. 3.

    Sehr geehrte Damen und Herren von rbb-online, als Clubmitglied des FC Energie verurteile ich natürlich die Geschehnisse, die sich in Potsdam abgespielt haben. Es war kein schöner Tag für den Fußball in Brandenburg. Dennoch möchte ich anmerken, dass dieser Artikel und die Berichterstattung doch etwas einseitig ist. Von Rauchschwaden auf der Tribüne ist die Rede, die meines Erachtens auch schon beim Einlauf der Mannschaften gab - im Babelsberger Block. Ich möchte nun keine Schuldzuweisungen à la "Die haben aber angefangen." hier starten, sondern nur einen objektiven Artikel lesen. Vielleicht mit einer etwas neutraleren Überschrift. Vielen Dank.

  13. 2.


    Ich war im Stadion ..
    Provokationen, Bengalos und Raketen kamen auch von den ach so toleranten und bunten Babelsberger Fans der „Nordkurve“ … die Spinner sollen mal arbeiten gehen und die Strafen abzahlen und dann Stadionverbot …

  14. 1.

    Warum geht man gegen diese "Fans" nicht viel härter vor? Wer sich so daneben benimmt, sollte mit schmerzhafdten Konsequenzen rechnen müssen. Also, nixmit Kuscheldeeskalation. Diese Krwallbrüder sollten den guten alten Gummiknüppel und Elektroschocker zu spüren bekommen. Beim Abtransport ins Krankenhaus sollte man sicjh alle Zeit der Welt nehmen. Und als erstes sollten die spätestens in der Kinik,wenn nicht schon vorher, ne Beruhigungsspritze bekommen.
    Nur so lernen diese Leute das nicht jeder machen kann was er will. Strafverfahren und die Kosten des Polizeieinsatzes natürlich sowieso.

Das könnte Sie auch interessieren

Jan Hochscheidt von Eintracht Braunschweig im Zweikampf mit Simon Hedlund von Union Berlin (Quelle: imago/Susanne Hübner)
imago/Susanne Hübner

Zweite Fußball-Bundesliga - Union erleidet Schlappe in Braunschweig

Vor gut einer Woche war der Knoten endlich geplatzt - doch nach dem Sieg über Fortuna Düsseldorf hat der 1. FC Union Berlin erneut eine Niederlage kassiert. Auswärts bei Eintracht Braunschweig verloren die Köpenicker am Sonntagnachmittag mit 0:1.