Rune Jarstein enttäuscht nach 0:6 Niederlage Quelle: Imago
Inforadio | 05.09.2017 | Guido Ringel | Bild: imago sportfotodienst

Fußball-WM-Qualifikation - Rune Jarstein: Des einen Leid, der anderen Freud'

Deutschland - Norwegen 6:0 - ein prima Ergebnis? Nicht für die Norweger und ganz besonders nicht für deren Torhüter Rune Jarstein. Es war die höchste Niederlage des Hertha-Keepers in seiner Nationalmannschaftskarriere. Einziger Trost: Er war nicht schuld.

Als Rune Jarstein im Februar 2009 in einem Freundschaftsspiel gegen Deutschland zwischen den Pfosten stand, ahnte der damals 24-jährige Keeper von Rosenborg BK noch nicht, was ihm an diesem Septemberabend 2017 blühen sollte. Die norwegische Nationalmannschaft konnte sich aufgrund einer stabilen Defensivleistung mit 0:1 in Düsseldorf gegen den Vize-Europameister Deutschland durchsetzen. An diesem Abend waren unter anderem mit von der Partie: Michael Ballack, Torsten Frings und Miroslav Klose – außerdem ein gewisser Per Ciljan Skjelbred, wie Jarstein ebenfalls heute bei Hertha unter Vertrag.

Klarer Sieg der deutschen Nationalmannschaft

Gut acht Jahre später waren die Vorzeichen allerdings deutlich verändert. Mesut Özil (10.), Julian Draxler (17.), Timo Werner (21., 40.), sowie die eingewechselten Leon Goretzka (50.) und Mario Gomez (79.) sorgten über die gesamte Spielzeit für klare Verhältnisse. Eine Mischung aus frisch wirkendem Kombinationsfußball der Gastgeber und verunsichert auftretenden Gästen ermöglichte das deutliche Endergebnis, welches ohne Jarstein durchaus noch höher hätte ausfallen können. 

Für den 32-Jährigen ist es die höchste Niederlage seiner Nationalmannschaftkarriere, im 49. Länderspiel für Norwegen. Schon im Hinspiel vor genau einem Jahr musste man sich in Oslo mit 0:3 geschlagen geben. Der gegnerische Trainer Lars Lagerbäck, welcher eigentlich für mannschaftliche Geschlossenheit und ein gutes Defensivverhalten steht, nannte die gestrige Vorstellung "eine Lehrstunde für seine Spieler".

Reaktion auf Fanverhalten in Prag

Die skandinavische Mannschaft war zweifellos zu passiv und zollte der Mannschaft von Joachim Löw zu viel Respekt. Dennoch reagierte die deutsche Nationalmannschaft auf die Kritik am schlechten Positionsspiel des Spiels gegen Tschechien am vergangenen Freitag. Außerdem zeigte sich auch das gewohnt gut gelaunte Publikum in Stuttgart in Bestform und feierten unter anderem Timo Werner und Mario Gomez mit Sprechchören. Ein rundum gelungener Abend also für alle Beteiligten – außer für Rune Jarstein und seine Mannschaft.


Sendung: Inforadio, 05.09.2017, 7:15 Uhr

Beitrag von Alexander Koneczny

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