Junge Skateboardfahrer stehen mit ihren Boards an einer Halfpipe im Park am Gleisdreieck in Berlin (Foto: Wolfram Steinberg)
Bild: dpa

Berliner Skater Michel Funke - "Profi ist keine Option für mich"

Coole Typen, coole Mucke, cooler Sport. Skateboarden zählt längst zu den etablierten Sportarten und gerade Berlin bietet eine Menge Platz und Raum für die lokale, nationale und internationale Szene. Mittendrin: der Berliner Michel Funke. Von Frieder Rößler  

Mit seinen Jungs hängt Michel Funke an den Warschauer Bänken in Berlin-Friedrichshain ab. Er beobachtet entspannt, was die anderen so zeigen. Anfahren, gekonnt auf die Kante einer Bank springen, mit dem Board drauf weiter rutschen und mit einem Drehsprung wieder landen. Das Gleiten auf den Kanten nennen sie grinden. Besonders heftig wird es, wenn der Grind mit einem Sprungtrick endet. Dabei dreht sich der Skater mit dem Board oder das Brett wirbelt wild unter den Füßen vor der Landung. Sieht spektakulär und gelenkbrecherisch zugleich aus.

Michel hofft, dass er sich beim Berliner Profifahrer Denny Pham etwas abschauen kann, denn der versucht sich an dem Tag immer wieder an den Bänken. Selber fahren kommt für den 25-Jährigen heute nicht infrage, irgendetwas zwicke ihm im Fuß, sagt er.

Von Anfang an fasziniert

"Das hat mir einfach von Anfang an am meisten gefallen", erklärt Michel, warum er Skateboard fährt. Zwar habe er als Kind verschiedene Sportarten ausprobiert, aber Skateboarden habe ihn einfach fasziniert. "Ich kam mir anders vor, als bei den ganzen weiteren Sportarten."

Ein paar Ecken weiter wartet der Dogshit-Spot auf seine Gäste. Der beliebte Skatepark an den Bahngleisen neben der Warschauer Brücke bietet seit über einem Jahr Skatern ein Zuhause. Auch Michel kommt gern dorthin und trotz Schmerzen im Fuß fährt er ein paar Runden. Am Polendenkmal im Volkspark Friedrichshain rollt er auch gern rum, übt Tricks, trifft seine Freunde, genießt den Tag. "Es hat mein ganzes Leben vereinnahmt und ist ein ganz natürlicher Bestandteil geworden", stellt er fest. Sogar wenn Michel Funke zum Einkaufen fährt, benutzt er sein Skateboard.

Keine Profiambitionen

Im Dogshit-Spot schaut auch Daniel Kalthoff Michel hinter her. Kalthoff organisert Skate-Wettbewerbe und kennt die Berliner Szene schon jahrelang und sehr genau. "Michel gehört zu den richtig guten Berliner Skatern, er arbeitet nebenbei als Skatecoach, hat aber keine Profiambitionen." Dafür fahre er trotzdem richtig gut und verkaufe sich oft unter Wert, fügt Kalthoff hinzu. "Wenn der zum Skatespot kommt, dann bleiben da schon ein paar Münder offen stehen." 

Zwar bekommt Michel Funke seine Ausrüstung gesponsert, als Profi hätte er aber einen eigenen Skateschuh mit seinem Namen draufgestickt und auch ein personalisiertes Board. Aber: "Profiskater ist keine Option für mich, ich skate einfach aus Spaß", sagte Michel.

Die gute Zeit genießen

Und trotzdem macht der Berliner ab und zu bei einem Wettbewerb mit, fährt also auch Contest. Er nimmt zwar nur teil, weil er eingeladen wurde, aber trotzdem gehe er die Sache ohne Erwartungen und Druck an, sagt Michel. Contest-Organisator Kalthoff verwundert diese Aussage gar nicht. "Der Michel ist einfach ein naturentspannter Bursche, andere Skater gehen das viel verbissener an, während Michel ohne Druck einfach die gute Zeit genießt." Und genau das sei beim Skateboard fahren auch das Wichtigste, bekräftigt Kalthoff.   

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