Mike Rockenfeller vom Audi Team Phoenix beim Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) auf dem Lausitzring (Quelle: imago/Gruppe C / Hoch Zwei)
Audio: Inforadio | 06.09.2017 | Andreas Friebel | Bild: imago sportfotodienst

Neue Pläne für Rennen - Lausitzring: ADAC macht Hoffnung auf großen Motorsport

Der Motorsport auf dem Lausitzring könnte doch eine Zukunft haben. Zwar will die DEKRA als neue Eigentümerin dort ein Zentrum für autonomes Fahren errichten. Aber auch der ADAC bringt sich ins Gespräch: als Veranstalter hochklassiger Rennen. Von Andreas Friebel

"Legendär" sei sie gewesen, die AVUS, sagt Horst Seidel, Leiter der Abteilung Motorsport beim ADAC in Berlin und Brandenburg. Seitdem es die nicht mir gibt, sei der Lausitzring um so wichtiger: "Wir fühlen uns ganz wohl mit dem Wissen, dass wir in unserem Bereich eine Rennstrecke haben, auf der man auch mal Großveranstaltungen durchführen kann. Das war auf dem Lausitzring bislang möglich." Und das könnte auch in Zukunft weiter so sein, sagt Seidel.

Besitzerwechsel könnte ohne "Verbremser" ablaufen

Nachdem vor knapp zwei Monaten bekannt wurde, dass die DEKRA die Strecke übernimmt, herrschte auch beim ADAC zunächst etwas Ratlosigkeit, wie es mit dem Motorsport in der Lausitz weitergeht. Inzwischen zeichnet sich ab, das der Besitzerwechsel der Rennstrecke ohne größere Verbremser von statten gehen könnte.

Dass die zuschauerträchtigen Deutschen Tourenwagen Masters (DTM), die 2017 auf rund 70.000 Besucher kam, auch im nächsten Jahr fährt, wird immer wahrscheinlicher, aber auch die Motorräder der SuperbikeWM könnten wiederkommen. Sie lockten in diesem Jahr rund 33.000 Zuschauer an die Strecke. "Wir können uns durchaus vorstellen, Veranstalter der SuperbikeWM zu sein, wenn die Entwicklung der Rennserie weiter anhält." Diese sei in den letzten beiden Jahren sehr positiv gewesen. Deshalb gelte für den ADAC: "Warum nicht! Aus sportlicher Sicht sind wir in der Lage so ein Rennen zu veranstalten", sagt Seidel.

DEKRA scheut Verlustrisiko bei großen Rennen

Entscheidend bei allen Bemühungen um hochklassigen Motorsport auf dem Lausitzring ist die DEKRA. Sie übernimmt zum 1. November die Strecke. Allerdings will sie diese nur vermieten. Das wirtschaftliche Risiko für Großveranstaltungen übernehmen möchte sie nicht. Denn "große" Rennen bringen auch die Gefahr eines großen Verlustes mit sich. In einem Interview mit speedweek.com gab der aktuelle Lausitzring-Geschäftsführer Josef Meier an, dass der Verlust des Superbike-Rennens im Jahr 2016 bei 350.000 Euro lag. In diesem Jahr konnte durch verschiedenste Veränderungen die Summe deutlich reduziert werden.

Die ADAC-Zentrale in München hat sich inzwischen mit der DEKRA in Verbindung gesetzt, um die Möglichkeiten größerer Rennen zu prüfen. "Wir werden noch im September mit der DEKRA Gespräche führen, wo es unter anderem um die konkrete Durchführbarkeit von Großveranstaltungen gehen wird", so Seidel.

Ein neuer Asphalt dürfte nicht das Problem sein

Die DEKRA selbst hält sich bei diesem Thema öffentlich noch etwas zurück. Ein Sprecher verweist darauf, dass der Ring erst im November übernommen wird. Sicher ist aber, dass die Umbaupläne für autonomes Fahren auf dem Lausitzring die Rennstrecke und die Haupttribüne kaum beineinträchtigen. Um die Anlage herum ist noch genügend Platz für Erweiterungen. Allerdings müsste die eigentliche Rennstrecke zeitnah einen neuen Asphalt bekommen. Nach 17 Jahren ist dieser arg in Mitleidenschaft gezogen worden. "Wenn die Finanzierung geklärt ist, was ich aber nicht weiß, geht so etwas ganz schnell. Ein neuer Asphalt ist innerhalb von vier Wochen möglich, das haben andere Rennstrecken bewiesen", sagt Horst Seidel.

Für die aktuelle Betreibergesellschaft hatte das Land Brandenburg schon vor Monaten Unterstützung für einen neuen Asphalt signalisiert. Positiv ist auch die Tatsache, dass die DEKRA einen Großteil des aktuellen Personals übernehmen will. Das betrifft technisches Personal genauso wie Mitarbeiter aus dem Bereich Vertrieb und Veranstaltungen. Auch das ist ein Hinweis darauf, dass der Lausitzring, entgegen ersten Befürchtungen, doch eine Zukunft als Rennstrecke haben wird - wenn auch in etwas reduzierter Form und als Teil des Zentrums für autonomes Fahren.

Beitrag von Andreas Friebel

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