Jakob Busk, Kristian Pedersen und Simon Hedlund mit Stephanie Baczyk (Quelle: rbb/Stephanie Baczyk)
Audio: Inforadio | 06.09.2017 | Stephanie Baczyk | Bild: rbb/Stephanie Baczyk

Porträt | 1. FC Union - Die Skandinavien-Crew aus Köpenick

Jakob Busk, Kristian Pedersen und Simon Hedlund haben einiges gemeinsam: Sie stammen aus dem nördlichen Teil Europas, haben eine Schwäche für Sushi und sie können gut kicken. Über die Entwicklung drei junger Männer und eine Freundschaft, die beim 1. FC Union begann. Von Stephanie Baczyk

Kristian Pedersen muss grinsen, während er spricht. Es geht gerade um gemeinsame Freizeitaktivitäten, genauer gesagt um typisch dänisches oder schwedisches Essen. Teamkollege Simon Hedlund hatte eben verraten, dass er, Jakob Busk und Kristian Pedersen öfter mal gemeinsam ins Restaurant gehen und bei dem Stichwort ist es dem jungen Dänen wieder eingefallen. "Uschi (Atsuto Uchida / anm. d. Red) hat uns ein schönes Sushi-Restaurant empfohlen. Wir lieben Sushi in Dänemark", sagt Pedersen und lacht.

"Ich finde es schön, dass wir unsere kleine Gruppe haben!"

Interview-Termin mit der Skandinavien-Crew des 1. FC Union im Stadion an der Alten Försterei. Keeper Busk und Linksverteidiger Pedersen stammen aus Dänemark, Flügelflitzer Hedlund kommt aus Schweden. Kennengelernt haben sich die drei in Berlin-Köpenick. Es passt, auch zwischenmenschlich. "Klar ist es einfacher, wenn man einander helfen kann", sagt Jakob Busk. "Man ist nicht so einsam. Das soll nicht heißen, dass wir nichts mit den deutschen Spielern unternehmen. Aber es ist einfacher, wenn man die gleiche Sprache spricht. Ich finde es schön, dass wir unsere kleine Gruppe haben." 

Busk hat eine schwere Saison hinter sich. Er musste wegen einer Oberschenkelverletzung länger pausieren, gleichzeitig präsentierte sich sein Ersatz Daniel Mesenhöler in Topform. Der Stammplatz zwischen den Pfosten war erst einmal futsch. "Jakob ist gut auf der Linie, schlägt gute Bälle", beschreibt der 23-jährige Pedersen seinen Landsmann. "Als Verteidiger bist du viel ruhiger, wenn da einer ist, der dir sagt, was du machen sollst." Busk ist laut, er dirigiert. Er hat sich rangekämpft, eine starke Vorbereitung gespielt. Auch, wenn es laut Trainer Jens Keller eine denkbar knappe Entscheidung war: Der Däne ist wieder die Nummer eins. "Ich habe viel gelernt in meiner Zeit hier. Es ist alles disziplinierter und härter als in Dänemark", fasst er seine Zeit bei Union zusammen. "Man verlangt hier mehr und das gefällt mir."

"An 20.000 Zuschauer musst du dich gewöhnen!"

Links hinten macht der 23-jährige Pedersen einen guten Job. Er ist gesetzt, hat in seinem ersten Jahr für die Eisernen 29 Ligaspiele absolviert. "Für mich ist er der beste Linksverteidiger der Liga", lobt Teamkollege Simon Hedlund. Pedersen selbst erinnert sich noch genau an seine ersten Einsätze im Dress der Rot-Weißen. "Die erste Zeit hier in Köpenick war hart für mich. Du hast dieses Gefühl. Du weißt, du kommst zu einem großen Verein", beschreibt er die Zeit nach seinem Wechsel. "Bei meinem alten Verein HB Køge habe ich vor 500 Zuschauern gespielt, bei Union auf einmal vor 20.000 - da musst du dich erst mal dran gewöhnen."

Mittlerweile denke er nicht mehr so viel darüber nach, sei ruhiger geworden auf dem Platz und im Spiel. "Ich versuche das zu machen, was ich am besten kann", sagt er und meint: Nicht ablenken lassen, einfach Fußball spielen. Das gilt auch für Simon Hedlund. Der Schwede ist schnell, stark am Ball und aktuell in Topform. "Warum das so ist? Wichtig war glaube ich, dass ich die Vorbereitung mitgemacht habe", bilanziert er, auch mit Blick auf seine Anfänge beim 1. FC Union.

"Der besondere Moment am Spieltag? Wenn alle singen!"

In der Sommerpause der letzten Saison gekommen, hatte Hedlund Startschwierigkeiten. Jetzt ist er voll da, hat in den ersten vier Ligaspielen zweimal getroffen. Trainer Keller lobte erst neulich seinen unermüdlichen Einsatz. Der 24-Jährige fühlt sich wohl an der Alten Försterei, schätzt die familiäre Atmosphäre. Am Spieltag gibt es einen magischen Moment für ihn: "Wenn wir einlaufen und die Hymne gespielt wird und alle singen." Das sei sehr emotional. Überhaupt habe er noch nie vor solchen Fans wie beim 1. FC Union gespielt. "Die sind unglaublich." An sein allererstes Tor und die anschließende Reaktion kann er sich beispielsweise nicht mehr erinnern, zu viel Adrenalin. "Ich weiß nur, dass ich Kristian umarmt habe", sagt er und lacht.

Vor vielen Jahren stand ein bulgarisches Trio bei den Eisernen unter Vertrag. Kostadin Vidolov, Hristo Koilov und Emil Kremenliev eroberten die Herzen der Fans in Köpenick. Das war Anfang der 2000er. Jetzt, 2017, gibt es also die Skandinavien-Crew. "Ich glaube, die Fans reagieren sehr positiv auf uns", gibt sich Kristian Pedersen bescheiden. "Wir haben hier Erfolg - alle drei. Und klar, wenn wir zu dritt sind fällt vieles leichter."

Pedersen und Co. wollen in die Bundesliga

Vidolov und Co. schafften es damals mit dem 1. FC Union bis den UEFA-Cup. Ein historischer Erfolg. Die schwedisch-dänische Kombo hat sich für diese Spielzeit auch etwas Einmaliges vorgenommen. "Wir wollen in die Bundesliga aufsteigen", sagt Kristian Pedersen. Die anderen pflichten ihm bei. "Unsere Mannschaft ist durch die Verpflichtungen noch stärker geworden. Wir können das schaffen." 

Beitrag von Stephanie Baczyk

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2 Kommentare

  1. 1.

    Kleiner Fehler: Simon Hedlund kam bereits zu Beginn der letzten Saison und nicht erst in der Winterpause zu Union.

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