Eisbären-Trainer Uwe Krupp blickt von der Trainerbank aus auf das Eis.
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DEL-Start - Eisbären wollen vergangene Saison vergessen machen

Am Freitag starten die Eisbären Berlin in die neue DEL-Saison. Cheftrainer Uwe Krupp gibt sich optimistisch, doch ein konkretes Saisonziel nennt der Kölner nicht. Dürfen die Fans auf die Meisterschaft hoffen? Von Philipp Büchner

Vor jeder Saison möchten Journalisten ein möglichst konkretes Saisonziel hören: Greifen die Eisbären an? Traut sich der Verein den ersten Meistertitel seit 2013 zu? Für Eisbären-Trainer Uwe Krupp gilt es dabei, einerseits Selbstbewusstsein auszustrahlen, andererseits aber auch nicht zu viel zu versprechen, denn am Ende der Saison werden er und seine Mannschaft an der Zielsetzung gemessen. Zu weit aus dem Fenster lehnen ist also nicht, sonst droht Kritik.

Eisbären-Kapitän André Rankel im Zweikampf
Bleibt Eisbären-Kapitän: André Rankel | Bild: imago sportfotodienst

Bei Krupp klingt das auf der offiziellen Pressekonferenz zum Saisonstart dann so: "Die Mannschaft muss sich wieder nach oben orientieren. Wir wollen den nächsten Schritt machen." In der Vorsaison waren die Eisbären im Halbfinale am späteren Deutschen Meister EHC München gescheitert. Nimmt man den Coach wörtlich, so hieße der nächste Schritt: Finale.

Erfolgreiche Vorbereitung

Die Vorzeichen stehen gut, dass die Eisbären um den Titel mitspielen, zumindest aber die über weite Strecken enttäuschende Vorsaison vergessen machen können. Da musste sich der ehemalige Serienmeister als Vorrunden-Achter in den sogenannten Pre-Playoffs für die Meisterrunde qualifizieren.

Vor der kommenden Spielzeit wirkt der Kader zumindest auf dem Papier stärker. Mit bislang sieben Neuzugängen im Jahr 2017 haben die Eisbären einen für ihre Verhältnisse gewaltigen Umbruch vollzogen. Teilweise wurden die Neuen bereits im Lauf der vergangenen Saison als Vorgriff auf die aktuelle verpflichtet. So hat Louis-Marc Aubry bereits zeigen können, dass er die Mannschaft besser macht. "Wir haben selten so einen großen Schnitt vollzogen", stellt Kapitän André Rankel fest. "Umso erstaunlicher ist, wie schnell wir die Neuen auf und neben dem Eis integriert haben."

James Sheppard: Rund 400 NHL-Einsätze

Besonders die neuen Nordamerikaner machen neugierig. Mit Blake Parlett (USA) und Danny Richmond (Kanada) sollen zwei Verteidiger die Problemzone der Vorsaison stärken. Center James Sheppard (Kanada) verfügt mit seinen 29 Jahren bereits über die Erfahrung von rund 400 Einsätzen in der nordamerikanischen Profiliga NHL.

Hinzu kommt, dass die Vorbereitung mit sechs Siegen aus acht Partien vielversprechend lief. "Wir sind im Gegensatz zu den Vorsaisons ohne große Verletzungen durch die Vorbereitung gekommen", freut sich Uwe Krupp. "Die Jungs haben gut gearbeitet, ich bin guter Dinge."

Rückfall in die Depression: Constantin Braun

Ein Ausfall trifft die Eisbären aber nicht nur sportlich, sondern auch emotional sehr hart. Constantin Braun wird den Eisbären zum Saisonbeginn fehlen. Wie der Verein unlängst mitteilte, hat der Verteidiger einen Rückfall in seine Depression erlitten. Bereits 2013 hatte Braun wegen einer akuten Depression fast vier Monate pausiert. Auf den Teamkameraden angesprochen, sieht man Kapitän Rankel das Mitgefühl für den langjährigen Mitspieler an: "Ich wünsche Brauni alles Gute und uns, dass wir ihn bald wieder dabei haben."

Bereits am Freitag können die Eisbären im ersten Heimspiel zeigen, dass sie in dieser Saison wieder Zähne zeigen (19:30 Uhr in der Mercerdes-Benz Arena gegen Nürnberg). André Rankel: "Das wird ein schnelles Spiel und wir nehmen uns für den Saisonstart natürlich einiges vor. Wir wollen uns von Anfang an oben festsetzen. Dazu gehören diese drei Punkte."

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