Teilnehmerinnen der Finswimming Weltmeisterschaft (Quelle: imago)
Bild: imago sportfotodienst

Flossenschwimmerin Johanna Schikora hält Jugendweltrekord - Im Wasser ist sie schnell wie ein Fisch

Wie ein Fisch durch das Wasser gleiten, grazil und schnell. Das beherrscht Johanna Schikora perfekt. Die erst 15-jährige Berlinerin ist das größte deutsche Talent im Finswimming, also dem Schwimmen mit einer großen Flosse an den Füßen.

Wenn die Flossenschwimmer mit ihren großen Monoflossen an den Füßen am Beckenrand sitzen, erinnern sie zumindest ein wenig an Meerjungfrauen. Doch mit den Märchenfiguren hat die Sportart wenig zu tun. "Als Kind habe ich alle möglichen Bücher über Meerjungfrauen gelesen und auch Filme geguckt, aber da weiß ich inzwischen, dass wir alles andere als Meerjungfrauen sind", sagt Johanna Schikora. Die Berlinerin ist eine der erfolgreichsten Flossenschwimmerinnen Deutschlands. Flossenschwimmen, das seit 2006 auch in Deutschland Finswimming genannt wird, ist die schnellste Möglichkeit, sich aus eigener Kraft im Wasser fortzubewegen.

Finswimmerin Johanna Schikora (Quelle: Screenshot/rbb).
Bild: Screenshot/rbb

Hohes Tempo durch die Monoflosse

Möglich ist das durch die speziell gestaltete Monoflosse. Sie hat eine 12- bis 15mal größere Vortriebsfläche als die menschlichen Füße. Ein geübter Schwimmer kann durch die kraftvoll schlagende Wellenbewegung im Sprint Spitzengeschwindigkeiten von 10 bis 14 km/h erreichen. "Es ist wirklich eine extrem anspruchsvolle Sportart, die viel Kraft und Eleganz benötigt. Jeder, der das macht, hat Spaß dabei. Die meisten, die ich kenne, machen das mit viel Herzblut", sagt Johanna Schikora. Sie trainert sechs- bis neunmal in der Woche "Klar ist das anstrengend, aber man weiß ja, wofür man es macht und sucht ja auch irgendwo das Anstrengende", meint die Schülerin. Ihre Trainingseinheiten kann sie nicht im Rahmen des Sportunterrichts absolvieren, da Finswimming nicht olympisch ist. "Wir müssen daher immer alles in eine Einheit packen, also Landtraining und Wassertraining hintereinander. Dadurch kann es schon sehr hart werden."

Finswimmerin unter Wasser (Quelle: Screenshot/rbb).
Bild: (Quelle: Screenshot/rbb).

Das große Ziel heißt Gold bei den World Games

Dem hohen Aufwand steht aber in ihrem Fall auch ein ansehnlicher Ertrag gegenüber. Johanna Schikora ist mit ihren 15 Jahren das jüngste Mitglied der Nationalmannschaft. Bei den Jugendweltmeisterschaften im August in Tomsk/Russland gewann sie Gold über 800 Meter und schwamm dabei Jugendeuoparekord. "Das kann man nicht beschreiben. Das war unglaublich, wenn man die Medaille bekommt und die Nationalhymne hört", erinnert sie sich. Außerdem hält sie über die 400 Meter Strecke den Jugendweltrekord. 3:17,50 benötigte sie für die Strecke. "Sie überrascht mich da auch. Mit 15 schon solche Zeiten zu schwimmen, ist herausragend", schwärmt ihr Trainer Volker Kucher von seinem größten Talent und erklärt: "Sie vereint mehrere Komponenten. Sie ist sehr fokussiert, kann alles im Wettkampf umsetzen. Sie ist fleißig und ihr Siegeswille ist sehr groß." Und Johanna Schikora hat noch viel vor: "Ich will irgendwann mal Weltmeisterin bei den Erwachsenen werden. Und ich möchte bei den World Games der nicht-olympischen Sportarten in vier Jahren in Alabama teilnehmen und vielleicht auch Gold holen."

 

Sendung: rbb um 6, 07.09.2017, 18.00 Uhr

 

 

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen

400 Bad request

Your browser sent an invalid request.
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren