Herthas Trainer Pal Dardai im dunkelblauen T-Shirt mit Hertha-Emblem auf der Brust steht neben Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus an der Linie
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Audio: radioBERLIN, 10.09.2017, Dennis Wiese | Bild: imago sportfotodienst

Schiedsrichterin feiert Bundesliga-Premiere - Hertha will unter Bibis Aufsicht Bremen ärgern

Hertha BSC gegen Werder Bremen – dieses Spiel wird in die Geschichte eingehen. Vielleicht nicht wegen der Leistung der Fußballer. Wohl aber wegen der Schiedsrichterin. Mit Bibiana Steinhaus wird erstmals eine Frau ein Spiel in der Fußball-Bundesliga pfeifen. Von Stephanie Baczyk

Wenn die Profis von Hertha BSC und Werder Bremen am Sonntagnachmittag kurz vor halb vier den Rasen des Olympiastadions betreten, werden sie ausnahmsweise mal nicht im Mittelpunkt stehen. Der Grund ist weiblich - und historisch. Mit Bibiana Steinhaus leitet zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesliga eine Schiedsrichterin eine Partie. Für Herthas Trainer Pal Dardai kein Grund, durchzudrehen. "Wenn jemand gut pfeift, hat er das verdient. Egal ob es ein Mann oder eine Frau ist", sagt der 41-Jährige und erinnert noch mal: "Sie hat schon hier gepfiffen in der Zweiten Liga. Fehlerfrei, wunderbar."

Herthas Coach entspannt vor dem Heimspiel gegen Bremen. Wohl wissend, dass seinen Jungs harte Wochen bevorstehen - die Berliner müssen in 21 Tagen sieben Spiele bestreiten. Neben der Liga wartet die Europa League. "Wir wollen das einfach genießen. Es gibt nichts Schöneres", schwärmt Dardai und zählt auf: "Spiel, Regeneration, Spiel, Rotation, Essen, Schlafen, Reisen. Dann als Tourist ein paar schöne Fotos machen, wunderbar."  

Dardai erwartet "aggressives Auftreten" von seiner Elf

Damit die Stimmung nicht gleich kippt, steht ein Sieg zum Auftakt des Spiele-Marathons ganz oben auf der blau-weißen Liste. "Erfolgserlebnisse geben einem Auftrieb und Selbstvertrauen – da fangen wir am besten gegen Bremen an", gibt sich Abwehrmann Sebastian Langkamp selbstbewusst. "Uns ist allen bewusst, dass wir einiges vor der Brust haben die nächsten Wochen."

Der Plan scheint simpel. Einziges Manko: Hertha BSC konnte in den vergangenen drei Heimspielen gegen Bremen keine Erfolgserlebnisse verbuchen. Beim letzten Aufeinandertreffen im Olympiastadion musste sich das Team von Trainer Dardai sogar mit 0:1 geschlagen geben. "Ich erwarte von uns ein aggressives Auftreten, eine gierige Mannschaft. Nicht nur vor dem Tor, sondern defensiv und offensiv", fordert der Ungar. "Bremen hat einen guten Trainer und eine gute Mannschaft. Letztes Jahr haben sie uns geschlagen, deshalb müssen wir richtig wach sein."

Kalou vor 100. Pflichtspiel im Hertha-Dress

Hoffnung macht Herthas Coach dabei eine Personalie: Claudio Pizarro steht seit dieser Saison nicht mehr bei den Bremern unter Vertrag. Der Peruaner, mit 191 Toren der erfolgreichste ausländische Torjäger der Bundesliga-Geschichte, hat gegen die Berliner immer gerne getroffen. "Pizarro hat uns immer tierisch geärgert", sagt Dardai und muss lachen. "Jetzt bin ich erst mal froh, dass er nicht dabei ist."

Bei Werder ist Pizarro passé, bei Hertha steht Salomon Kalou vor seinem 100. Pflichtspiel im Dress der Hauptstädter. Der Ivorer ist gerade erst von der Länderspielreise zurückgekehrt. Ebenfalls wieder mit an Bord ist Mittelfeldspieler Per Skjelbred. Der Norweger ist nach seiner Erkältung fit und einsatzbereit. Pal Dardai ist auch bereit. Bereit, endlich mal drei Punkte zu Hause gegen Bremen zu holen.

Beitrag von Stephanie Baczyk / mit Informationen von Dennis Wiese

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2 Kommentare

  1. 2.

    Mein Gott, dieses Gejammer überall über die Aktionen von Hertha BSC zu Steinhaus, einfach nur oberpeinlich. Geht doch mal mit offenen Augen durch die Welt .... #hahohe

  2. 1.

    Sehr respektlose Überschrift!
    Würde ein männlicher Schiedsrichter, sagen wir mal "Max Mustermann", sein Bundesliga-Debüt geben, würde ihn keiner "Maxi" betiteln, sondern mit seinem Nachnamen.
    Das gleiche muss auch bei Schiedsrichterinnen erwartet werden.

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