Thomas Brdaric breitet seine Arme aus (Foto: imago/Matthias Koch)
Bild: imago/Matthias Koch

Prominenter Trainer für Tennis Borussia Berlin - Brdaric soll es richten

Große Zeiten hat Tennis Borussia Berlin schon lange nicht mehr erlebt. Damit sich das ändert, haben die "Veilchen" einen prominenten Mann als Fußballtrainer verpflichtet: Ex-Nationalspieler Thomas Brdaric.

Fußball-Oberligist Tennis Borussia Berlin will hoch hinaus. Wieder einmal. Mal war es Schlagerproduzent Jack White, der den "Veilchen" allerhand versprach, mal die Finanzdienstleister "Göttinger Gruppe" und "Treasure AG". Doch Höhenflüge und harte Landungen wechseln sich bei TeBe seit jeher in steter Regelmäßigkeit ab. Die Party war jeweils nur kurz, der Kater umso heftiger. Statt in der einst avisierten Champions League arbeiten sich die Charlottenburger derzeit in der Nordstaffel der Oberliga Nordost an Gegnern wie dem SV Altlüdersdorf und Anker Wismar ab.

Weißrussland, Usbekistan, Mecklenburg

Nun ist es an Thomas Brdaric, für Besserung zu sorgen. Der 42-Jährige ist seit dem Ende seiner Profilaufbahn viel herumgekommen. Als Sportdirektor wirkte er beim weißrussischen Spitzenklub Dynamo Minsk und beim mehrfachen usbekischen Meister Bunyodkor Taschkent, mit dem KF Shkëndija erreichte er das mazedonische Pokalfinale, ehe er wegen der unsicheren politischen Lage nach Deutschland zurückkehrte.

Der ehemalige Nationalspieler verspricht sich viel von dem neuen Job in der Hauptstadt. Das Engangement in der Oberliga hält er für eine Ausnahmesituation, "weil eine Perspektive gegeben ist." Sein Talent als Trainer als der Schwabe mit kroatischen Wurzeln bereits unter Beweis gestellt. Die TSG Neustrelitz führte er 2014 zur überraschenden Meisterschaft in der Regionalliga und düpierte dabei weitaus ambitioniertere Vereine wie den 1. FC Magdeburg, Carl Zeiss Jena oder den FSV Zwickau. Das Happy End blieb allerdings aus, in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga war die Reservemannschaft von Mainz 05 eine Nummer zu groß.

Es folgten kurze Engagements beim VfL Wolfsburg, im hessischen Steinbach und in Mazedonien. Lange hielt es Brdaric nirgendwo aus. Warum das bei Tennis Borussia anders sein soll? Weil "Berlin eine tolle Stadt ist und ich ein Teil davon sein will, den Verein wieder nach oben zu bringen." So jedenfalls verkündet es Brdaric im Rahmen seiner Vorstellungspressekonferenz.

Knapp an der Insolvenz vorbei

Eingefädelt hat den Deal Jens Redlich. Der Geschäftsführer und Mitinhaber einer Kette von Fitnessstudios ist seit März Vorstandsvorsitzendervon TeBe und will den Klub bis 2019 in die Regionalliga führen. Ein ehrgeiziges Ziel für einen Verein, der nach Redlichs Angaben im Frühjahr kurz vor einer erneuten Insolvenz stand. Mit Hilfe des Hauptsponsors, Redlichs Fitnessstudio-Kette, konnte die finanzielle Schieflage ausgeglichen werden. Zum Dank diente man dem Retter den Chefsessel des Klubs an. 

Brdaric' Karriere in Bildern

"Sofort sympathisch"

Seitdem dreht der einstige Bundesligist wieder am etwas größeren Rad und richtet seine Personalpolitik entsprechend aus. Gleich 18 Neuzugänge vermeldeten die "Veilchen". Der Kader der Lila-Weißen gehört nun zum Besten (und Teuersten), was die Oberliga zu bieten hat. Nur auf der Trainerposition fehlte es nach der Runderneuerung an Glanz. Cemal "Teddy" Yildiz hatte sich zwar in Krisenzeiten als zuverlässiger Coach erwiesen, seinen geringen Kredit bei Redlich allerdings schon nach zwei Pleiten aus den ersten drei Spielen aufgebraucht. Nun soll es Brdaric richten, den Redlich als "absoluten Wunschkandidat" bezeichnet, der ihm "sofort sympathisch" war. Der Einstand als TeBe-Chefcoach ist immerhin geglückt. Beim bis dahin verlustpunktfreien Tabellenführer Optik Rathenow reichte es für TeBe zu einem 0:0.

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