Tough Mudder in NRW (Quelle: dpa)
Bild: Beautiful Sports

Tough Mudder auf dem Lausitzring - Voller Freude in den Matsch werfen

Das Training ist hart, aber das ist auch der Sport. Jede Menge Schlamm, tonnenweise Eis und 20 beinharte Hindernisse – das sind die Zutaten für den Tough Mudder, den Extremhindernislauf am Lausitzring. Einer der Schlammbegeisterten ist Jens Lucask aus Calau. Von Andreas Friebel

Das Training läuft auf Hochtouren, kurz vor dem "Hard Mudder" am Wochenende auf dem Lausitzring. "Es ist schön nach Hause zu kommen. Die Klamotten sind völlig eingesaut und Mutti meckert nicht mehr", sagt Jens Lucask. Im wahren Leben ist er Immobilienmakler. Aber am Wochenende wirft er sich voller Freude in den Matsch. Aber nicht nur das. Schon der Start zum Tough Mudder hat es in sich. Es geht in einen riesigen Pool aus Eiswasser. Durch den wird getaucht. Ohne Training sollte das wirklich niemand versuchen, warnt Lucask. "Ich bin jemand, der im Winter auch mal ganz gern zum Eis baden geht und in Lübben das Spree-Schwimmen mitmacht. Außerdem dusche ich auch noch kalt. Für mich gibt es keine warme Badewanne."

Jens Lucask mit Trainer (Quelle: rbb/Andreas Friebel)
Jens Lucask mit seinem Trainer | Bild: rbb/Andreas Friebel

Erst üben, dann baden

Vielleicht gönnt sich der 40-Jährige ja ein schönes warmes Bad, wenn er alle Hindernisse geschafft hat. Doch eine kalte Dusche reicht als Vorbereitung für diesen Extremlauf nicht aus. In der langen Variante sind 20 Hindernisse auf 18 Kilometer verteilt. "Da ist sehr viel Matsch und Schlamm dabei. Man muss unter Stacheldrahtfeldern durchkriechen. Es gibt auf der langen Strecke auch einen Bereich, der Elektroschock heißt. Dort muss man an Drähten mit 10.000 Volt vorbei."

Das war dann aber auch Triathlonläufer Jens Lucask zu viel. Er hat sich für die halbe Distanz entschieden. Die ist neun Kilometer lang und hat es trotzdem in sich. Erst recht für Jemanden, der wegen einer Asthma-Erkrankung früher zum Teil vom Sportunterricht befreit war. "Wenn die anderen Dauerläufe gemacht haben, durfte ich nach einer Runde aufhören und konnte mir die roten Gesichter anschauen. Ich hätte auf die Krankheit gern verzichtet, aber heute bereitet sie mir keine Probleme mehr."

Die Schlammverrücken vom Spreewald Survival-Team

Der Calauer tritt beim Tough Mudder nicht allein an. Er startet mit fünf anderen Schlammverrückten vom Spreewald Survival-Team, die sich mindestens einmal die Woche auf einem Bauernhof in Raddusch treffen und gemeinsam trainieren. Denn allein schafft den Parcours niemand. Da ist zum Beispiel die Berliner Mauer. Die ist vier Meter hoch. Ohne Hilfe kommst du da nicht rüber. Einer stellt sich unten hin und der Nächste klettert dann über deine Schulter."

Hard Mudder Training in Raddusch (Quelle: rbb/Andreas Friebel)
Bild: rbb/Andreas Friebel

Um Zeit oder Platzierungen geht es bei diesem Hindernislauf übrigens nicht. Das Ziel: Durchkommen! Durch Schlamm, Eiswasser, vorbei an Elektroschocks und über noch so hohe Hindernisse, um am Ende mit einem unglaublich Glücks-Gefühl die Ziellinie zu überqueren - blaue Flecken und verdreckte Klamotten inklusive.

Beitrag von Andreas Friebel

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2 Kommentare

  1. 1.

    "Du bist verrückt, mein Kind, Du mußt nach Berlin ..." - oder auch in dessen Umland.

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