Die Boxer marco Huck und Aleksandr Usyk stehen sich bei der Pressekonferenz dicht an dicht gegenüber
Video: rbb UM6 | 05.09.2017 | Jonas Schützeberg | Bild: imago sportfotodienst

Auftakt zur " World Boxing Super Series" - Marco Huck fordert in Berlin den Weltmeister heraus

In der neu aufgelegten "World Boxing Super Series" hat Ex-Champion Marco Huck nur Außenseiterchancen. Bei der Weltpremiere in der Max-Schmeling-Halle trifft er am Samstag auf den aktuellen WBO-Weltmeister im Cruisergewicht, Aleksandr Usyk aus der Ukraine. Für Huck ist es die wohl letzte Chance.

Einmal Rocky Balboa sein - das muss sich der frühere Box-Weltmeister Marco Huck gedacht haben. In einer Spandauer Fleischfabrik schlug der 32-Jährige beim Training vor wenigen Tagen auf die Rinderhälften ein, wie einst das berühmte Leinwand-Vorbild.

Der Gegner, der den gebürtigen Bosnier nun in der Max-Schmeling-Halle erwartet, wird um einiges mehr Widerstand leisten als das leblose Fleisch. Aleksandr Usyk ist amtierender WBO-Weltmeister im Cruisergewicht. Als Amateur war er Olympiasieger, Welt- und Europameister. Der 1,91 Meter große Ukrainer wird vom selben Management betreut wie einst die Klitschko-Brüder. Der 30-Jährige gilt als klarer Favorit gegen den zwei Jahre älteren Huck.

"Ob Fans oder Experten an mich glauben, interessiert mich nicht"

Der Kampf ist die wohl letzte große Chance in der Karriere des Marco Huck: Vor zwei Jahren verlor er seinen Titel im weltweit anerkannten WBO-Verband.  Mit seinem letzten Kampf, dem Duell mit dem Letten Mairis Briedis, verlor er am 1. April auch den international zweitklassigen IBO-Weltmeistergürtel. Die Leistung gegen den unbekannten Kontrahenten war enttäuschend, Huck körperlicher nicht in bester Verfassung.

Das soll sich nun ändern. Seit sechs Wochen arbeitet Huck mit seinem alten und neuen Trainer Conny Mittermeier. Das bayerische Box-Urgestein sagt: "Ich bin das erneute Engagement mit Marco allerdings unter der Bedingung eingegangen, dass ich ihn nur betreuen werde, wenn er sich in einer hervorragenden körperlichen Verfassung befindet. Und in dieser habe ich ihn vorgefunden."

50 Millionen Dollar zu holen

Nach den letzten Resultaten ist es erstaunlich, dass Marco Huck (Cruisergewicht) neben Jürgen Brähmer (Super-Mittelgewicht) als einer von zwei Deutschen Teil der "World Boxing Super Series" ist. Acht Boxer kämpfen in beiden Gewichtsklassen um die "Muhammad Ali Trophy", bei der insgesamt 50 Millionen US-Dollar (rund 41,8 Millionen Euro) ausgeschüttet werden. Allein für den Kampf gegen Aleksandr Usyk sind Huck 400.000 Euro Antrittsgage sicher.

Nach dem "Super-Six" (2009 bis 2011) ist dieses Championat erst das zweite weltweit ausgetragene Profi-Box-Turnier - diesmal allerdings im K.O.-Modus. Wer verliert, ist raus.

Finale im Mai in Las Vegas

Sollte Huck das Viertelfinale für sich entscheiden, steht er im Halbfinale, wo die Sieger der Begegnungen zwischen dem kubanischen WBA-Weltmeister Yunier Dorticos gegen Dimitri Kudrjaschow (Russland), WBC-Titelträger Briedis (Lettland) gegen Mike Perez (Kuba) und Murat Gassijew (Russland) gegen IBF-Weltmeister Krzysztof Wlodarczyk (Polen) warten.

Huck würde zudem Usyks Titel übernehmen und zum WBO-Superchampion erklärt. Das Finale steigt dann im Mai nächsten Jahres in Las Vegas.

Weltpremiere in Berlin

Huck gegen Usyk ist der Auftakt des internationalen Box-Turniers, die Berliner Max-Schmeling-Halle erlebt also eine Weltpremiere. Ob der Kampf zugleich das Ende der Karriere von Marco Huck bedeutet, wird sich zeigen. Wenn der 32-Jährige mit genauso viel Leidenschaft zuschlägt, wie er es bei den Rinderhälften getan hat, könnte "Käpt'n Huck" die Überraschung gelingen.

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