Thomas Brdaric ist Trainer bei Tennis Borussia Berlin (Quelle: imago/Matthias Koch)
Audio: Inforadio | 26.10.2017 | Vis-à-vis-Interview mit Thomas Brdaric | Bild: imago sportfotodienst

Interview mit Trainer Thomas Brdaric - "TeBe ist ein schlafender Riese, den man anpacken muss"

Als Bundesliga-Fußballer war Thomas Brdaric eine schillernde Figur. Heute trainiert der 42-Jährige Tennis Borussia Berlin. Warum er sich für einen Fünftligisten entschieden hat und was seine Ziele sind, darüber hat Stefan Frase mit ihm gesprochen.

Er bezeichnet sich selbst als absoluten Fußball-Enthusiasten - und das hat er wohl schnell übertragen. Denn seit neun Pflichtspielen ist Thomas Brdaric neuer Trainer von Tennis Borussia Berlin - und seitdem noch ungeschlagen. "Man muss sich einfach adaptieren", sagt Brdaric über seinen schnellen Erfolg.

TeBe in die Erfolgsspur zurückgebracht

Nach Stationen in Weißrussland, Usbekistan und zuletzt Mazedonien ist der 42-Jährige wieder in Deutschland angekommen und fühlt sich richtig wohl. "Ich liebe die Ordnung und die Disziplin", erklärt er. Die herrscht auch auf dem Platz.

Nachdem sich TeBe nach missglücktem Saisonbeginn von Trainer Cemal Yildiz getrennt hatte, hat Brdaric den traditionsreichen Berliner Klub übernommen - und vorerst wieder zurück in die Erfolgsspur gebracht. Der neue Coach bringt viel Erfahrung mit und will TeBe wieder voran bringen. Dass er, immerhin in mehr als 300 Profi- und sogar acht Länderspielen für die Deutsche Nationalmannschaft gestählt, dabei "nur" einen Fünftligisten trainiert, spielt für Brdaric keine Rolle: "Ich bin Trainer aus Leidenschaft und das versuche ich den Spielern jeden Tag zu zeigen."

Kaffee und Kuchen mit Blick auf den Rhein

Privat lässt es der früher auch gerne mal etwas impulsivere Typ ruhiger angehen, zum Beispiel mit Kaffee und Kuchen im heimischen Ausflugslokal. Das betreibt seine Frau Antje in Bislich am Rhein, wo sie mit den beiden Kindern wohnt. Dass er zwischen Bislich und Berlin pendeln muss, nimmt seine Familie gelassen. "Ich habe eine fußballverrückte Familie. Es war eine Entscheidung von uns allen, TeBe zumindest bis nächsten Sommer zu begleiten", so Brdaric.

Dafür hat er sogar erst- und zweitklassige Angebote aus Asien ausgeschlagen, verrät Brdaric im Vis-à-vis-Interview dem rbb.

Als die Entscheidung fiel, hatte der Trainer mit kroatischen Wurzeln besonders viele Gratulanten. "Der Name TeBe ist größer, als man denkt. Ich habe mehr Glückwünsche bekommen, als bei jedem anderen Verein zuvor", erzählt der ehemalige Bundesliga-Profi. Und er hat dafür auch eine schlüssige Erklärung parat: "Ich glaube, TeBe ist ein schlafender Riese, den man anpacken muss." Und wenn ihm das weiterhin so erfolgreich gelingt, dann kennen ihn und seinen Verein sowohl am Rhein als auch in Berlin vielleicht bald noch mehr Menschen.

Wenn Sie wissen wollen, was Thomas Brdaric über seine Trainingsphilosphie, seine Auslandsaufenthalte und die Arbeit mit (teilweise) Amateuren denkt, können Sie oben mit einem Klick auf das Bild das ganze Interview nachhören. Auch Jupp Heynckes und Oliver Kahn spielen darin eine Rolle.

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