Radsportler Maximilian Levy (Quelle. Imago)
Video: rbb UM6 | 17.10.2017 | Stefan Frase | Bild: imago sportfotodienst

Bahnradsport-EM in Berlin - Neue Bahn, neues Glück?

Bei den Europameisterschaften im Bahnradsport hat sie Premiere: Die neuverlegte Holzbahn im Berliner Velodrom. Der gebürtige Berliner Maximilian Levy hofft auf ein glänzendes Heimspiel, die Erwartungen an das deutsche Team insgesamt sind hoch.

Gut 20 Jahre dreht Maximilian Levy nun schon seine Runden auf dem Rennrad - bei den Bahnrad-Europameisterschaften, die am Donnerstag beginnen, erlebt der gebürtige Berliner dennoch eine Premiere: "Es ist das erste Mal, dass ich eine große Meisterschaft in Deutschland erlebe", sagt er. "Das ist eine tolle Geschichte für mich. Ich habe beim Berliner TSC das Radfahren gelernt und die Bahn im Velodrom ist die erste, auf der ich je gefahren bin."

Kein Wunder, dass die Aussicht auf die Heim-EM Levys winterliche Sinnkrise beenden konnte. Nach dem enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Spielen in Rio und einem erneuten Schlüsselbeinbruch im Januar stellte sich der 30-Jährige die Frage, ob und wie es mit seiner Karriere weitergehen soll. Mittlerweile sind die Zweifel verflogen, im Vordergrund steht beim mehrfachen Welt- und Europameister nun die Vorfreude auf die Wettkämpfe im Velodrom.

Neue Balustrade errichtet

Damit diese ein Erfolg werden, ist in der Halle an der Landsberger Allee viel passiert: Vor allem die neu verlegte Bahn ist der Stolz von Sebastian Rüß, Geschäftsführer des Velodrom-Betreibers Velomax. Er ist besonders zufrieden, weil das umfangreiche Vorhaben bestehende Zeit- und Budgetpläne nicht sprengte - das ist ja bekanntlich keine Selbstverständlichkeit in der Hauptstadt. Zwei Millionen Euro sind in die Holzpiste und weitere Renovierungsarbeiten investiert worden. Dazu zeigte sich der Berliner Senat weiter spendabel und unterstützt die Veranstaltung laut Staatssekretär Christian Gaebler mit 750.000 Euro.

65.000 laufende Meter sibirischer Fichte wurden dafür ausgetauscht, sowie mit 143 Glasscheiben eine neue Balustrade errichtet. Das war nötig, um die strengen Sicherheitsanforderungen des Radsportweltverbandes UCI zu erfüllen und das Velodrom fit zu machen für internationale Veranstaltungen. Das Ambiente gepaart mit den Leistungen der Sportler sollen möglichst viele Zuschauer in die Halle locken. Der Berliner OK-Chef Burckhard Bremer rechnet "mit bis zu 8.000 Zuschauern an den vier Wettkampftagen".

Feedback "durchweg positiv"

Einige Fahrer sind schon Tage vorher zu Trainingszwecken auf dem neuen Rund unterwegs gewesen, unter ihnen Robert Förstemann, Olympiasiegerin Kristina Vogel - und Levy. Deren Feedback war laut Rüß "durchweg positiv".  Für Levy war die Modernisierung längst überfällig. "Die alte Bahn hat schon etwas gebröckelt", sagt er - er fügt aber auch hinzu, dass "es noch ein bisschen dauert, bis die Bahn so richtig sitzt".

Klar ist: Das deutsche Team hat hohe Erwartungen. Ziel seit es laut Verbands-Sportdirektor Patrick Moster, "vier bis sieben Medaillen zu holen". Auch Kristina Vogel gibt sich vor der EM selbstbewusst. "Eine Goldmedaille im Teamsprint fehlt mir noch - die will ich", so die 26 Jahre alte Erfurterin.

Ob sich der Aufwand gelohnt hat, wird sich spätestens am 19. Oktober um 19.00 Uhr zeigen. Dann wird die neue Bahn im Velodrom im Rahmen der EM offiziell eröffnet. Und die Halle wird ausgelastet bleiben: 2018 folgt ein Weltcup, 2020 die WM.

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