Gleich zweimal stürmten gewaltbereite Fans beim Spiel SV Babelsberg gegen Energie Cottbus am Freitagabend den Rasen. (Quelle: imago/Björn Draws/SV)
Video: Brandenburg Aktuell | 14.11.2017 | Sebastian Schiller | Bild: imago/Björn Draws/SV

Nach Ausschreitungen in Babelsberg - Energie-Fan muss weiter mit Stadionverbot rechnen

Wieviel Nachweise sind nötig, damit Vereine ein bundesweites Stadionverbot aussprechen können? Darum geht es seit Dienstag vor dem Amtsgericht Cottbus. Nach der Randale in Babelsberg hatte der FC Energie vier solcher Verbote ausgesprochen. Einer der Betroffenen hat nun geklagt.

Die Krawalle beim Regionalligaspiel von Energie Cottbus beim SV Babelsberg vor einem halben Jahr haben am Dienstag das Cottbuser Amtsgericht beschäftigt. Ein langjähriges Mitglied der mittlerweile aufgelösten Fangruppierung "Inferno" hat dagegen geklagt, dass der FC Energie ein vierjähriges, bundesweit geltendes Stadionverbot gegen ihn verhängt hat.

Eine Entscheidung fällte das Gericht nicht, stattdessen vertagte es den Prozess. Die Richterin erachtete die Beweislage als noch zu dünn. Beide Parteien wollen nun weitere Beweismittel einreichen.  

Bei dem Spiel im April hatten gewaltbereite Fans bei einem Auswärtsspiel von Energie Cottbus den Platz gestürmt und Bengalos gezündet. Es wurden 19 Anzeigen erstattet, 14 davon gegen Fans von Energie Cottbus.

FC Energie kündigt entschiedenes Vorgehen an

Unter anderem ermittelte die Polizei wegen Landfriedensbruchs, wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen - denn einige der Hooligans zeigten auch den Hitlergruß.

Der FC Energie war in den vergangenen Jahren häufig dafür kritisiert worden, nicht hart genug gegen gewaltbereite Fans vorzugehen. In diesem Jahr gab es nun bereits rund 30 Stadionverbote, und Geschäftsführer Norman Kothe kündigte an, diese auf jeden Fall durchsetzen zu wollen: "Wir sehen und vermuten hier führende Köpfe, die für das Handeln der Gruppe seit Jahren zuständig sind", sagte Kothe am Dienstag dem rbb. Und: "Die Stadionverbote, die wir hier ausgesprochen haben, wollen wir in ihrem Bestand natürlich auch gesichert wissen."

Anwalt des Klägers hält Verbote für unlogisch

Unter anderem wurden auch vier bundesweite Stadionverbote verhängt, in einem Fall gegen den FCE-Anhänger, der nun vor Gericht gezogen ist. Dessen Anwalt René Lau kann sich nicht vorstellen, dass der Lausitzer Viertligist damit durchkommt. Die Verbote seien alle mit derselben Begründung gerechtfertigt worden - bei vier verschiedenen Personen, das könne schon "denklogisch" nicht sein, sagte Lau dem rbb-Nachrichtenmagazin Brandenburg Aktuell.

Energie-Geschäftsführer Kothe kündigte vorsorglich an, keine Zugeständnisse machen zu wollen: "Wir gehen durch alle Instanzen, das kann ich Ihnen schon heute zusagen."

Sendung: Brandenburg Aktuell, 14.11.2017, 19.30 Uhr

mit Informationen von Sebastian Schiller, Studio Cottbus

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