Hertha Manager Preetz vor der Ostkurve
Video: rbb aktuell | 13.11.2017 | Nikolaus Hillmann | Bild: imago/Mathias Koch

Hertha BSC im Dialog mit seinen Fans - Schatz, wir müssen reden

Bei der letzten Mitgliederversammlung von Hertha BSC ging es hoch her zwischen Fans und Verein - vor allem beim Thema Stadion. Damit es diesmal harmonischer wird, stand das Thema schon beim traditionellen Vorgespräch "Hertha im Dialog" am Montag im Fokus.  

Fußballvereine und ihre Fans, das ist ein bisschen wie eine Liebesbeziehung - oft gut, kann aber auch mal schwierig werden, und dann muss man reden. Vor allem wenn es um den künftigen gemeinsamen Wohnsitz geht. Hertha BSC will sich da gerne verändern, das ist bekannt. Der Neubau in Charlottenburg auf dem Olympiagelände, gleich vorm alten Heim, die Neues-Nest-Alternative in Brandenburg oder doch einfach nur renovieren im Olympiastadion - das sind die Möglichkeiten.

Für viele Fans ist das aber keine Frage. "Ein Berliner Hauptstadtclub gehört einfach nach Berlin", sagt zum Beispiel Ute Daume. Sie ist mit ihrer Tochter hergekommen, Sarah Daume findet auch: "Ganz klar, in Brandenburg möchten wir den Stadionneubau nicht haben." Und das, obwohl sie beide aus Brandenburg kommen.  

Brandenburg, wer will hier nach Brandenburg?

Hertha und das Stadion - ein Dauerthema, das auch bei der Mitgliederversammlung in einer Woche im Mittelpunkt stehen wird. Mit einem Antrag, der gar eine Satzungsänderung nach sich ziehen würde. Ziel: Eine Heimspielstätte in Berlin als Pflichtpassus. Bekommt dieser Antrag eine Zustimmung mit zwei Drittel Mehrheit, müsste Hertha in Berlin bleiben - egal ob sie in Zukunft weiter in der Bundesliga spielen oder um die Mondmeisterschaft.

Die Hertha Führung Preetz, Gegenbauer, Schiller bei der Veranstaltung Hertha im Dialog
Frontaldialog: Schiller, Preetz und Gegenbauer (von links) auf dem Podium. | Bild: Jakob Rüger

Soweit die Theorie - in der Praxis ist die Abstimmung aber eigentlich gar nicht notwendig, betonte Hertha-Präsident Werner Gegenbauer: "Eine Entscheidung gegen die Mitglieder werden wir nicht treffen und die Stimmung war ja bei der letzten Mitgliederversammlung schon hoch emotional gegen alles, was hinter den Grenzen der Stadt liegt, insofern haben wir das zu respektieren."

Es klingt nicht so, als hätte Hertha selbst überhaupt Lust auf das Eigenheim vor den Toren der Stadt. In Richtung des Ludwigsfelder Bürgermeisters Andreas Igel, der Hertha zuletzt unter Entscheidungsdruck gesetzt hatte, antwortete Gegenbauer nur schmunzelnd: "Dem Bürgermeister und der Stadt gehört das Grundstück ja gar nicht mehr." Wenn, dann solle sich doch bitte der Brandenburg Park selbst melden.

Lockere Diskussion - Gegenbauer fordert Weltoffenheit und Toleranz

Und wenn es beim Thema Eigenheim schon so harmonisch wird, dann kann man ja auch noch schauen, was das Fanherz sonst so umtreibt. Denn die Mitglieder, die gekommen sind - es waren deutlich weniger als in der Vergangenheit - sind nicht nur fürs Stadion gekommen. Auch die Entwicklung der jungen Spieler ("ob die nur Verkaufsmasse sind") und mehr Fannähe wurden thematisiert, allerdings abseits der Kameras und Mikrofone.  

Noch etwas sagen wollte Gegenbauer dann aber zum Fehlverhalten einiger weniger Fans. "Hertha möchte eine bestimmte Haltung, die wir ja auch für ganz Berlin haben wollen - weltoffen und tolerant. Und da wollen wir auch keine Banner sehen, die den Gegner verunglimpfen." Derlei Aktionen hätten in der Vergangenheit nämlich zugenommen.

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