Claus-Dieter Wollitz, Trainer des FC Energie Cottbus lächelt entspannt Richtung Kamera. (Quelle: imago/Koch)
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Überraschende Wende vor DFB-Bundestag - Landesverbände einigen sich doch auf Regionalliga-Reform

Nach rbb-Informationen haben sich die 21 Fußball-Landesverbände überraschend auf eine Neuregelung des Regionalliga-Aufstiegs geeinigt. Die Vereine der Regionalliga Nordost würden von den Änderungen profitieren, über die am Freitag offiziell abgestimmt wird.

Das war unerwartet! Auf einer internen Sitzung haben sich die 21 Fußball-Landesverbände vor dem am Freitag stattfindenden DFB-Bundestag in Frankfurt über eine Lösung der umstrittenen Regionalliga-Relegation geeinigt. Nach rbb-Informationen steht nun doch ein Vorschlag über eine Neuregelung zum Aufstieg in die 3. Liga zur Abstimmung.

Der Präsident des Brandenburgischen Landesverbandes Siegfried Kirschen bestätigte dem rbb gegenüber direkt im Anschluss an die Krisensitzung, dass das Konzept "wie maßgeschneidert für den NOFV" sei. Die Annahme des Antrags in der Abstimmung am Freitag wäre eine reine Formalie.

Direkter NOFV-Aufsteiger 2018/19 - und danach?

Der gemeinsame Vorschlag der Landesverbände sieht eine Übergangsphase von zwei Jahren vor. In der Saison 2018/19 stünde unter anderem der Regionalliga Nordost ein direkter Aufstiegsrang zu, dafür müsste der Meister der Folgesaison 2019/20 in eine Relegation.

Für die Zeit danach soll ein Expertengremium in den kommenden zwei Jahren ein Modell mit vier Regionalligen und entsprechend einem Aufstiegsrecht für alle Meister erarbeiten - unter dieser Prämisse würde auch die 3. Liga eine Neuregelung akzeptieren und damit einen vierten Absteiger einführen. Laut Siegfried Kirschen steht die Regionalliga Nordost bei dem Vier-Ligen-Modell nicht zur Disposition - wie genau die langfristige Regelung ab 2020 aussehen soll, ist aber weiterhin offen.

Denn die vorläufige Lösung wurde durch Zugeständnisse der Vereine der Regionalligen West und Südwest möglich, die kurzfristig von ihren Forderungen nach jeweils einem direkten Aufsteiger abrückten. Der Präsident des FC Energie Cottbus, Michael Wahlich, erfuhr von der überraschenden Wende durch den rbb: "Wenn das so ist, ist das ein Knaller. Nach dem, was passiert ist, wäre das eine Zukunftsperspektive. Das ist fast eine Revolution!"

Auch der Cottbuser Trainer, Claus-Dieter Wollitz, einer der schärfsten Kritiker der bisherigen Aufstiegsregelung, äußerte sich zufrieden: "Das wäre ein fairer Kompromis. Es geht mir nicht um den FC Energie, sondern um sportliche Fairness", sagte er dem rbb am Telefon.   

Aufstiegsregelung sorgt seit Jahren für Unmut

Die Aufstiegsregelung in den Regionalligen ist seit Jahren ein viel diskutiertes Thema. Der Grund liegt auf der Hand: Von den fünf Meistern und dem Zweiten der Spielklasse Südwest können nur drei Mannschaften in die 3. Liga aufsteigen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Als Regionalliga-Meister können die Vereine nicht sicher mit dem Aufstieg planen, zwei bleiben mindestens auf der Strecke.

Für Claus-Dieter Wollitz und den FC Energie Cottbus würde sich das kurzfristig nicht ändern: Trotz der wahrscheinlichen Regionalliga-Meisterschaft - derzeit führen die Lausitzer mit 14 Punkten Vorsprung die Tabelle der Regionalliga Nordost an - müsste Cottbus im Mai in die Relegation.

Immerhin: In vier von fünf Spielzeiten setzte sich der Nordost-Meister in der Relegation auch durch.

Sendung: rbb Aktuell, 07.12.2017, 21.45 Uhr

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