Jens Keller (Quelle: imago/Eibner)
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Interview | Jens Keller über seinen Rausschmiss bei Union - "Die Mannschaft war fassungslos"

Es war die Überraschung der Woche: Am Montag trennte sich der 1. FC Union Berlin von Trainer Jens Keller. Anzeichen für die Entscheidung hatte es offenbar nicht gegeben. Wie der 47-Jährige mit der Situation umgeht, hat er Stephanie Baczyk im Interview geschildert.

rbb|24: Herr Keller, hat Sie das überrascht, was da passiert ist?

Jens Keller: Es gab keine Anzeichen, deshalb war ich schon sehr überrascht, dass das am Montag so gekommen ist.

Was können Sie denn zu diesem Gespräch am Montag sagen?

Das war relativ kurz, der Verein hat mir seine Entscheidung gesagt und was soll man da als Trainer noch groß reden? Ich habe das zur Kenntnis genommen und mich verabschiedet.

Der Verein hat diese Entscheidung damit begründet, dass die sportlichen Ambitionen nicht mehr mit den aktuellen Leistungen vereinbar sind. Können Sie das nachvollziehen?

Ich muss sie akzeptieren.

Inwiefern hat das auch mit der Stimmung in der Mannschaft und Ihnen zu tun, Stichwort Steven Skrzybski?

Wenn Sie mit der Mannschaft reden, dann gibt es da kein negatives Wort. Sicherlich gibt es immer mal wieder Unstimmigkeiten bei einem Kader von 23 Mann, aber Sie können mit jedem Spieler reden, da wird nichts allzu Negatives kommen. Wir haben auf eine sehr menschliche und respektvolle Art und Weise miteinander gearbeitet.

Was machen Sie jetzt, sind Sie noch unter Vertrag beim 1. FC Union Berlin?

Ich lasse jetzt alles auf mich zukommen und habe noch Vertrag bis Mitte nächsten Jahres und werde erst mal runterkommen und das alles verarbeiten. Außerdem habe ich jedes Angebot oder jede Anfrage abgewiegelt, weil ich mich hier in Berlin-Köpenick wohlgefühlt habe, mit dem Verein und der Mannschaft etwas aufbauen wollte und deshalb gab es keine ernsthaften Gespräche mit anderen Vereinen, und das ist mir unheimlich wichtig.

Es wurde ja immer wieder ein Kontakt mit dem 1. FC Köln kolportiert…?

Nein, ich habe jede Anfrage beim ersten Telefonat sofort abgeblockt und aus Respekt gegenüber dem 1. FC Union Berlin immer Nein gesagt.

Hätten Sie sich mehr Zeit und Geduld vom 1. FC Union gewünscht?

Wir haben hier kein Wunschkonzert, der Verein hat so entschieden, ich denke, die stehen ganz gut da. Weit weg vom Abstiegsplatz und drei Punkte hinter dem dritten Platz. Ich bin überzeugt, dass wir die Ziele erreichen hätten können und alles Weitere hat der Verein entschieden.

Sie haben der Mannschaft ja die Nachricht überbracht. Wie hat diese reagiert?

Die waren fassungslos und konnten das auch nicht nachvollziehen, weil wir intern ein sehr gutes Verhältnis alle zusammen hatten und sehr respektvoll und super miteinander umgegangen sind. Und ich glaube auch, dass wir in der Zeit hier sehr viel menschliche Dinge mit reingebracht haben und die Mannschaft war dann sehr, sehr überrascht.

Sendung: rbb aktuell, 06.12.2017, 16.00 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Hätte ich nicht gemacht. Steigen sicherlich auf. Sicher mit Keller auch.
    Was die Fans dazu sagen?

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