Dicht an dicht stehen am 23.12.2017 in Berlin die Besucher des Eisern-Union-Weihnachtssingen im Stadion an der Alten Försterei. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
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Video: rbb Fernsehen |23.12.2017 | Bild: dpa/Paul Zinken

Weihnachtssingen bei Union - "Stille Nacht" aus 28.500 Kehlen

In ganz Deutschland kopieren Vereine mittlerweile eine Erfindung aus Köpenick. Doch es kann nur ein Original geben. Ein echtes. Ein eisernes. Ein Weihnachtssingen bei Union. Das war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg.

Fans des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin haben sich zum mittlerweile 15. Mal mit dem gemeinsamen Singen in etwas größerem Rahmen auf Weihnachten eingestimmt. Was im Jahr 2003 mit 89 versprengten Union-Anhängern im Mittelkreis der Alten Försterei begann, ist mittlerweile ein echtes Massenphänomen: 28.500 Besucher verwandelten am Samstagabend mit ihren Kerzen das Stadion in ein Lichtermeer. 

Ein neuer Pfarrer liest die Weihnachtsgeschichte

Unterstützt vom Chor des Emmy-Noether-Gymnasiums und einer Blasmusikkapelle sangen sie klassische Weihnachtslieder wie "O du fröhliche" oder "Stille Nacht". Aber auch die Union-Fußball-Hymnen standen auf dem Programm. 

Das soll auch in Zukunft so bleiben: Im Gegensatz zu anderen Vereinen will der 1. FC Union Berlin die Veranstaltung nicht weiter professionalisieren, sondern an den Traditionen festhalten. Eine Neuerung gab es allerdings beim 15. Weihnachtssingen: Nach 13 Jahren las nicht mehr Pfarrer Peter Müller die Weihnachtsgeschichte vor. Der 80-Jährige stellte am Samstagabend seinen Nachfolger Pfarrer Ulrich Kastner (53) vor, der die Rolle des Vorlesers übernahm. 

Wer hat's erfunden? Die Eisernen

Mit dem Weihnachtssingen haben die Eisernen einen echten Trend losgetreten: Branchengrößen wie Borussia Dortmund und Schalke 04 haben nachgezogen und lassen bei ihren Weihnachtsevents mittlerweile Sänger wie Sasha und Hartmut Engler von der Kette, wie sich das Fachmagazin 11Freunde mokiert.

Diese kommerziellen Auswüchse stehen im krassen Gegensatz zu den Ursprüngen des Weihnachtssingens, die laut Vereinslegende "halblegal" waren: 89 Mitglieder des Fanclubs Alt-Union sollen anno 2003 teilweise über die Zäune der Försterei geklettert sein, um sich mit ein paar Weihnachtsliedern auf die Feiertage einzustimmen - und ihren Frust über die miserable Vorrunde in Glühwein zu ertränken.

Inzwischen ist das Weihnachtssingen das größte Ereignis des Vereins im Jahreskalender. Die 28.500 Karten waren nach einem Tag bereits ausverkauf. Die Eintrittsgelder kommen der Jugendabteilung des Vereins zugute.

Der berühmteste Weihnachtschor Deutschlands

Hält der Rasen?

Damit die 28.500 Sänger auch ausreichend Platz hatten, wurde der Rasen mit weißen Platten abgedeckt. Die wurden bereits am Samstagmorgen in neun großen Trucks angefahren, 24 Helfer ließen das Grün verschwinden. Die große Frage für den Verein lautet: Muss der Rasen nach dem Weihnachtssingen ausgetauscht werden? Die letzten Heimspiele der Köpenicker haben dem Platz einiges abverlangt. Wenn das Wetter mitspielt und es feucht wird, kann der Rasen auch 2018 noch bespielt werden.

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Dann will ich konsequenterweise als Atheist meine Rundfunkgebühren wieder zurück, wenn weiterhin Gottesdienste im ö.r. TV übertragen werden.

  2. 7.

    Doppelmoral. 90 Prozent haben keine Religions Zugehörigkeit und singen christliche Lieder den Herkunft und Bedeutung sie nicht kennen. Was soll der Quatsch?

  3. 6.

    Leider fehlten in diesem jahr die wirklichen Fans. Karten gab es keine mehr. Traurig das für Dauerkartenbesitzer nichts übrig war. Karten wurden an Leute vergeben die nichts mit union gemein haben. Karten wurden diesmal angeblich nur an mitglieder abgegeben. Aber haben wir 28500 Mitglieder? Nein, knapp 18000. Es ist schon schade dass diese Union interne Veranstaltung dem Komerz zum Opfer gefallen ist. Als Unionfan seit 1966 auf der Gegengerade stehend kann ich nur sagen das hat nichts mehr mit Union zu tun.

  4. 3.

    Schöne Veranstaltung mit Vorbildcharakter !!!

  5. 2.

    Absolut schöne Veranstaltung. Im nächsten Jahr werden wir hoffentlich live dabei sein können.

  6. 1.

    Sehr schön. Schließlich wird im Osten morgen ja auch die Geburt des Weihnachtsmannes gefeiert.

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