Spieler von Energie Cottbus laufen sich warm (Quelle: Andreas Friebel)
Audio: Inforadio | 06.01.2018 | Andreas Friebel | Bild: Friebel

Trainingsauftakt in Cottbus - Entspannt zum Aufstieg?

Kann jemand Energie Cottbus die Regionalliga-Meisterschaft noch streitig machen? Die Lausitzer haben aktuell 14 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten BFC Dynamo. Und so war der Trainingsauftakt am Samstag ziemlich entspannt. Von Andreas Friebel

Mit einem breiten Lächeln begrüßte Trainer Claus-Dieter Wollitz seine Spieler am Samstagvormittag nach der Rückkehr aus der kurzen Weihnachtspause. Es war keine wirkliche Pause, denn in den vergangenen drei Wochen hatte jeder Spieler zu Hause einen dicken Trainingsplan abzuarbeiten. Offenbar haben das auch alle getan, wie die erste Auswertung zeigt. "Wir sehen anhand der Daten, dass wir auf einem sehr guten Weg sind," freute sich Wollitz. "Und nun hoffe ich, dass jeder sein Ego hinten anstellt und im Interesse des Vereins und der ganzen Region unserem Ziel alles unterordnet. Wenn wir es gemeinsam wollen, können wir es schaffen."

Neuzugang Kevin Scheidhauer beim FC Energie schießt im Training einen Ball. (Quelle: imago/Koch)
Neuzugang Kevin Scheidhauer | Bild: imago/Koch

Gemeint ist der Aufstieg in die dritte Liga. Die Meisterschaft dürfte Energie bei einem halbwegs normalen Saisonverlauf nicht mehr zu nehmen sein. Und deshalb richtet sich der Fokus schon jetzt auf die Aufstiegsspiele Ende Mai. So testen die Lausitzer in der Vorbereitung ausschließlich gegen höherklassige Teams aus der dritten, zweiten und ersten Liga. "Klubs wie Magdeburg oder Braunschweig haben uns angefragt. Das zeigt ja, dass sie uns sportlich auf einem gewissen Niveau sehen. Für uns ist das Anerkennung für die Leistung, die wir in den letzten Wochen und Monaten gezeigt haben. Dazu kommt, dass wir in diesen Spielen deutlich sehen werden, was wir noch verändern müssen", erklärt Wollitz.

Neuzugang Scheidhauer will durchstarten

Verändern wird sich in jedem Fall noch etwas im Kader. Der soll noch mehr Tiefe und Breite bekommen - auf allen Positionen. Zum Beispiel im Sturm, wo der Ex-Wolfsburger Kevin Scheidhauer einen Neustart in Cottbus wagt. Der 25-Jährige war nach zahlreichen Verletzungen ohne Klub. "Ich habe in den letzten zwei Jahren anderthalb Spiele gemacht. Das ist nicht zufriedenstellend. Manchmal wird man halt von Verletzungen zurückgeworfen. Aber ich hoffe, dass das jetzt ein Ende nimmt und ich verletzungsfrei bei Energie durchstarten kann."

Was passiert, falls der Aufstieg nicht gelingt?

Scheidhauer ist aktuell der einzige Neuzugang, wird es aber nicht bleiben. Der Bochumer Torwart Martin Kompalla ist seit Samstag zum Probetraining in der Lausitz. Außerdem steht Wollitz noch mit einem offensiven Mittelfeldspieler aus der dritten Liga in Kontakt. "Wir wollten eigentlich eine Entscheidung bis heute treffen. Jetzt haben wir uns aber verständigt, über das Wochenende noch mal etwas Zeit zu nehmen, um dann die richtige Entscheidung zu treffen." Die Lausitzer Rundschau spekuliert, dass es sich bei dem möglichen Neuzugang um Darryl Geurts handelt, der aktuell in Paderborn unter Vertrag steht. Der 24-Jährige stammt aus dem Nachwuchs von Energie Cottbus.

Noch nicht entschieden ist die Trainerfrage für den Fall, dass der Aufstieg in diesem Jahr nicht gelingt. Der Vertrag mit Claus-Dieter Wollitz verlängert sich nur in der dritten Liga automatisch, für die Regionalliga gilt er nicht weiter. "Ich fühle mich nicht als Viertliga-Trainer. Ich habe andere Vorstellungen vom Fußball. Und die sind in anderen Ligen besser umsetzbar. Minimum dritte Liga, gern auch die zweite Liga sind mein persönlicher Anspruch." Bevor Wollitz zusagt, will er sicher sein, dass viele seiner Leistungsträger auch bei Nichtaufstieg bleiben.

Noch ein Jahr vierte Liga will in der Lausitz niemand

Cottbus hat die finanziellen Mittel für eine weitere Regionalligasaison auf hohem Niveau. Zumal in der kommenden Spielzeit der Nordost-Meister erstmals wieder direkt aufsteigen darf. Doch so verlockend das auch klingt, noch ein Jahr vierte Liga will in der Lausitz niemand. Denn wer weiß schon, ob es sportlich wieder so laufen wird. 18 Spiele ohne Niederlage lassen sich nicht so einfach wiederholen.

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