Trainer Manfred Wolke gibt seinem Schuetzling Axel Schulz im Kampf gegen Goerge Foreman 1995 Anweisungen. (Quelle: imago/Mausolf)
Video: rbb um 6 | 14.01.2018 | Christian Dexne | Bild: imago/Mausolf

Boxtrainer Manfred Wolke wird 75 Jahre alt - Der Mann, der Champions formte

Der ehemalige Boxtrainer Manfred Wolke wird am Sonntag 75 Jahre alt. Der gebürtige Potsdamer formte Henry Maske zum Champion, das Duo sorgte für sensationelle TV-Quoten. Seit seinem Karriereende 2009 ist es ruhiger um Wolke. Von Philipp Büchner

"Ohne Manfred Wolke hätte ich das alles nicht erreicht," unterstrich Henry Maske einst die Bedeutung seines ehemaligen Mentors. Der Gentleman-Boxer wurde unter Trainer Wolke Olympiasieger und Weltmeister, verteidigte seinen WM-Titel zehnmal. Dabei hatten ihm nur die wenigsten den Wechsel ins Profigeschäft zugetraut - sein Potsdamer Trainer aber hat immer an ihn geglaubt. Das Erfolgsduo hatte entscheidenden Anteil am Aufstieg des Boxens in Deutschland zu Beginn der 1990er-Jahre: Bis zu 18 Millionen Menschen verfolgten die Maske-Kämpfe damals vor den Fernsehern.

Henry Maske beschreibt Wolke als "Philosoph unter den Trainern", als "Feingeist": "Er konnte seinen Boxern mit viel Sachverstand glaubhaft machen, was sie zu tun haben und was nicht." Mit Axel Schulz hätte Wolke 1995 beinahe auch den ersten deutschen Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling trainiert, doch Schulz unterlag Box-Legende George Foreman in einem Skandalurteil nach Punkten.

Manfred Wolke beim Internationalen Trainingslager in Frankfurt/Oder 2016 mit den Boxern Silvio Schierle (rechts) und Vezir Agirmann. (Quelle: imago/Mausolf)
2016 besuchte Wolke das Internationale Trainingslager in Frankfurt (Oder) und hatte so manchen Rat für junge Boxer. | Bild: imago/Mausolf

1968 holte Wolke selbst Olympiagold

Für die DDR holte Manfred Wolke 1968 in Mexiko selbst olympisches Gold im Weltergewicht (bis 69 Kilo) und trug vier Jahre später die DDR-Fahne ins Münchener Olympiastadion.

Wolkes große Zeit als Profi-Trainer endete 2009 im Unfrieden, nachdem Promoter Wilfried Sauerland die Zusammenarbeit auslaufen ließ. Wolke selbst hatte auch mit über 60 Jahren noch große Pläne und wollte nach eigener Aussage wieder einen neuen Deutschen Weltmeister ausbilden.

Aus der Öffentlichkeit hat sich Manfred Wolke inzwischen weitgehend zurückgezogen. Seinen 75. Geburtstag will er im engsten Familienkreis feiern.

Sendung: rbb um 6, 14.01.2018, 18 Uhr

Beitrag von Philipp Büchner

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Energies Kevin Weidlich im Duell mit Patrick Twardzik aus Halberstadt
imago/Steffen Beyer

Cottbus schlägt Halberstadt mit 3:1 - Wieder die Alten

Energie Cottbus blieb trotz des deutlichen Vorsprungs in der Regionalliga Nordost zuletzt hinter den eigenen Erwartungen zurück. Gegen Aufsteiger Halberstadt wollte Trainer Wollitz deshalb unbedingt einen Sieg sehen. Den bekam er - und auch sein Top-Torjäger meldete sich zurück.

FC Bayern Muenchen - Hertha BSC Berlin (Quelle: imago/Huebner/Herkert)
imago/Huebner/Herkert

Berliner weiter auf Platz 11 - Hertha BSC "gewinnt" 0:0 in München

Hertha BSC hat sich aufgerieben, alles gegeben und wurde beim Rekordmeister Bayern München mit einem Punkt dafür belohnt. Trotz zahlreicher Möglichkeiten gelang dem Tabellenführer kein Tor gegen die Berliner. Somit bleibt Hertha in dieser Saison gegen die Bayern ungeschlagen.