Der Berliner Toni Kneist kämpft beim "Weißen Bären" um den titel. (Quelle: imago/Sebastian wells)
Bild: imago/Sebastian wells

Traditionsturnier "Weißer Bär" im Olympiapark - Fechten für jedermann

262 Fechter. 23 Nationen. Ein Turnier. Der "Weiße Bär" ist eines der größten Degenfechtturniere der Welt und gehört zu den ältesten Sport-Events der Hauptstadt. Bei der 58. Auflage will ein Lokalmatador angreifen.   

 

Für den Berliner Degenfechter Toni Kneist soll es am Wochenende in den Kuppelsaal des Olympiaparks gehen - wie für 261 weitere Sportler aus 23 Nationen auch. Sie starten bei einem der größten Degenfechtturniere der Welt, dem "Weißen Bären". Es ist bereits die 58. Auflage des traditionsreichen Events, damit ist es eine der ältesten Sportverstaltungen Berlins. Im altehrwürdigen Kuppelsaal geht es ab dem Viertelfinale des Turniers auf die Planche. Bis dahin wird in den etwas weniger stimmungsvollen Nebenhallen des "Haus des Sports" gefochten. Das Ziel ist also klar.

"Ich habe letztes Jahr das Achtelfinale erreicht. Und das möchte ich schon wiederholen", sagt der 33-jährige Lokalmatador Kneist. "Vielleicht sogar einen Schritt weiter." Kneist ist momentan der beste Fechter Berlins. Bei den Deutschen Meisterschaften vergangenes Jahr erreichte er mit der Bronzemedaille sein bislang stärkstes Ergebnis. Das Teilnehmerfeld ist an diesem Wochenende jedoch stark besetzt. Unter anderem kämpft auch Olympiasieger Matteo Tagliariol aus Italien um die Trophäe: einen weißen Porzellanbären.

"Fechten live ist etwas ganz anderes als Fechten im Fernsehen"

Die Besonderheit des internationalen Turniers: Neben den berühmten Profis können auch Amateure an dem Turnier teilnehmen. Und jeder Sportler hat die Chance, gegen ehemalige oder aktuelle Weltklasse-Athleten anzutreten. Und das in jeder Phase des Wettkampfs.

Für Mario Freund, den Präsidenten des Berliner Fechterbundes, ist jedoch nicht nur die Fecht-Elite ein Grund, sich als Zuschauer live vor Ort ein Bild von dem Sport zu machen: "Der Fechtsport hat viele Facetten, vor allem Emotionen", schwärmt Freund. "Diese Emotionen im Kuppelsaal live zu erleben, hat ein ganz anderes Gefühl, als Fechten im Fernsehen zu erleben."

Trotz aussichtsreicher Berliner Fechter fliegt der Sport immer wieder unter dem Radar der Öffentlichkeit. Einer, der den "Weißen Bären" besser kennt als viele andere, ist Dieter Bergmann. Der ehemalige Fechter nahm bereits 1971 zum ersten Mal als Aktiver an dem Turnier teil. Später organisierte er im Namen des FC Grunewald jahrelang mit. Seine Begeisterung für das Turnier ist ungebrochen. "Wenn ich einen talentierten Typen habe, der intensiv ein Vierteljahr trainiert und dann seine Fechtprüfung ablegt, dann kann der beim Weißen Bären mitmachen", erzählt Bergmann enthusiastisch. "Und dann trifft der vielleicht in der ersten Runde auf einen Weltmeister. Das ist sensationell und gibt es sonst nirgendwo."

Am Samstag und Sonntag geht es ab neun Uhr im Olympiapark los. Der Eintritt ist frei.

Sendung: Inforadio, 12.01.2018, 18.15 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren