Intensiver Zweikampf vor dem Tor beim Hallenhockey (Quelle: imago/Picture Point)
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Interview | Martin Häner, Kapitän des Hallenhockey-Nationalteams - "In der Halle sehen wir uns schon ganz oben"

Anfang Februar findet in der Berliner Max-Schmeling-Halle die Weltmeisterschaft im Hallenhockey statt. Martin Häner, Kapitän der Nationalmannschaft und Gewinner der olympischen Bronzemedaille von 2016, verrät im rbb-Interview, warum sich ein Besuch auch für Fans anderer Sportarten lohnt.

rbb: Die Weltmeisterschaft wird an nur fünf Tagen ausgetragen. Sie spielen in dieser Zeit möglicherweise acht Partien. Wie lässt sich das verkraften?

Martin Häner: Man muss gut vorbereitet sein. Wir haben bei der WM dreimal zwei Spiele am Tag. Dann kommen hoffentlich noch Halbfinale und Finale. Wir müssen in einer guten Verfassung sein. Die anderen Nationen spielen natürlich auch so häufig. Wir haben auch im Ligabetrieb immer zwei Spiele an jedem Wochenende, dadurch sind wir es gewohnt. Das ist in anderen Sportarten nicht so üblich. Wir hoffen, dass wir trotz der Belastung verletzungsfrei durch die Tage kommen.

Martin Häner präsentiert seine Medaille. (Quelle: imago)
Kapitän Martin Häner | Bild: imago SportfotodienstBild: imago sportfotodienst

Was bedeutet es Ihnen, in Ihrer Heimatstadt eine Weltmeisterschaft zu spielen?

Es ist natürlich etwas ganz Besonderes für mich, in meiner Heimatstadt vor vielleicht 8.000 Leuten zu spielen, die dann hoffentlich da sein werden und uns frenetisch anfeuern. Es werden auch viele Freunde und Familienmitglieder in der Halle sein. All das ist ein großer Ansporn, dann auch Weltmeister zu werden.

Wer sind die größten Konkurrenten?

Generell sind in der Halle die europäischen Mannschaften die Favoriten. Wir haben in unserer Vorrundengruppe mit Tschechien und Polen zwei starke Teams, gegen die wir uns durchsetzen müssen. In der anderen Gruppe rechne ich mit Österreich. Die spielen sich jetzt gerade bei der Europameisterschaft ein, wo Deutschland mit einer Perspektivmannschaft am Start ist. Unser Anspruch ist es, bei der WM am Ende ganz oben zu stehen.

In der Max-Schmeling-Halle findet die WM statt. (Quelle: imago/Angerer)
Die Berliner Max-Schmeling-Halle | Bild: imago/Angerer

Die Hallenhockey-Nationalmannschaft besteht im Kern aus denselben Spielern wie die Feldhockey-Nationalmannschaft. Warum ist das so?

Beim Hockey spielt man im November nicht mehr draußen. Es gibt bei uns keine Rasenheizungen, es geht dann einfach nicht. Wir weichen dann schnell in die Hallen aus und daher spielen wir alle sowohl im Freien als auch in der Halle, sind so aufgewachsen. Andere starke Nationen wie Argentinien oder Indien spielen mit ihren besten Leuten überhaupt nicht in der Halle. Die sind uns zwar im Freien dann vielleicht etwas überlegen, aber in der Halle sehen wir uns schon ganz oben.

Warum sollten Berliner und Brandenburger zur WM in die Halle kommen?

Die Sportveranstaltungen in der Max-Schmeling-Halle sind immer von überragender Stimmung geprägt und Hallenhockey ist sehr attraktiv. Es geht immer hin und her, es fallen viele Tore, es ist immer Action. Wir hoffen, dass wir nicht nur die Hockey-Gemeinschaft anlocken können, sondern auch viele Sportfans, die sonst zum Handball, Basketball, Volleyball oder Eishockey gehen.

Das Gespräch führte Inforadio-Reporter Felix Edeha

Sendung: rbb UM6, 09.01.2018, 18.00 Uhr

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